Laufender Ankauf kurzfristiger Forderungen aus Lieferungen und Leistungen durch eine sogenannte Factoring-Gesellschaft. Factoring dient dabei als eine Finanzierungsform, durch die sich Unternehmen Liquidität beschaffen können. Darüber hinaus ist die Übernahme des Ausfallrisikos durch die Factoring-Gesellschaft sowie die Übertragung des Inkasso- und Mahnwesens wichtig.
Der Fair Value (fairer Wert) ist der theoretisch richtige Preis eines Wertpapiers oder Derivats, bei dem das Finanzinstrument weder unter- noch überbewertet ist. Es handelt sich um einen hypothetischen Marktpreis unter idealisierten Bedingungen. Ist das Instrument nicht fair bewertet, so besteht die Möglichkeit risikolos Preisdifferenzen auszunutzen und dadurch so genannte Arbitragegewinne zu erzielen.
Vorübergehend freie Geldbeträge, die für mindestens 30 Tage auf einem sogenannten Termingeldkonto bei einer Bank angelegt werden. Die Fälligkeit des Festgeldes wird bei Abschluss festgelegt. Der Zinssatz ist regelmäßig höher als bei Tagesgeldern und hängt von der Höhe der Einlage, von der vereinbarten Laufzeit des Festgeldes sowie vom allgemeinen Marktzinsniveau ab. Am Ende der Laufzeit können sie entweder als Sichteinlage weitergeführt oder prolongiert (verlängert) werden. Bei Prolongation gilt meist der aktuelle Zinssatz.
Traditionelles Platzierungsverfahren von Wertpapieren, bei dem der Emissionspreis vor Veröffentlichung des Verkaufsprospekts zwischen Emittent und konsortialführender Bank festgelegt wird. Die Preisfestlegung basiert auf einer fundamentalen Unternehmensanalyse und -bewertung unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Börsenbewertung vergleichbarer Unternehmen sowie der allgemeinen Marktverfassung. Gegensatz: Bookbuilding-Verfahren.
Im klassischen Sinne Begriff für alle Wertpapiere, die während ihrer gesamten Laufzeit einen unveränderlichen Zinssatz haben und zum Nennwert zurückgezahlt werden. Dazu zählen z.B.: Anleihen, Kommunalobligationen und Pfandbriefe. Im modernen Sprachgebrauch werden damit sämtliche Wertpapiere beschrieben, die ein Gläubigerrecht repräsentieren, also auch Zero-Bonds oder Floating Rate Notes. Im Gegensatz dazu stehen Teilhaberpapiere (z.B. Aktien), die Miteigentum an einer Gesellschaft verbriefen und deren Ausschüttung vom Geschäftserfolg des Unternehmens abhängt.
Daueremissionen des Bundes mit Laufzeiten von ca. 12 und ca. 24 Monaten. Finanzierungsschätze werden als Diskontpapiere emittiert, d.h. bei ihrer Ausgabe werden sie mit einem Zinsabschlag (Abzinsungspapiere) verkauft und zum Nennwert zurückgezahlt. Erwerbsberechtigt ist jedermann mit Ausnahme von Kreditinstituten. Die Anlage in diesen Papieren ist auf einen Höchstbetrag von Euro 250.000,- je Person und Geschäftstag begrenzt. Die Mindeststückelung beträgt Euro 500. Finanzierungsschätze werden nicht an der Börse gehandelt. Sie können auch nicht vorzeitig zurückgegeben werden.
Standardverfahren an den internationalen Anleihemärkten. Für eine Emission erfolgt zunächst eine Festlegung der Konditionen als Bandbreite im Vergleich zur Benchmark. Von den Investoren werden Zeichnungen für die Emission entgegengenommen und sodann erfolgt die Platzierung unter Festlegung der Emissionsrendite, sog. Reoffer Price. Die Abwicklung des Verkaufs an die Investoren erfolgt innerhalb weniger Stunden. Das Verfahren entspricht in wesentlichen Elementen dem Bookbuildingverfahren bei der Neuemission von Aktien.
Anleihen mit variablem Zinssatz (Floater), der in der Regel alle drei oder sechs Monate auf der Basis der kurzfristigen Euro-Marktzinsen (LIBOR oder Euribor) neu festgesetzt wird oder an die Inflationsrate gekoppelt ist. Floater weisen nur geringe Kursschwankungen auf und bieten daher dem Anleger einen gewissen Schutz gegen das Risiko aus einer Änderung des Marktzinses. Floater sind eine Alternative zur Termingeldanlage. Bei Reverse Floater profitiert der Anleger von fallenden Zinsen, da der Kupon als Kombination von feststehenden Basiszinssatz abzüglich Referenzzinssatz gezahlt wird.
Ein Floor gibt eine Untergrenze an. Bei einem Zinsfloor wird eine Zinsuntergrenze bzw. einen Mindestzins garantiert. Fällt der Marktzins an einem Zinsfestlegungszeitpunkt unter diese Grenze, so zahlt der Floor-Verkäufer automatisch den Differenzbetrag an den Floor-Käufer. Der Floor ist das Gegenstück zum Cap.
Abkürzung für Free on board (wörtlich: frei an Bord). FOB ist eine Möglichkeit, im Rahmen des internationalen Warenhandels den Kosten- und Gefahrenanteil zwischen Importeur und Exporteur im Rahmen der sogenannten Incoterms aufzuteilen. Bei FOB findet dabei der Kosten- und Gefahrenübergang zwischen Exporteur und Importeur statt, wenn die Handelsware an Bord des Schiffes im Verschiffungshafen angekommen ist. FOB ist neben CIF (Cost, Insurance, Freight) die gängigste Aufteilung im Rahmen von Dokumentenakkreditiven im internationalen Handelsverkehr.
In Wertpapieren, Grundstücken, Geldmarktpapieren o.ä. angelegtes Sondervermögen einer Kapitalanlagegesellschaft. Investmentfonds bündeln die Gelder vieler Anleger und investieren sie in Aktien, Anleihen und andere Anlageformen. Dadurch kann beispielsweise der Käufer eines Fondsanteilsscheins mit einem geringen Betrag gleichzeitig in verschiedene Anlagen investieren und zugleich sein Anlagerisiko verringern. Investmentfonds werden von Anlegern bevorzugt, die sich nicht ständig um ihre Anlagen "kümmern" möchten und die die Beobachtung, Analyse und Anlageentscheidung eher professionellen Portfoliomanagern überlassen wollen.
Vertragliche Übertragung einer Forderung vom Gläubiger auf einen Dritten. Der neue Gläubiger (Zessionar) tritt dabei an die Stelle des alten (Zedent). Im Bankgeschäft wird die Forderungsabtretung häufig zur Sicherung von Krediten verwendet.
Die Forfaitierung ist eine Finanzierungsform, bei der später fällig werdende Forderungen (i.d.R. aus Exportgeschäften) regresslos an eine Bank oder Finanzinstitution verkauft werden. Dabei bedeutet "à forfait", dass der Forfaiteur (Käufer) die wirtschaftlichen und politischen Risiken ohne Rückgriff (Regress) auf den Exporteur übernimmt. Der Forfaitist (Verkäufer) haftet nur für den ordnungsgemäßen Bestand der Forderung. Mit der Forfaitierung wird eine sofortige Mobilisierung des eingeräumten Zahlungszieles erreicht, was zu Liquiditätsverbesserung (Liquidität) und Bilanzentlastung führt. Die Forderungen sind üblicherweise durch Wechsel verkörpert und durch Avale, Garantien oder Akkreditive erstklassiger Banken im Lande des Importeurs besichert.
Das Forward Rate Agreement (FRA) ist ein außerbörsliches Zinstermingeschäft. Zwei Vertragsparteien vereinbaren, an einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt einen Betrag zu zahlen. Dieser Betrag errechnet sich aus der Differenz zweier Zinssätze - dem heute vereinbarten Vertragszinssatz (FRA-Satz) und dem zukünftigen Marktzinssatz (Referenzzinssatz) - bezogen auf einen bestimmten Nominalbetrag und eine festgelegte zukünftige Periode (Absicherungsperiode). Ein Austausch des Nominalbetrags findet nicht statt.
Der FIBOR war ein täglich berechneter Zinssatz für Interbanken-DM-Termingeld am Bankenplatz Frankfurt. Er war ein Referenzzinssatz für Anleihen mit variabler Verzinsung. Mit der Einführung des Euro hat der EURIBOR dessen Funktion eingenommen.
Frei handelbare Aktien eines Unternehmens, die im Besitz vieler Aktionäre sind. Zu diesem Streubesitz zählen demnach alle Aktien, die nicht im festen Besitz von Großaktionären sind, also vom breiten Publikum erworben und gehandelt werden können. Je höher der Streubesitzanteil ist, desto höher ist in der Regel die Handelbarkeit einer Aktie.
Sparer können sich in einem gesetzlich geregelten Umfang von der direkten Abführung der Kapitalertragsteuer freistellen lassen. Dazu müssen sie lediglich einen Freistellungsauftrag an ihre Bank stellen. Wird ein solcher Auftrag nicht erteilt oder der zulässige Betrag überschritten, kann z.B. der Empfänger von Zinszahlungen die vorab gezahlten Steuern erst später im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung geltend machen.
Spezielle Art des Insiderhandels. Als Front-Running bezeichnet man den Kauf von Wertpapieren durch Anlageberater, Analysten oder Börsenhändler, bevor sie diese ihren Kunden zum Kauf empfehlen. Front-Running ist auch gegeben, wenn Bankmitarbeiter Kundenorders erst ausführen, nachdem sie selbst Wertpapiere auf eigene Rechnung gekauft oder verkauft haben. Das Front-Running ist nach dem Wertpapierhandelsgesetz verboten.
Bedeutet vertretbar. Fungibilien sind Sachen, die nach Maß, Zahl oder Gewicht bestimmbar und daher ohne weiteres auswechselbar sind. Börsen sind Märkte für fungible Wertpapiere.
Terminkontrakt, bei dem Käufer und Verkäufer sich verpflichten, eine bestimmte Menge eines Basiswertes bei Fälligkeit zu einem festgelegten Preis zu liefern bzw. abzunehmen. Futures sind hochliquide standardisierte Finanzinstrumente, deren eigener Wert vom Wert des Basiswertes abhängt. Sie werden am Terminmarkt gehandelt. Man unterscheidet Financial Futures und Commodity-Futures. Basiswerte von Financial Futures sind beispielsweise Aktienindizes, Devisen oder Zinsen. Commodity-Futures beziehen sich auf realwirtschaftliche Objekte, wie Rohstoffe oder landwirtschaftliche Produkte. Bei Futures unterscheidet man nur zwei Geschäftsarten: Eine Long-Position bezeichnet die Pflicht, bei Fälligkeit den vereinbarten Preis zu zahlen und den Basiswert abzunehmen; bei einer Short-Position verpflichtet man sich, den Basiswert zu liefern - im Gegenzug erhält der Lieferant den Kaufpreis. Bei den meisten Futures-Kontrakten kommt es heutzutage nicht mehr zu einer Erfüllung in Form von Lieferung des Basiswertes, sondern es findet ein Barausgleich statt.