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Dr. Josef Ackermann
Dr. Josef Ackermann

Dr. Josef Ackermann zur globalen Krise: „Es gibt noch eine Menge zu tun“/ IIF-Frühjahrstagung vom 10. bis 12. Juni 2009 in Beijing
12. Juni 2009

Beijing, China – Vom 10. bis 12. Juni 2009 hielt der internationale Bankenverband, Institute of International Finance (IIF), dem mehr als 370 Kredit­institute weltweit angehören, seine Frühjahrstagung in Beijing ab. Auf der größten jemals in China ausgetragenen IIF-Tagung sind neben führenden Regierungs­vertretern Chinas und anderer Länder viele der größten global tätigen Finanzdienstleiter der Welt vertreten.

Nach den Worten von Dr. Josef Ackermann, Präsident des IIF-Vorstands sowie Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee der Deutschen Bank AG, findet die IIF-Sitzung zu einem sehr günstigen Zeitpunkt statt: „Die globale Krise hat die Bedeutung Chinas und anderer führender Schwellenländer für die Weltwirtschaft deutlich gemacht. Es ist angemessen, dass wir uns heute hier treffen und unseren zahlreichen Kollegen aus China und anderen Schwellenländern genau zuhören. Ihr Beitrag zur globalen Erholung wird voraussichtlich signifikant sein.“

Dr. Ackermann erklärte: „Wir treffen uns hier in Beijing, um in Arbeitsgruppen unser Wissen zu vertiefen und gemeinsam unter dem Schirm des IIF eine grundlegende Agenda voranzutreiben.“ Eine der Prioritäten sei es, die zahlreichen Empfehlungen des Abschluss­berichts des IIF-Ausschusses, der im vergangenen Jahr veröffentlicht wurde und sich mit Reformen der Finanzbranche befasst, umzusetzen. Zu den Themen, die im Bericht adressiert werden, gehören Risiko­management, Vergütungs­strukturen, Liquiditäts­risiko, Conduits und Verbriefungen sowie Bewertung, Ratingprozess und Kredit-Underwriting. Dr. Ackermann wies zwar darauf hin, dass bereits erste Reformen im Risiko­management und in der Vergütungs­politik in der Finanzbranche umgesetzt wurden, betonte jedoch: „Es gibt noch eine Menge zu tun, doch es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass bereits heute zu erkennen ist, dass wir aus der Krise gelernt haben und die Umsetzung weitreichender Reformen vorantreiben.“

Er fügte hinzu: „Wir arbeiten nicht nur mit Hochdruck daran, in vielen Schlüssel­bereichen unserer Branche Verhaltens­standards einzuführen, sondern setzen uns auch für das Vorbeugen künftiger Krisen ein. Auch hier kann das IIF Fortschritte vorweisen. Wir haben ein übergeordnetes Expertengremium („Market Monitoring Group“) eingerichtet, um systemische Risiken frühzeitig aufdecken zu können und diese ins Blickfeld der weltweiten Öffentlichkeit zu rücken. Unser Ziel ist es, ein Frühwarnsystem zu entwickeln und so dazu beizutragen, die Stabilität des globalen Finanzsystems zu stärken.“

Im weiteren Verlauf unterstrich er die unter der Führung des IIF erzielten Fortschritte in einer Reihe aufsichtsrechtlicher Themen, wie beispielsweise der Frage nach dem erforderlichen Kapital zur Absicherung des Handelsbuches, dem Abbau der Prozyklizität und der Sicherstellung von Chancen­gleichheit bei internationalen Rechnungs­legungs­standards. Er wies darauf hin, dass „ein weiterer Fokus auf den Risiken liegt, die sich aus der starken Verflechtung der heutigen Märkte ergeben. Es ist notwendig, Strategien zu formulieren, die einerseits die Stabilität der Märkte erhöhen und andererseits ein effizientes Wirken der Märkte ermöglichen.“

Dr. Ackermann betonte abschließend: „Wir sind der Meinung, dass eine Reform der globalen Architektur drei Ziele verfolgen sollte: erstens, den Schutz von Kundengeldern und Anlegern, zweitens, die Gesundheit des Systems mithilfe einer Aufsichts­struktur, und drittens, Regeln und entsprechende Aufsichts­strukturen, die die Möglichkeiten des Finanzsystems unterstützen, Innovationen zu tätigen, Unternehmen und Wettbewerb zu fördern und eine kraftvolle Wachstums­maschine zu sein. Wir sind nicht der Meinung, dass es hilfreich wäre, Reformen auf die Größe einzelner Banken oder die Breite ihres Geschäfts­modells zu konzentrieren“. 
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