Dr. Josef Ackermann: Investmentbanking-Modell intakt
13. Februar 2009
Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee der Deutschen Bank AG, bezeichnet die globalen Investmentbanking-Modelle als stabil.
In einem Interview mit CNBC sagte Ackermann, es gebe weiterhin viele „sehr gute Geschäftsbereiche“ bei Investmentbanken. Allerdings müssten die Geschäftsmodelle angepasst werden, um in den kommenden Jahren veränderten Bedürfnissen an den Märkten gerecht zu werden.
„Die Verluste (aus der Finanzkrise) sind meiner Meinung nach hauptsächlich durch illiquide, hochriskante Aktivitäten entstanden“, erklärte er. „Die meisten Banken, darunter die Deutsche Bank, haben die betreffenden Bereiche geschlossen und sind aus dem Geschäft ausgestiegen. Deshalb werden Teile des Investmentbankings künftig anders aussehen.“
Bezüglich zusätzlicher Finanzmittel für Banken sagte Ackermann: „Wenn man kein Geld von der Regierung oder aus Staatsfonds braucht, sollte man es auch nicht nehmen.“ Die Deutsche Bank bemühe sich darum, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Es sei sowohl in Bezug auf die Kunden als auch die Kultur der Bank wichtig, die Unabhängigkeit zu bewahren.
Zu seiner Einschätzung eines "Bad Bank"-Modells gefragt, erklärte Ackermann, er halte eine zentrale Bad Bank nicht für finanzierbar. Aber man würde sehr viel weniger Geld verlieren, wenn Banken mit Hilfe von Staats- oder von Zentralbankgeldern von einigen toxischen Wertpapieren entlastet werden.
„Meiner Meinung nach brauchen Banken Hilfe, um sich von dieser schweren Last (den toxischen Wertpapieren) zu befreien. Dies ist der einzige Weg, das Vertrauen in das Finanzsystem wiederherzustellen.