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Dr. Josef Ackermann
Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee der Deutsche Bank AG

Dr. Josef Ackermann anlässlich der Jahrestagung des Institute of International Finance
6. Oktober 2009

„Wir sehen erste Anzeichen für einen globalen wirtschaftlichen Aufschwung und eine Verbesserung auf dem Finanzmarkt. Die Lage ist aber weiterhin fragil”, erklärte Dr. Josef Ackermann am vergangenen Samstag auf der Jahrestagung des Institute of International Finance (IIF) in Istanbul.

Der Präsident der Internationalen Bankenvereinigung IIF und der Vorsitzende der Vorstands und des GEC der Deutschen Bank erklärte, das IIF stimme mit den G20-Finanzministern überein, die auf ihrem Gipfeltreffen in der letzten Woche in Pittsburgh unterstrichen hatten, dass „der Anschein von Normalität nicht zur Selbstzufriedenheit führen darf“.

Dr. Josef Ackermann erklärte, die Branche begrüße es, dass sich die G20 auf ein global stärker koordiniertes Vorgehen zur Behebung der bestehenden Ungleichgewichte sowie „eine konsistente Implementierung globaler Standards verpflichtet habe, um gleiche Voraussetzungen für alle zu schaffen sowie die Fragmentierung von Märkten, Protektionismus und Aufsichtsarbitrage zu verhindern”.

An die globalen Regulierungsbehörden richtete er die Forderung, bei der Verschärfung der Kapitalmarktvorschriften mit Vorsicht zu agieren. Zudem unterstrich er, dass die Banken dafür Sorge tragen müssen, dass Bonuszahlungen „gesellschaftlich und politisch“ akzeptabel sind.

Dr. Josef Ackermann fügte hinzu, man sei sich bewusst, dass die Politiker unter öffentlichem Druck stehen, die Situation in ihren Ländern zu stabilisieren, nachdem die Finanzinstitute mit umfangreichen Steuergeldern unterstützt worden sind. Einige der staatlichen Maßnahmen hätten sich auf internationaler Ebene aber eher nachteilig ausgewirkt und zu einer zunehmenden Fragmentierung des globalen Finanzsystems geführt.

„Wir benötigen neue Regeln für gleiche Bedingungen im globalen Finanzgeschäft; neue Regeln, die die Vorteile global integrierter Institutionen für die Realwirtschaft hervorheben; und nicht zuletzt Regeln des öffentlichen Sektors, die das internationale Finanzsystem insgesamt stärken,” erklärte Dr. Josef Ackermann auf der Konferenz.

„Wir erkennen an, dass der öffentliche und der private Sektor die gemeinsame Verantwortung für die Schaffung eines stabilen Systems tragen und sich nur dann echte Erfolge erzielen lassen, wenn auch wir bei unseren Aktivitäten weitreichende Änderungen vornehmen,” erklärte er und fügte hinzu, dass die Finanzdienstleister branchenweit heute „mit noch nie dagewesener Intensität“ um Reformen bemüht sind.

Ackermann zufolge müssen die Finanzinstitute ihre Verantwortung wahrnehmen und die Branchenstandards stärken. Bei regulatorischen Reformen müsse das richtige Gleichgewicht gefunden werden, damit weder Innovationen gelähmt noch das Kreditwachstum so stark beschränkt wird, dass dadurch das Wirtschaftswachstum untergraben würde. Darüber hinaus sei es wichtig, „dass die Finanzbehörden und die private Finanzwirtschaft in eine neue Phase systematischen Dialogs auf Führungs- und Verwaltungsebene eintreten und die Verwirklichung unserer gemeinsamen Ziele unterstützen: den Aufbau eines robusten und stabilen Finanzsystems, das wieder für Wohlstand und Vermögensbildung sorgt.”

Zusammenfassend erklärte Dr. Josef Ackermann: „Finanzdienstleistungen sind eine wesentliche Voraussetzung für das Funktionieren der Realwirtschaft, und je besser es uns gelingt, ein starkes globales Finanzsystem zu schaffen, desto mehr wird unsere Branche zur wirtschaftlichen Erholung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zu anhaltendem Wachstum beitragen können.” 
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