Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (englisch: Bank for International Settlements BIS) ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel/Schweiz. Sie ist im vollständigen Besitz von 55 nationalstaatlichen Noten- bzw. Zentralbanken. Ihre Aufgaben bestehen in der Verwaltung von Teilen der internationalen Währungsreserven und gleichzeitig in der Koordination und Bewältigung von Problemen der internationalen Geld- und Währungspolitik. Die BIZ gilt damit als Bank der Zentralbanken der Welt. Siehe www.bis.org.
Bankakzepte sind Wechsel, die auf eine Bank gezogen werden. Durch das Akzept der Bank erhält der Aussteller des Wechsels einen Akzeptkredit. Die Bank haftet dann für die Einlösung des Wechsels. Die akzeptierende Bank bedingt sich aber gewöhnlich aus, dass der Wechsel bei ihr diskontiert wird, damit sie den Diskont selbst verdient. Der Akzeptkredit wird nur bonitätsmäßig erstklassigen Firmen eingeräumt. Sie bekommen in dem Bankakzept ein vorzügliches und leicht verwertbares Kredit- und Zahlungsmittel.
Meist staatliche Aufsicht über Kreditinstitute mit dem Ziel, die Funktionsfähigkeit des Finanzsektors einer Volkswirtschaft sicherzustellen, Missständen im Kreditwesen entgegenzuwirken und Verluste der Institutsgläubiger zu verhindern. In Deutschland wird die Bankenaufsicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bundesbank ausgeübt. Die rechtliche Grundlage dazu ist das Gesetz über das Kreditwesen (KWG).
Die vertraglich übernommene Verpflichtung der Bank zur Verschwiegenheit über alle kundenbezogenen Tatsachen und Wertungen. Das Bankgeheimnis wird durch gesetzliche Vorschriften, die eine Auskunftspflicht begründen und durch den Kunden selbst, der die Bank zur Auskunft berechtigt, begrenzt. Insbesondere besteht eine unbeschränkte Auskunftspflicht in Strafverfahren und Steuerstrafverfahren. Im Todesfall bestehen bestimmte Meldepflichten gegenüber dem Nachlassfinanzamt.
Servicekarte der Bank für den Kunden zur Nutzung des Kontoauszugsdruckers und in Verbindung mit der persönlichen Geheimzahl zur Nutzung von Geldautomaten und Electronic Cash-Kassen im Handel zur bargeldlosen Zahlung. Gegebenenfalls können auch weitere Selbstbedienungseinrichtungen der Bank mit der Bankkundenkarte genutzt werden.
Die Bankleitzahl ist eine Ziffer, die im Bereich des Zahlungsverkehrs die Adresse einer Bank angibt. Durch den Einsatz der elektronischen Datenverarbeitung (z.B. durch optisch-maschinelle Belegsortierung, Magnetbandaustausch und Datenfernübertragung) soll sie eine einwandfreie, schnelle und vollautomatische Weiterleitung von Zahlungen ermöglichen.
Papiergeld, das von Notenbanken, in Deutschland und den weiteren Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion von der Europäischen Zentralbank (EZB), herausgegeben wird und auf einen runden Betrag an Währungseinheiten lautet. Die Banknote ist ein Zahlungsmittel und kein Wertpapier. Nach dem Währungsrecht besteht nämlich keine Einlösungspflicht. Somit verbriefen Banknoten kein Recht, sondern stellen nur einen Wert dar. Neben Banknoten befindet sich auch Münzgeld im Umlauf.
Banken erhalten für ihre Dienstleistungen Vergütungen (Provisionen), u. a. für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Die Provisionssätze sind unterschiedlich.
Summe der Zahlungsvorgänge eines Wirtschaftsgebietes, die bargeldlos, das heißt unbar ausgeführt werden. Es wird dabei über Buchgeld auf Bankkonten unter anderem durch Kreditkarte, Scheck, Überweisung, Lastschrift und Wechsel verfügt. Eine Methode des bargeldlosen Zahlungsverkehrs stellt der sogenannte elektronische Zahlungsverkehr (Electronic Banking) dar. Man spricht in diesem Zusammenhang von beleglosem Zahlungsverkehr, falls bei bargeldlosen Zahlungen keine Belege mehr anfallen.
Scheck, der - anders als ein Verrechnungsscheck - von dem auf dem Scheck angegebenen bezogenen Kreditinstitut, bei dem der Aussteller sein Konto hat, an den Scheckinhaber in bar ausgezahlt wird.
Heutiger (augenblicklicher) Wert einer oder mehrerer in der Zukunft anfallender positiver oder negativer Zahlungen. Der Barwert eines zukünftigen Zahlungsstroms wird rechnerisch durch Abzinsung ermittelt. Der Barwert ermöglicht den Vergleich von Investments mit unterschiedlicher Zahlungsreihe aber gleicher Laufzeit.
Der Basispreis gibt den Kurs an, zu dem der Basiswert (Underlying) am Ende der Laufzeit (europäische Option) oder zu jedem Zeitpunkt während der Laufzeit (amerikanische Option) bezogen werden kann. Der Basispreis wird auch als Bezugspreis, Ausübungspreis oder Strike-Preis bezeichnet.
Allgemeine Bezeichnung für ein Hundertstel eines Prozents (1 BP = 0,01%). Findet Verwendung bei der Bezeichnung von Unterschieden in Renditen, Preisen, Kursen und dergleichen. Eine Zins- oder Renditedifferenz von 52 Basispunkten würde daher eine Differenz von 0,52 Prozentpunkten bedeuten.
Basiswert nennt man bei Termingeschäften, wie z.B. Optionen, Optionsscheinen oder Futures, den dem Termingeschäft zugrunde liegenden Vermögensgegenstand (z.B. Aktie, Anleihe, Index oder Währung). Andere Bezeichnungen: Bezugswert, Underlying.
Kreditinstitut, dessen Geschäftsbetrieb gemäß dem Gesetz über Bausparkassen darauf gerichtet ist, Einlagen von Bausparern entgegenzunehmen. Aus den angesammelten Beträgen der Bausparer werden diesen für wohnungswirtschaftliche Maßnahmen Gelddarlehen gewährt. Bausparkassen sind nach § 1 Kreditwesengesetz (KWG) Kreditinstitute.
Kombination aus dem Kauf einer Verkaufsoption mit einem höheren und dem Verkauf einer Verkaufsoption mit einem niedrigeren Basispreis oder aus dem Kauf einer Kaufoption mit höherem und dem Verkauf einer Kaufoption mit niedrigerem Basispreis. Die kombinierten Optionen müssen identisch in Bezug auf Basiswert und Laufzeit sein. Diese Konstruktion kann zu einer (begrenzten) Absicherung gegen fallende Kurse des Basiswertes benutzt werden. Chancen und Risiken sind aus dieser Kombination limitiert.
Ausdruck für die termingerechte Zahlung einer Zins- oder Kapitalschuld bei festverzinslichen Wertpapieren. Unter die Bedienung fällt auch die Tilgung (Rückzahlung). Die Zinszahlungen erfolgen meist jährlich, manchmal halbjährlich oder am Ende der Laufzeit in einer Summe.
Zur Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs werden im beleglosen DTA-Verfahren anstelle von Belegen (Überweisungen, Lastschriften, Schecks) zwischen den Kreditinstituten bzw. zwischen den Kreditinstituten und ihren Kunden DTA-Dateien auf physischen Datenträgern oder per Datenfernübertragung (DFÜ) ausgetauscht. Die Zahlungsdaten werden dem Zahlungsempfänger bzw. -pflichtigen grundsätzlich nicht beleghaft zur Verfügung gestellt, sondern ihm unmittelbar auf seinem Kontoauszug angezeigt.
Im Rahmen des BSE-Verfahrens werden die betreffenden Schecks nicht mehr beleghaft dem auf ihnen angegebenen bezogenen Kreditinstitut zur Zahlung vorgelegt. Hierbei handelt es sich um in Euro ausgestellte Inhaber- oder Orderschecks bis zu 5.999,99 Euro, die auf ein Kreditinstitut im Inland gezogen sind. Die Scheckdaten werden von dem die Schecks in das BSE-Verfahren überleitenden Kreditinstitut auf EDV-Medien erfasst (Belegloser Datenträgeraustausch).
Aktien, die vergünstigt an Mitarbeiter einer Aktiengesellschaft ausgegeben werden, um diese unmittelbar am wirtschaftlichen Erfolg bzw. Risiko des Unternehmens zu beteiligen. Erwerber von Belegschaftsaktien unterliegen in der Regel einer Sperrfrist von bis zu fünf Jahren für den Verkauf ihrer Aktien. Ansonsten bieten Belegschaftsaktien dieselben Rechte wie andere Aktien.
Die Beleihungsgrenze stellt den Prozentwert des Verkehrswerts bzw. Marktwerts einer Sicherheit dar, der vom Kreditgeber bei einer Finanzierung für die Sicherheitenbewertung höchstens herangezogen wird. Die Höhe dieser Beleihungsgrenze (ausgedrückt in Prozent) hängt von der Art der Sicherheit und der Risikofreude des Kreditgebers ab. Bei Immobilienkrediten finanzieren Hypothekenbanken 60% des Verkehrswerts, Bausparkassen 80% und Geschäftsbanken finanzieren i.d.R. 80 bis 90% des Verkehrswertes. Bei sehr guter Bonität des Kunden sind auch Finanzierungen darüber hinaus möglich.
Multipliziert man die Beleihungsgrenze mit dem Verkehrs- bzw. Marktwert, so erhält man den Beleihungswert. Die Differenz zwischen 100% und der Beleihungsgrenze ist der Sicherheitsabschlag, mit dem der Kreditgeber arbeitet. Der Beleihungswert ist demnach der Wert, der von einem Kreditgeber einem Vermögensgegenstand wie z.B. einem Grundstück, zugeordnet wird und der die Höhe der möglichen Beleihung z.B. für eine Grundschuld bestimmt. Der Beleihungswert soll in der Regel den am Markt nachhaltig erzielbaren Erlös des Beleihungsobjektes nicht überschreiten.
Im Bereich des Asset Management stellt eine Benchmark eine Bezugsmarke dar, an der die die Wertentwicklung eines Portfolios gemessen wird. Als Benchmark dienen häufig Renten- bzw. Aktienindizes. Portfoliomanager sind bei aktivem Portfoliomanagement bestrebt, mit der Wertentwicklung ihres Portfolios die jeweils relevante Benchmark zu übertreffen ("zu schlagen").
Neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln werden als Berichtigungsaktien bezeichnet. Sie werden den Aktionären einer Gesellschaft in einem bestimmten Verhältnis zugeteilt, ohne dass diese eine Gegenleistung erbringen müssen. Bilanziell erfolgt eine Umwandlung von Rücklagen in Grundkapital; dieser Passivtausch ist neutral in Bezug auf das Vermögen der Gesellschaft. Dem Altaktionär wird durch die reine Transaktion der Gesellschaft jedoch nichts geschenkt, da er an den umgewandelten Rücklagen bereits vorher mit seinen Aktien beteiligt war. Daher ist der häufig gebrauchte Ausdruck Gratisaktien (wie auch Zusatzaktien, Aufstockungsaktien, Kapitalberichtigungsaktien, Wertberichtigungsaktien) irreführend.
Der Kurs der Altaktien vermindert sich durch die Ausgabe der neuen Aktien entsprechend der vorgenommenen Kapitalerhöhung. Der Depotwert eines Aktionärs bleibt jedoch vor und nach Abschluss der Transaktion im Prinzip rein rechnerisch unverändert. Allerdings profitiert der Anleger von der Kapitalberichtigung dann, wenn er auf die hinzugekommenen Aktien eine prozentual unveränderte Dividende erhält. In diesem Fall könnte es auch aufgrund der eintretenden Renditeverbesserung zu einer Höherbewertung der Aktien nach Ausgabe der Berichtigungsaktien kommen. Oftmals führt aber bereits die mit dem Splitting verbundene optische Verbilligung zu Kurssteigerungen der entsprechenden Aktie.
Der Betafaktor beschreibt, in welchem Ausmaß der Kurs einer Aktie die Wertentwicklung eines Index nachvollzieht - also ob sich die Aktie besser oder schlechter als der Markt entwickelt. Eine Aktie mit einem Betafaktor größer (kleiner) eins reagiert überproportional (unterproportional) auf Änderungen des Index. Bei einem Betafaktor von 1,5 würde ein Anstieg (Fall) des Index um 10 Prozent zu einem Anstieg (Fall) der Aktie um 15 Prozent führen; bei einem Beta von 0,8 wäre der Anstieg (Fall) der Aktie mit 8 Prozent geringer als der des Index. In einem steigenden Markt bieten Aktien mit einem Beta größer eins überproportionale Gewinnchancen, in einem fallenden Markt bieten Aktien mit einem Beta kleiner eins geringere Verluste. Dabei wird unterstellt, dass der Betafaktor der vergangenen Periode auch in der Zukunft gültig bleibt.
Das Betriebsergebnis ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl für die Darstellung des Erfolges aus dem operativen Geschäft. Konkret bezeichnet das Betriebsergebnis in der Regel den Gewinn vor Finanzergebnis, außerordentlichem Ergebnis und Steuern (englisch Earnings before interest and taxes, EBIT).
Recht des Aktionärs, bei einer Kapitalerhöhung eines Unternehmens neue (junge) Aktien im Verhältnis seiner bisherigen Beteiligung am Grundkapital zur vorgenommenen Erhöhung zu erwerben. Erhöht ein Unternehmen z.B. sein Kapital von 10 Millionen auf 11 Millionen Euro, kann der Altaktionär auf zehn "alte" eine "neue/junge" Aktien zu einem von der Gesellschaft festgelegten Kurs beziehen; das Bezugsverhältnis beträgt in diesem Falle 10:1. Macht er von dem Angebot dagegen nicht Gebrauch, kann er die ihm zustehenden Bezugsrechte über die Börse veräußern. Der Veräußerungsgewinn ist dann die Entschädigung für den Kursverlust, den er auf seinen Aktienbesitz nach Bezugsrechtsabschlag hinnehmen muss und der dadurch entsteht, dass sich der Kurswert aller bisher ausgegebenen Aktien zusammengenommen aufgrund der vorgenommenen Kapitalerhöhung auf eine höhere Anzahl von Aktien verteilt.
Der rechnerische Wert des Bezugsrechts errechnet sich nach folgender Formel:
(Kurs der alten Aktie - Bezugskurs der jungen Aktie) : (Bezugsverhältnis + 1).
Beispiel: Bezugsverhältnis 10:1. Bezugskurs der jungen Aktie 120,- Euro. Kurs der alten Aktie 140,- Euro.
Wert des Bezugsrechts B = (140 EUR - 120 EUR) / (10 + 1) = 1,82 EUR.
(1) Bei der Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft gibt das Bezugsverhältnis darüber Auskunft, für wieviele alte Aktien eine neue (junge) Aktie bezogen werden kann.
(2) Bei Optionsscheinen drückt das Bezugsverhältnis aus, wieviele Einheiten des Basiswertes der Inhaber der Optionsscheine bei der Ausübung kaufen bzw. verkaufen kann.
Der "Bank Identifier Code" (BIC-Code) ist ein international standardisierter Bankcode, der zur eindeutigen Identifizierung von Finanzinstituten dient. Er findet weltweit Verwendung bei grenzüberschreitenden Zahlungen und beim internationalen Austausch von Nachrichten zwischen Kreditinstituten.
Eine Bilanz ist eine zusammengefasste systematische Gegenüberstellung von Vermögen und Kapital eines Unternehmens zu einem bestimmten Abschlussstichtag. Die Aktivseite der Bilanz zeigt, wie das Unternehmen das ihm zur Verfügung stehende Kapital verwendet hat. Die Passivseite stellt dar, wer das Kapital zur Verfügung gestellt hat, indem zum einen die Schulden (Fremdkapital) und zum anderen das den Eigentümern zuzurechnende Kapital (Eigenkapital) ausgewiesen wird.
Mathematische Formel zur Bewertung von Optionen bzw. Optionsscheinen, benannt nach den amerikanischen Wissenschaftlern Fischer Black und Myron Scholes. Die Formel berücksichtigt die fünf wichtigsten Einflussgrößen für den Optionspreis: den Aktienkurs, den Ausübungspreis, die Restlaufzeit, den Zinssatz und die Volatilität
Auch Kurzindossament genannt. Es besteht lediglich aus der Unterschrift des Indossanten, erfüllt jedoch alle Indossamentsfunktionen. Neben dem Blankoindossament gibt es noch das Vollindossament, bei dem außer der Unterschrift des Indossanten auch der Name des Indossatars (der neue Berechtigte) angegeben wird.
Eine kapitalstarke Bank übernimmt eine größere Aktienposition einer börsennotierten Gesellschaft zu einem festen Preis vom jeweiligen Veräußerer und versucht die Stücke möglichst rasch bei Investoren zu platzieren. Block Trades ermöglichen eine schnelle Monetarisierung größerer Beteiligungen. Die Aktien werden nur institutionellen Anlegern angeboten. Daher kann die Platzierung ohne Prospekterfordernis bei gleichzeitiger Reduzierung des Risikos einer nachteiligen Beeinflussung des Börsenkurses erfolgen.
Weltweit gebräuchlicher Börsenausdruck für die Aktie für umsatzstarke Aktien von Aktiengesellschaften mit hohem Börsenwert. Regelmäßig handelt es sich dabei um Aktien großer, internationaler, allgemein bekannter und angesehener Unternehmen von hoher Solidität (deutsch: Standardwert; Gegenteil: Nebenwert). Blue-Chip-Aktien sind weltweit an den wichtigsten Börsen notiert. Ihre Kursentwicklung wird häufig der Berechnung von Indizes zugrundegelegt. Blue Chips sind beispielsweise im DAX®, im Euro Stoxx 50 und im Dow Jones Industrial Average vertreten.
Beim Bobl-Future handelt es sich um einen standardisierten Terminvertrag auf eine mittelfristige Schuldverschreibung der Bundesrepublik Deutschland (Bundesobligation). Der Bobl-Future wird an der Eurex gehandelt. Grundlage des Kontraktes ist eine aus einem Korb lieferbarer Anleihen berechnete, fiktive Anleihe mit einem Kupon von 6 Prozent. Die Restlaufzeit der lieferbaren Anleihe liegt zwischen 4,5 und 5,5 Jahren. Der Kontraktwert beträgt 100.000 Euro.
Eine Bonifikation (wörtlich: Vergütung) ist eine Provision, die vom Emittenten an die Bank für die Platzierung von Wertpapieren gezahlt wird. Ferner bezeichnet Bonifikation einen zusätzlich zum Zinssatz auf die Spareinlage vergüteten Zins.
Bonität ist ein Synonym für Kreditwürdigkeit. Die Ermittlung der Bonität einer Person oder eines Unternehmens erfolgt entweder durch den Kreditgeber selbst (z.B. anhand von so genannten Kreditscoring-Modellen) oder dieser bedient sich der Hilfe Dritter, z.B. einer Rating-Agentur. Im Wertpapiergeschäft wird unter Bonität die Fähigkeit des Emittenten bezeichnet, die Emission mit Zinsen zu bedienen und zu tilgen.
Als Bonus bezeichnet man eine neben der Dividende zur Ausschüttung gelangende einmalige Vergütung, die den Aktionären in besonders gut verlaufenden Geschäftsjahren, bei Erzielung eines außerordentlichen Gewinns (z.B. bei hohen Buchgewinnen aus der Veräußerung von Grundstücken oder Beteiligungen) oder zu besonderen Anlässen (z.B. Unternehmensjubiläum) gewährt wird.
Platzierungsverfahren (Platzierung) bei dem die Investoren direkt in die Preisfindung eingebunden werden. Die gesamten Zeichnungswünsche (Zeichnung) einschließlich der Preisvorstellungen der Investoren werden zentral beim Lead-Manager sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht in einem "Buch" EDV-mäßig erfasst. Die aus diesem "Bookbuilding"-Vorgang gewonnenen Erkenntnisse fließen zeitnah in die Preisfestlegung und Zuteilung der Aktien ein. Das Bookbuilding ist ein weithin akzeptiertes Verfahren, das insbesondere darauf ausgerichtet ist, einen fairen Interessenausgleich zwischen Emittent und Investor in Bezug auf die Höhe des Emissionspreises herbeizuführen. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich das Bookbuilding als bevorzugtes Syndizierungs- und Platzierungsverfahren für Wertpapiere durchgesetzt. Eine Sonderform ist das Accelerated Bookbuilding.
Ort, an dem sich regelmäßig Kaufleute zum Abschluss von Handelsgeschäften in vertretbaren Sachen, insbesondere Wertpapieren und Waren, treffen. An der Börse werden Angebot und Nachfrage marktmäßig zusammengeführt. Ziel ist es, Vertragsabschlüsse nach einheitlichen Geschäftsbedingungen zwischen zum Handel zugelassenen Personen zu ermöglichen.
Je nach dem Handelsobjekt unterscheidet man für Wertpapiere nach Effektenbörsen, für Währungen nach Devisenbörsen, für Terminkontrakte nach Terminbörsen und für fungible Waren nach Produktenbörsen. Spezialbörsen gibt es u.a. für Metalle, Zucker, Baumwolle, Energie oder für Dienstleistungen wie Frachten, Schiffer- oder Versicherungsleistungen.
Organisatorisch besteht die Aufsichtsstruktur aus einem dreistufigen System. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die Börsenaufsichtsbehörde des Landes und die Handelsüberwachungsstelle als Selbstverwaltungsorgan der Börse. Diese Aufsichtsinstitutionen sind nicht hierarchisch gegliedert, sondern parallel durch ihre Kompetenzen abgegrenzt und zur Zusammenarbeit verpflichtet. Die Börsenaufsichtsbehörden und die Handelsüberwachungsstellen sind verantwortlich für die Überwachung des Zustandekommens ordnungsgemäßer Börsenpreise. Die Wertpapieraufsicht der BaFin hingegen ist zuständig für die Ermittlung bei Insiderdelikten und die Einhaltung von Publizitätsvorschriften.
Die Börsenaufsichtsbehörde ist üblicherweise das Wirtschaftsministerium. Die Behörde hat die Befugnis zur unmittelbaren und umfassenden Beaufsichtigung des Handelsgeschehens an den Börsen sowie eine Eilzuständigkeit bei der Verfolgung von Insider-Vorfällen. Bei der Erfüllung ihrer Überwachungs- und Kontrollaufgaben ist die Börsenaufsichtsbehörde berechtigt, sich der Handelsüberwachungsstelle der Börse zu bedienen und ihr Weisung zu erteilen. Die Handelsüberwachungsstelle ist zuständig für eine umfassende Kontrolle des Tagesgeschäfts. Sie erfasst systematisch und lückenlos alle Daten über den Börsenhandel und wertet sie aus. Als eigenständiges Börsenorgan ist die Handelsüberwachungsstelle nicht der Börsengeschäftsführung unterstellt.
Das Börsengesetz (BörsG) regelt die Organisation der deutschen Börsen. Das BörsG umfasst 6 Abschnitte: 1. Allgemeine Bestimmungen über die Börsen und deren Organe, 2. Ermittlung des Börsenpreises und Maklerwesen, 3. Zulassung von Wertpapieren zum Börsenhandel im amtlichen Markt, 4. Zulassung und Einbeziehung von Wertpapieren zum Börsenhandel im geregelten Markt; Freiverkehr, 5. Bestimmungen über elektronische Handelssysteme und börsenähnliche Einrichtungen, 6. Straf- und Bußgeldvorschriften; Schlussvorschriften.
Auch Kursfeststellung, Feststellung der Kurse für alle an der Börse zugelassenen Wertpapiere. Börsenpreise im Präsenzhandel der Frankfurter Wertpapierbörse werden durch die Skontroführer festgestellt. Den Ablauf regelt die Börsenordnung. Das Geschäft wird zu dem Kurs abgeschlossen, bei dem die meisten Aufträge (Käufe und Verkäufe) ausgeführt werden können (Meistausführungsprinzip). Der Kurs für Wertpapiere kann börsentäglich einmal (Einheitskurs) oder mehrmals täglich fortlaufend notiert werden (Variable Notierung).
Der Gesetzgeber schreibt für jede Börse eine Satzung, die Börsenordnung, vor. Die Börsenordnung wird vom Börsenrat im Einvernehmen mit dem Träger einer Börse erlassen. Sie stellt sicher, dass die jeweilige Börse ihren Aufgaben gerecht werden kann und die Interessen des Publikums und Handels gewahrt werden. Im Einzelnen regelt die Börsenordnung die Organisation der Börse, die Aufgaben des Börsenrates, der Geschäftsführung und der Handelsüberwachungsstelle, die Veröffentlichung aller Preise, Kurse und Umsätze; die Zulassung zum Börsenbesuch und zur Teilnahme am Börsenhandel.
Ort, an dem sich eine Börse befindet. In der Bundesrepublik gibt es sieben Wertpapierbörsen: Berlin-Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart. Bis vor dem Ersten Weltkrieg gab es in Deutschland 29 Börsen einschließlich der Produktenbörsen. 1935 waren es noch 21, die nach der NS-Börsenreform auf neun reduziert wurden: Berlin, Breslau, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg einschließlich Bremen, Hannover, Leipzig, München und Stuttgart.
Für eine Zulassung von Wertpapieren zum Handel im amtlichen oder geregelten Markt gilt nach Börsengesetz und Wertpapierprospektgesetz u.a. generell die Pflicht zur Erstellung und Einreichung eines Prospekts bei der Zulassungsstelle der jeweiligen Börse. Der Prospekt enthält alle wesentlichen Informationen über das Wertpapier, den Emittenten, die Unternehmensstruktur, die Finanzlage, die Geschäftstätigkeit und alle an der Emission beteiligten Organe und Gesellschaften. Er soll ein zutreffendes Urteil über die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die Finanzlage, die Gewinne und Verluste und die Zukunftsaussichten des Emittenten ermöglichen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht prüft den Prospekt auf formelle, jedoch nicht auf inhaltliche Richtigkeit. Verantwortlich und haftbar für die Richtigkeit des Inhalts sind der Emittent und das Emissionskonsortium.
Besteht aus 18 ehrenamtlichen Mitgliedern, die für 3 Jahre gewählt werden. Dazu gehören Vertreter von Kreditinstituten, Marktteilnehmer, Emittenten und Kapitalanleger. Die Aufgaben des Börsenrates werden in der jeweiligen Börsenordnung festgelegt, u.a. erlässt er die Börsen- und Gebührenordnung, die Geschäftsordnung für die Geschäftsführung, die Bedingungen für die Geschäfte an der Börse, die Schiedsgerichtsordnung (Börsenschiedsgericht) und die Geschäftsbedingungen für den Börsenterminhandel.
Der in der entsprechenden Währungseinheit sich zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums ergebende Gesamtbetrag der abgeschlossenen Geschäfte in einem Wertpapier oder am Gesamtmarkt.
Als Brady Bonds werden Anleihen bezeichnet, die zur Restrukturierung von Bankkrediten durch öffentliche Schuldner begeben werden. Das Konzept geht zurück auf den ehemaligen US-Finanzminister Nicolas F. Brady, der 1989 einen Katalog von Maßnahmen zur Lösung des Schuldenproblems der Entwicklungsländer vorgestellt hatte: Die Gläubigerbanken sollten den Schuldnerländern einen Teil ihrer Verbindlichkeiten erlassen. Der Schuldendienst wurde durch den Austausch der Darlehen gegen Anleihen mit längeren Laufzeiten reduziert, die entweder einen Abschlag auf den Nennwert aufwiesen und/oder niedriger als marktüblich verzinst waren. Die Qualität der Bonds wurde durch Garantien erhöht.
Bei Optionen oder Optionsscheinen bezeichnet man denjenigen Kurs des Basiswertes als Break-Even-Kurs, ab dem unter Berücksichtigung der gezahlten Optionsprämie eine verlustfreie Ausübung des Optionsrechts möglich ist. Der Break-Even liegt bei einem Call über und bei einem Put unter dem Basispreis.
Instrument der Venture Capital Finanzierung. Überbrückungsfinanzierung, bei der einem Unternehmen finanzielle Mittel zur Vorbereitung des Börsengangs insbesondere zur Verbesserung der Eigenkapitalquote zur Verfügung gestellt wird. Bridge-Capital überbrückt also die Zeit, bis dem Unternehmen durch den Börsengang neues Eigenkapital zufließt.
Unter Briefkurs versteht man im Wertpapierhandel allgemein den Börsenkurs, zu dem ein Marktteilnehmer ein Wertpapier verkaufen möchte; Gegensatz Geldkurs. Der Kurszusatz B = Brief (Angebot) wird verwendet, wenn kein Umsatz zustande gekommen ist. Dieses Papier wurde zum Kauf angeboten, fand aber zum genannten Kurs keinen Käufer.
Broker sind Wertpapierhändler an einer angelsächsischen Wertpapierbörse. Sie beraten Anleger bei ihrer Investitionsentscheidung, führen deren Kauf- und Verkaufsaufträge aus und erhalten dafür eine Vermittlungsgebühr - Courtage oder auch Brokerage.
Das Bruttoinlandsprodukt ist ein Maß für die wirtschaftliche Leistung eines Landes. Es stellt den Geldwert aller im Inland jährlich erzeugten Güter und in Anspruch genommenen Dienste dar, ausgedrückt in einer Währungseinheit (z.B. Euro). Das Bruttoinlandsprodukt abzüglich der enthaltenen Abschreibungen ergibt das Nettoinlandsprodukt.
Auch Giralgeld, Bankengeld oder Depositengeld. Guthaben von Kunden auf Giro- bzw. Kontokorrentkonten (Sichteinlagen) bei einer Bank, über das ohne jegliche Einschränkung zu jeder Zeit verfügt werden kann. Buchgeld gibt Kreditinstituten die Möglichkeit, durch Kreditgewährung Geldschöpfung zu betreiben. Das Pendant zum Buchgeld ist Bargeld.
Kombination aus dem Kauf einer Kaufoption und dem Verkauf einer Kaufoption mit höherem Basispreis oder aus dem Kauf einer Verkaufsoption und dem Verkauf einer Verkaufsoption mit einem höheren Basispreis. Die kombinierten Optionen müssen identisch in Bezug auf Basiswert und Laufzeit sein. Diese Konstruktion kann zu einer (begrenzten) Absicherung gegen steigende Kurse des Basiswertes benutzt werden. Chancen und Risiken sind aus dieser Kombination limitiert.
Börsengehandelte Schuldverschreibungen des Bundes mit einer Laufzeit von 10-30 Jahren. Bundesanleihen haben eine zentrale Stellung am deutschen Kapitalmarkt sowie im Kapitalverkehr mit dem Ausland. Ihre jeweiligen Konditionen sind wichtige Orientierungsgrößen für den gesamten Markt für EUR-Schuldtitel. Sowohl Bundesanleihen als auch Bundesobligationen sind mit einem festen Nominalzins ausgestattet, die Ausgabepreise sind variabel. Der Erwerb von Bundesanleihen unterliegt keinerlei Beschränkungen.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) wurde am 1. Mai 2002 mit Dienstsitzen in Bonn und Frankfurt am Main gegründet und hat die Aufgaben der ehemaligen Aufsichtsämter für das Kreditwesen, für das Versicherungswesen und für den Wertpapierhandel übernommen. Damit existiert in Deutschland unter einem Dach eine staatliche Allfinanz-Aufsicht über etwa 2.600 Kreditinstitute, 800 Finanzdienstleistungsinstitute und etwa 700 Versicherungsunternehmen. Die Anstalt finanziert sich vollständig aus Gebühren und aus Umlagen der beaufsichtigten Institute und Unternehmen und ist unabhängig vom Bundesetat. Übergeordnetes Ziel der BaFin ist es, die Funktionsfähigkeit des gesamten Finanzsektors in Deutschland sicherzustellen. Hieraus lassen sich weitere Unterziele ableiten: Zum einen die Solvenzsicherung bei Banken und Finanzdienstleistungsinstituten und zum anderen die Gewährleistung des Kunden- und Anlegerschutzes. Die BaFin selbst unterliegt der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen. Siehe auch www.bafin.de.
Daueremissionen des Bundes zu festem Zins und einer Laufzeit von fünf Jahren. Bundesobligationen können nach Börseneinführung täglich gekauft oder verkauft werden. Bundesobligationen zählen zu den "mündelsicheren Wertpapieren".
Bundesschatzanweisungen ("Schätze") sind Einmalemissionen, die mit einer Laufzeit von 2 Jahren im vierteljährlichen Rhythmus (März, Juni, September, Dezember) ausschließlich im Tenderverfahren begeben werden. Der Erwerb ist grundsätzlich jedermann möglich. Im Tenderverfahren sind jedoch nur Kreditinstitute, die der Bietergruppe Bundesemissionen angehören, unmittelbar bietungsberechtigt. Andere Kreditinstitute und Nichtbanken können Mitglieder der Bietergruppe mit der Abgabe von Geboten beauftragen oder Bundesschatzanweisungen am Sekundärmarkt erwerben. Bundesschatzanweisungen werden in den Handel an den deutschen Wertpapierbörsen eingeführt.
Emission des Bundes, festverzinslich. Die Zinsen werden jährlich (Typ A, 6 Jahre Laufzeit) gezahlt oder mit Zinseszinsen bei der Rückzahlung dem Nennwert zugeschlagen (Typ B, 7 Jahre Laufzeit). Sie werden nicht in den Börsenhandel eingeführt.
Die Bundeswertpapierverwaltung (BWpV) bietet als Finanzdienstleistungsbehörde Anlegern die kostenlose Depotverwaltung für Bundeswertpapiere und den gebührenfreien Erwerb von Bundesschatzbriefen, Bundesobligationen und Finanzierungsschätzen an. Sie fungiert als Notar und Treuhänder des Bundes und beurkundet die vom Bund und seinem Sondervermögen aufgenommenen Kredite, übernommenen Gewährleistungen, internationalen Beteiligungs- und Beitragsverpflichtungen und sonstigen im Haushaltsgesetz zugelassenen Finanzierungsinstrumente.
Auch: Euro-Bund-Future. Er ist ein an der Eurex gehandelter Kontrakt (Futures) über eine fiktive Bundesanleihe mit einer Nominalverzinsung von 6% und einer Restlaufzeit von 8,5 bis 10,5 Jahren. Der Nominalwert eines Kontraktes beträgt Euro 100.000. Die Laufzeiten richten sich nach den zur gleichen Zeit verfügbaren Bund-Future-Liefermonaten. Dies sind immer die drei nächstliegenden Monate des Zyklus März, Juni, September und Dezember.
Vertrag, durch den sich ein Bürge verpflichtet, dem Gläubiger für die Erfüllung der Verbindlichkeit eines Schuldners einzustehen. Rechtliche Grundlage der Bürgschaft sind die §§ 765ff BGB. Bei diesem Vertrag handelt es sich um eine einseitige Verpflichtung des Bürgen, der Gläubiger besitzt aus diesem Vertrag nur Rechte. Die Bürgschaft setzt das Bestehen einer Hauptschuld voraus, an die die Bürgschaft akzessorisch gebunden ist. Es gibt verschiedene Arten von Bürgschaften. Bekannt sind vor allem die selbstschuldnerische Bürgschaft, die Ausfall- bzw. modifizierte Ausfallbürgschaft und die Mitbürgschaft. Bürgschaften werden auch bei Avalen bzw. Avalkrediten herausgelegt.
Meist erfahrene Unternehmer, die Gründungsunternehmen mit Kapital und ihren zumeist langjährigen Management-Erfahrungen unterstützen. Ihr Engagement wird in der Regel mit Unternehmensanteilen honoriert. Unternehmensengel sind häufig in Netzwerken organisiert. In Deutschland gibt es ca. 40 Netzwerke mit vielfach regionaler Ausprägung. Sie dienen als Anlaufstelle für Kapital suchende Unternehmen und stellen den Kontakt zu geeigneten Unternehmensengeln her.