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Bank- & Börsenlexikon
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Auch Schrankfach genannt, das Kreditinstitute in einbruch- und feuersicheren Räumen ihren Kunden gegen Mietzahlung zur Verfügung stellen. Zweck des Safes in Banken ist die sichere Aufbewahrung von Wertsachen.
Differenz zwischen Haben- und Sollseite eines Kontos, z.B. eines Kontokorrentkontos. Von einem Soll-Saldo spricht man, wenn die Verbindlichkeiten das Guthaben übersteigen, den umgekehrten Fall nennt man Haben-Saldo.
Sonderform des Leasings, bei der ein Unternehmen Wirtschaftsgüter an eine Leasinggesellschaft verkauft und sie zur weiteren Nutzung gleichzeitig wieder zurückmietet. Durch den erhaltenen Kaufpreis kann das Unternehmen Kapital freisetzen und erhöht kurzfristig seine Liquidität, kann das Wirtschaftsgut zugleich weiter nutzen. Nachteilig können sich die laufenden Zahlungen der Leasingraten in der Folge auswirken. Zudem ist das Unternehmen nicht mehr Eigentümer und nimmt damit an zukünftigen Wertsteigerungen nicht teil, es sei denn, das Unternehmen hat eine Kaufoption an dem Wirtschaftsgut zum steuerlichen Restbuchwert zum Laufzeitende und nimmt diese wahr. Häufig kommt es einem Unternehmen auf das Aufdecken von sogenannten stillen Reserven an, um die Ertragssituation zu verbessern. Sale-and-lease-back-Geschäfte werden meist im Immobilienbereich getätigt, um bei Vermögensübertragungen (z.B. auf nachfolgende Generationen) nicht die normalen Beträge der dann fälligen Erbschafts- oder Schenkungssteuer an das Finanzamt zahlen zu müssen.
Erfüllung eines Börsengeschäfts innerhalb des gleichen Geschäftstages. Das Abwicklungsunternehmen Clearstream zum Beispiel reguliert Aufträge zwischen Geschäftspartnern noch am gleichen Tag, sofern die Aufträge bis 10 Uhr per belegloser Datenübertragung bei ihm eingehen.
Siehe Girosammelverwahrung.
Gleichzeitige Überweisung von Beträgen durch einen einzigen Kontoinhaber an mehrere Begünstigte. Dazu wird eine Sammelliste für jeden Gutschriften-Empfänger erstellt. Es handelt sich um eine Art von Überweisung, die vor allem auch im Gironetz der Deutschen Bundesbank angewandt wird. Falls ein Kontoinhaber mehr als fünf Überweisungsaufträge auf den institutseigenen Vordrucken einreicht oder falls ein Kreditinstitut eigene Gutschriftträger über die Notenbank weiterleiten will, wird die Sammelüberweisung verwendet.
Verbreitung von Gerüchten oder Empfehlungen zum Zwecke von Eigengeschäften.
Beteiligung einer Kapitalgesellschaft an einer anderen, die eine bestimmte Beteiligungshöhe (i.d.R. 10% oder 25%) des entsprechenden Gesellschaftskapitals erreicht. Schachtelbeteiligungen lösen national oder international unter bestimmten Bedingungen steuerliche Vergünstigungen aus.
Schatzanweisungen sind kurz- und mittelfristige Schuldverschreibungen, die vom Bund, den Ländern und/oder den Sondervermögen des Bundes emittiert werden. Bei unverzinslichen Schatzanweisungen erfolgt die Vergütung durch Diskontierung. Festverzinsliche Schatzanweisungen werden auch Kassenobligationen genannt.
Anweisung eines Ausstellers an eine Bank, auf seine Rechnung einen bestimmten Geldbetrag zu zahlen. Der Scheck ist ein besonderen Formvorschriften unterliegendes Wertpapier und von Gesetzes wegen ein Orderpapier (Orderscheck). Mit dem üblichen Zusatz "oder Überbringer" wird der Scheck zu einem Inhaberpapier. Voraussetzung für einen Scheck ist das Vorliegen gesetzlicher Bestandteile. Man unterscheidet Schecks nach der Art der Einlösung in Bar- und Verrechnungsscheck, sowie nach der Art der Übertragung der Scheckrechte in Order-, Inhaber- und Rektascheck (Rektapapier).
Sonderform des Pfandbriefs. Schiffspfandbriefe werden auf der Grundlage des Gesetzes über Schiffspfandbriefbanken zur Beschaffung langfristiger Mittel für den Schiffsbau ausgegeben. Sie sind durch Hypotheken auf Schiffe gedeckt.
Feststellung der Schlusspreise für im DAX® enthaltenen Werte auf dem Frankfurter Parkett ab 19.55 Uhr, für die restlichen Werte schon ab 19.30 Uhr; nach diesen Zeitpunkten ist eine variable Preisfeststellung nicht mehr zulässig. Im elektronischen Handelssystem Xetra werden die Schlusspreise ab 17.30 Uhr im Rahmen einer Schlussauktion festgestellt.
Unseriöse Anlageform, bei der Ausschüttung und Rückzahlung nicht aus Erträgen der Investitionen, sondern mit den Anlagemitteln neu geworbener Kunden erfolgen. Dieses System bricht zusammen, sobald die kontinuierliche Neukundengewinnung nicht mehr ausreicht.
Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung ist eine Gemeinschaftseinrichtung der Kreditwirtschaft in Deutschland. Sie stellt ihren Vertragspartnern Informationen zur Verfügung, damit diese vor Verlusten aus dem Konsumenten-Kreditgeschäft und aus dem Hypothekarkreditgeschäft geschützt werden. Sie dient aber auch dem Schutz der Verbraucher vor Überschuldung. Die Einräumung von Kontokorrentkonten, Krediten sowie damit in Zusammenhang stehendes nicht vertragsgemäßes Verhalten wird von der SCHUFA gespeichert und steht den Vertragspartnern zur Verfügung. Durch die sogenannte SCHUFA-Klausel, die der Kunde unterschreibt, willigt er in die Weitergabe von Daten ein.
Darlehensforderungen gegen den Staat, für die keine Schuldverschreibungen ausgestellt sind, die vielmehr nur durch Eintragung in das Bundesschuldbuch beurkundet sind.
Darlehen, die in einem Schuldschein (Urkunde, in der sich der Schuldner zu einer bestimmten Leistung, in der Regel zur Verzinsung und Rückzahlung einer festen Geldsumme verpflichtet) verbrieft sind. Begeben werden Schuldscheindarlehen von der Industrie, aber auch von der öffentlichen Hand, Spezialkreditinstituten und supranationalen Darlehensnehmern. Darlehensgeber sind vor allem Versicherungsgesellschaften, Realkreditinstitute und Sparkassen. Der Vorteil für beide Seiten liegt in der leichten Handhabung; günstig ist auch, dass somit auch nicht emissionsfähige Gesellschaften Zugang zum Kapitalmarkt haben. Für den Darlehensgeber wirkt sich ferner positiv aus, dass sich keine Abschreibungsnotwendigkeiten bei Anstieg der Kapitalmarktzinsen ergeben. Bei Laufzeiten von meist 2 bis 10 Jahren erfolgt die Tilgung in gleichen Raten.
Siehe Obligation, Anleihe, festverzinsliches Wertpapier.
Der SDAX® ist der Auswahlindex für 50 kleinere Unternehmen, so genannte Smallcaps, die den im MDAX® enthaltenen Werten hinsichtlich Börsenumsatz und Marktkapitalisierung folgen. Der Index wird als Kurs- und Performance-Index von der Deutsche Börse AG börsentäglich fortlaufend berechnet. Die Zusammensetzung des SDAX® wird halbjährlich überprüft und gegebenenfalls angepasst.

SEC

Siehe Securities and Exchange Commission.
Auch Zweitplatzierung genannt. Erneutes öffentliches Angebot zum Kauf von bereits an der Börse zugelassenen Aktien eines Unternehmens. Üblicherweise werden dabei Aktien aus Großaktionärs-, Familien- oder sonstigem Festbesitz (um-)platziert.
Übernahme von Investments aus dem Portfolio einer Venture-Capital-Gesellschaft durch eine andere Kapitalbeteiligungsgesellschaft. Auf diesem Weg trennen sich Venture-Capital-Fonds von Beteiligungsunternehmen, deren Entwicklung nicht planmäßig verläuft und die sonst komplett abgeschrieben werden müssten. Teilweise werden auch ganze (Rest-)Portfolios von Venture-Capital-Gesellschaften veräußert, bei denen eine Anschlussfinanzierung nicht gesichert ist. Generell übernimmt der Käufer meist Beteiligungen, die schon in einem reiferen Stadium sind, und vermeidet somit die risikoreichere Frühphase der Finanzierung. Für das Startup ist ein Secondary Purchase meist mit erheblichen Risiken verbunden, zuweilen aber gleichzeitig die einzige Überlebenschance.
Die SEC (Securities and Exchange Commission) ist die 1934 durch Bundesgesetz gegründete Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde in den USA. Ihre Aufgaben sind die Überprüfung des Handels auf Recht- und Ordnungsmäßigkeit und der Einhaltung börsenrechtlicher Anordnungen. Dazu hat die SEC weitreichende Kontroll- und Sanktionsbefugnisse.
Schaffung von handelbaren Wertpapieren aus Kreditforderungen, Einlagenpositionen und Eigentumsrechten im weitesten Sinne. Beispiele für verbriefte Rechte sind Asset Backed Securities und Mortgage Backed Securities (MBS). Die Verbriefung geschieht häufig mittels sog. SPVs (Special Purpose Vehicles), Gesellschaften deren einziger Zweck die Emission dieser Wertpapiere ist und deren Aktiva aus den in diese Gesellschaft eingebrachten Eigentumsrechten bestehen.
Beteiligungskapital, das im Vorfeld einer Unternehmensgründung von Beteiligungsgesellschaften oder vermögenden Privatpersonen zur Finanzierung von Forschung und Entwicklung bereitgestellt wird, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zur Marktreife zu führen.
Bestandteil von Konzernabschlüssen. Vermittelt Informationen über die wesentlichen Geschäftsfelder eines Unternehmens und seines Umfelds. Über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage hinaus wird auch über die jeweiligen Chancen und Risiken berichtet. Die Segmentierung erfolgt primär anhand der operativen Segmente der Gesellschaft und orientiert sich an der internen Organisations- und Berichtsstruktur.
Bezeichnet als Gegenstück zum Primärmarkt den Umlaufmarkt für bereits begebene Wertpapiere, vor allem Aktien und Anleihen. Wertpapierbörsen sind die wichtigsten Sekundärmärkte.
Ein Kommissionär, Makler, Spediteur oder Treuhänder, der für einen Auftraggeber ein Geschäft ausführen soll, kann selbst als Vertragspartei eintreten (§§ 400ff. HGB). So ist z.B. der Selbsteintritt bei Börsenmaklern üblich, wobei die Regelungen für Insider zu beachten sind.
Die SEPA-Überweisung ist ab Januar 2008 das neue Instrument für Euro-Überweisungen im Zahlungsverkehr. SEPA steht hierbei für Single Euro Payments Area. Die SEPA-Überweisung kann sowohl für inländische als auch für grenzüberschreitende Zahlungen innerhalb der SEPA-Teilnehmerländer genutzt werden. Bei der SEPA-Überweisung werden die IBAN (International Bank Account Number / Internationale Kontonummer) und die BIC (Bank Identifier Code / Internationale Bankleitzahl) verwendet, um den Zahlungsempfänger eindeutig zu identifizieren. Bei der SEPA-Überweisung wird garantiert, dass der Überweisungsbetrag innerhalb von maximal drei (bei beleghaft erteilten Aufträgen innerhalb von vier) Bankarbeitstagen nach Annahme auf dem Konto des Zahlungsverkehrsdienstleisters des Empfängers gutgeschrieben ist. Diese Frist verkürzt sich ab 2012 auf einen Bankarbeitstag.
Mit Settlement wird die Erfüllung eines Finanzgeschäftes, insbesondere eines Termingeschäftes, bezeichnet. Man unterscheidet zwischen Cash-Settlement (Differenzausgleich in Geld) und physischem Settlement (Lieferung des Basiswertes).
Im Futures- und Optionshandel der Preis, der von der Börse am Ende eines jeden Börsentages zur Kontraktbewertung festgesetzt wird.
Unter Shareholder Value versteht man den Nutzen (Kurssteigerung und Dividende), der Aktienbesitzern (Shareholdern) durch ihr Investment zugute kommt. Der Shareholder-Value-Ansatz beinhaltet alle Aspekte einer Unternehmensführung, die sich an der langfristigen Steigerung des Unternehmenswerts als Zielgröße ausrichtet.
Durch Verkauf eines (noch) nicht in Besitz befindlichen Wertpapiers hat der Verkäufer eine Short Position in diesem Papier. Der Grund für diese Transaktion liegt in der Spekulation auf sinkende Kurse des Wertpapiers. Man verkauft z.B. eine Aktie, die man selber nicht besitzt, um sie hinterher günstiger über die Börse erwerben zu können. Dieser Vorgang des "short gehens" wird auch Leerverkauf oder "short selling" genannt. Gegenteil: Long Position.
Auch Sicherungszession. Sie gehört zu den bürgschaftsähnlichen Kreditsicherheiten, ist jedoch gesetzlich nicht explizit geregelt. Kredite können dadurch besichert werden, dass Forderungen und andere Rechte des Kreditnehmers an das kreditgebende Kreditinstitut abgetreten werden. Zusätzlich kann eine Forderung, die der Kreditnehmer einer dritten Person gegenüber hat, durch einen Vertrag an das Kreditinstitut abgetreten werden. Dieser Abtretungsvertrag wird zwischen dem Gläubiger dieser Forderung, dem sogenannten Zedenten, und dem Kreditinstitut oder einem anderen Sicherungsnehmer, dem sogenannten Zessionar, ohne Mitwirkung des Schuldners aus dieser Forderung geschlossen. Der Vertrag ist dabei formfrei gültig. Neben dieser stillen Zession kennt man auch noch die offene Zession, bei der der Drittschuldner über die Abtretung informiert ist. Man unterscheidet ebenfalls zwischen der Einzelabtretung von Forderungen sowie einer Mantel- und einer Globalzession. Während der Kreditnehmer bei der Mantelzession verschiedene bestehende Forderungen abtritt, zukünftige Forderungen jedoch erst nach Einreichung dieser Forderungen bei der Bank als abgetreten gelten, tritt er bei der Globalzession alle gegenwärtigen und künftig entstehenden Forderungen gegenüber bestimmten Drittschuldnern ab, so dass diese bereits bei ihrer Entstehung als abgetreten gelten.
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute können von der Börsengeschäftsführung als Skontroführer im Präsenzhandel zugelassen werden. Sie stellen für die von ihnen betreuten Wertpapiere Taxen - das sind unverbindliche wahrscheinliche Ausführungspreise, die dem Markt als Orientierung dienen - und berechnen die tatsächlichen Ausführungspreise. Als Grundlage dient ihnen dabei das Orderbuch, in dem alle vorliegenden Kauf- und Verkaufsaufträge zusammenlaufen. Dabei ist für jedes Wertpapier nur ein Skontroführer zuständig.
Das bei einer Investmentgesellschaft gegen Ausgabe von Anteilscheinen eingelegte Kapital und die damit angeschafften Vermögensgegenstände bilden ein Sondervermögen. Das Sondervermögen muss von dem eigenen Vermögen der Investmentgesellschaft getrennt gehalten werden. Investmentgesellschaften dürfen mehrere Sondervermögen bilden, die sich durch ihre Namen unterscheiden und getrennt gehalten werden müssen. Das Sondervermögen haftet nicht für Verbindlichkeiten der Investmentgesellschaft.
Auch Streifbandverwahrung. Wertpapiere in Streifbandverwahrung werden getrennt von den Beständen der Bank und Dritter aufbewahrt. Streifbandverwahrt werden Wertpapiere, die nicht zur Sammelverwahrung durch eine Wertpapiersammelbank zugelassen sind, oder wenn der Hinterleger die gesonderte Aufbewahrung verlangt. Der Name des Eigentümers wird auf einem Papierstreifen o.ä. vermerkt, der die Wertpapiere umgibt. Der Vorteil der Streifbandverwahrung für den Kunden ist, dass er die eingelieferten Stücke wieder im Original erhält. Gegensatz: Sammelverwahrung.
Rechnungs- und Zahlungseinheit des Internationalen Währungsfonds, über die sich ihre Mitglieder gegebenenfalls auch Kredite verschaffen können, um ihren internationalen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.
Banknoten und Münzen im Gegensatz zu Devisen.
Ein Sparbrief ist ein von einem Kreditinstitut angebotenes festverzinsliches Anlageprodukt. Die Laufzeitenskala reicht bis zu zehn Jahren. Seine Verzinsung ist für die gesamte Laufzeit festgelegt und damit im Voraus überschaubar. Bei normal verzinsten Sparbriefen legt der Sparer einen bestimmten Betrag an, der jährlich eine Zinsgutschrift bringt. Beim abgezinsten Sparbrief werden Zins und Zinseszinsen für die gesamte Laufzeit von vornherein auf den Kaufpreis angerechnet, so dass der Erwerbspreis deutlich unter dem Nennwert (Rückzahlungsbetrag) liegt. Die Rückgabe von Sparbriefen vor Fälligkeit ist in der Regel ausgeschlossen.
Das Sparbuch ist die verbreitetste Form des Sparens in Deutschland. Der Zinssatz (Spareckzins) ist variabel, kann aber durch Vereinbarung zwischen Kunde und Kreditinstitut für einen bestimmten Zeitraum festgeschrieben werden. Die Gutschrift der Zinsen auf Sparkonten erfolgt am Ende des Kalenderjahres oder bei Schließung des Kontos. Das Kreditinstitut kann an jeden Vorleger des Sparbuchs mit schuldbefreiender Wirkung auszahlen. Das Kreditinstitut ist andererseits nicht verpflichtet, ohne Prüfung der Legitimation auszuzahlen. Kreditinstitute können dem Kunden das Recht einräumen, über einen Betrag von maximal 2.000 Euro je Kalendermonat ohne Kündigung zu verfügen. Sofern die Kreditinstitute im Einzelfall eine Verfügung über einen höheren als den vereinbarten Betrag zulassen, werden Vorschusszinsen berechnet. Zunehmend wird das Sparbuch durch sogenannte Sparcards ersetzt.
Der Zinssatz für Spareinlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist (Sparbuch). Der Spareckzins ist Anhaltspunkt für alle anderen Sparzinsen je nach Form der Einlage.
Maximale Höhe der gesamten steuerfreien Einkünfte aus Kapitalvermögen.
In Deutschland sind Sparkassen öffentlich-rechtliche Kreditinstitute nach § 1 Kreditwesengesetz (KWG), die aufgrund der Sparkassengesetze der Bundesländer und der dazu für jede einzelne Sparkasse erlassenen Satzung in der Regel alle üblichen Bankgeschäfte mit privaten Haushalten, Unternehmen, Kommunen und institutionellen Kunden betreiben. Träger einer Sparkasse ist eine kommunale Gebietskörperschaft (Stadt, Landkreis) oder ein kommunaler Zweckverband.
Ursprünglich: gewagte Geschäfte machen, auf etwas rechnen, also Käufe und Verkäufe unter Ausnutzung von (erwarteten) Preisänderungen, besonders auf den Wertpapier-, Waren- und Grundstücksmärkten sowie im Börsenhandel. Ein Spekulant kauft Wertpapiere, weil er hofft, dass der Kurs schnell steigt und er sie mit Gewinn wieder verkaufen kann (Hausse-Spekulant) oder er verkauft Wertpapiere in der Annahme, die Kurse fallen weiter, und er kann sie günstig zurückkaufen (Baisse-Spekulant).
Zeitraum, in dem Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften steuerpflichtig sind. Die Spekulationsfrist bei Wertpapieren beträgt in Deutschland 12 Monate. Gewinne, die in diesem Zeitraum aus dem An- und Verkauf von Wertpapieren entstehen, unterliegen der Einkommensteuer. Dabei werden die Gewinne mit den angefallenen Verlusten im entsprechenden Jahr verrechnet. Ein Gesamtgewinn pro Kalenderjahr von weniger als 512 Euro bleibt in jedem Fall steuerfrei. Wird diese Freigrenze überschritten, ist der gesamte Spekulationsgewinn steuerpflichtig.
Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen, durch die wichtige Unternehmensbeschlüsse, z.B. die Änderung von Satzungsbestimmungen des Unternehmens, verhindert werden kann. Bei Aktiengesellschaften liegt diese Sperrminorität bei 25%.
Bei Wertpapieren hauptsächlich die Bankprovision, Maklergebühr (Courtage), Limit- und Depotgebühren. Fremde Spesen fallen überwiegend beim Kauf oder Verkauf ausländischer Wertpapiere an.
Kreditinstitute können nach dem Ausmaß ihres Geschäftes in Universal- und Spezialbanken aufgeteilt werden. Spezialbanken beschränken sich in der Regel auf ein oder wenige Bankgeschäfte nach § 1 Abs. 1 KWG. Zu den Spezialbanken gehören insbesondere die Realkreditinstitute (vor allem die Hypothekenbanken), die Bausparkassen, die Kreditinstitute mit Sonderaufgaben (z.B. Industriekreditbank AG, Landwirtschaftliche Rentenbank, Deutsche Ausgleichsbank), Kapitalanlagegesellschaften (z.B. die DWS), Wertpapiersammelbanken (z.B. Deutsche Börse Clearing) und Bürgschaftsbanken.
Art eines Investmentfonds, der im Gegensatz zu einem Publikumsfonds nicht öffentlich aufgelegt wird, sondern einem begrenzten Kreis von Anlegern angeboten wird. Spezialfonds sind auf bestimmte institutionelle Anleger (nicht natürliche Personen) zugeschnitten, beispielsweise Versicherungsunternehmen, Pensionskassen und Sozialversicherungsträger.
Von normalen Investmentfonds unterscheiden sich Spezialitätenfonds durch die Ausrichtung ihrer Anlagepolitik auf gewisse Länder, Industriezweige, Wirtschaftssektoren oder auf bestimmte Wertpapiere wie Wandel-/Optionsanleihen. Beim Anleger setzen Spezialitätenfonds ein höheres Maß an Risikobereitschaft, aber auch an Kenntnis gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge voraus. Neben höheren Chancen entstehen durch diese Beschränkung auf bestimmte Marktsegmente auch vermehrt Risiken.
Ständige Fazilität der Europäischen Zentralbank (EZB), die Geschäftsbanken im Euroraum nutzen können, um sich kurzfristig (über Nacht) Geld durch Verpfändung von notenbankfähigen Sicherheiten (Wertpapiere) zu einem im Voraus festgelegten Zinssatz beschaffen zu können.
Aktueller Kurs eines Wertpapiers.
Als Spread bezeichnet man beim Wertpapierhandel die Differenz (Spanne) zwischen dem besten Kauf- und Verkaufskurs für ein Wertpapier zu einem bestimmten Zeitpunkt. Je enger diese Geld-Brief-Spanne ist, desto höher ist die Marktliquidität des Papiers und desto niedriger sind die Transaktionskosten für den Anleger. Darüber hinaus wird der Begriff auch zum Vergleich zweier unterschiedlicher Zinssätze genutzt, etwa als Differenz des Zinssatzes eines festverzinslichen Wertpapiers zu dem eines als Referenz dienenden Papiers (z.B. Bundesanleihe, Pfandbrief) oder zu einem Referenzzinssatz (EURIBOR, LIBOR).
Ist ein Hauptaktionär - mittelbar oder unmittelbar - mit mindestens 95% am Grundkapital einer deutschen Gesellschaft beteiligt, kann er die restlichen Aktionäre gegen eine angemessene Barabfindung aus dem Unternehmen ausschließen. Für einen "Squeeze Out" ist ein Beschluss der Hauptversammlung erforderlich, der auf Verlangen des Hauptaktionärs gefasst wird. Mit der Eintragung dieses Beschlusses in das Handelsregister gehen die Aktien der ausgeschlossenen Minderheitsaktionäre kraft Gesetzes auf den Hauptaktionär über. Die Angemessenheit der Barabfindung kann - nach durchgeführtem Squeeze Out (Eintragung des Übertragungsbeschlusses in das Handelsregister) - im Rahmen eines durch einen ehemaligen Aktionär zu beantragenden Spruchverfahrens gerichtlich überprüft werden.
Als Stakeholder gelten neben den Shareholdern (den Eigentümern) die Mitarbeiter (einschl. das Management), die Kunden (z.B. Anspruch auf Qualität und Zuverlässigkeit), die Lieferanten, die Kapitalmärkte (u.a. Kreditgeber) sowie der Staat (z.B. Anspruch auf Steuergelder, Umweltschutz) und die Öffentlichkeit (Parteien, Verbände, Medien, etc.). Im Gegensatz zum Shareholder-Value-Prinzip, das die Bedürfnisse und Erwartungen der Anteilseigner eines Unternehmens (z.B. die Aktionäre bei einer Aktiengesellschaft) in den Mittelpunkt des Interesses und der Unternehmensführung stellt, versucht das Prinzip der Stakeholder das Unternehmen in seinem gesamten sozialökonomischen Kontext zu erfassen und die Bedürfnisse der unterschiedlichen Anspruchsgruppen in Einklang zu bringen.
Aktie, die den Aktionär berechtigt, alle im Aktiengesetz niedergelegten Rechte in Anspruch zu nehmen. Im Einzelnen hat der Aktionär einer Stammaktie einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung, Teilnahme an der Hauptversammlung, Stimmrecht in der Hauptversammlung, Auskunft durch den Vorstand, Bezug junger Aktien (Bezugsrecht) und auf einen Anteil am Liquidationserlös. Stammaktien sind die dominierende Aktiengattung in Deutschland. Das Gegenteil der Stammaktie ist die Vorzugsaktie.
Die Europäische Zentralbank (EZB) bietet Geschäftsbanken die Möglichkeit, innerhalb festgelegter Grenzen Kredite (Spitzenrefinanzierungsfazilität) in Anspruch zu nehmen oder unbegrenzt Guthaben anzulegen (Einlagefazilität). Die Zinssätze dieser beiden Fazilitäten bilden im Allgemeinen Ober- und Untergrenze des Tagesgeldsatzes (EONIA) im Euro-Raum. In Deutschland entsprach dem Zinssatz der Spitzenrefinanzierungsfazilität vor der Einführung des Euro der Lombardsatz, dem Zinssatz der Einlagefazilität der Diskontsatz. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität ist in der Regel deutlich höher als der entsprechende Marktzins und der Zinssatz der Einlagefazilität ist in der Regel deutlich niedriger als der entsprechende Marktzins. Deshalb nutzen die Kreditinstitute die Fazilitäten meist nur, wenn sie keine andere Alternative haben.
Bei Optionsgeschäften gibt es neben dem Käufer einer Option den sogenannten Stillhalter, den Verkäufer der Option. Der Käufer erwirbt dabei das Recht, vom Stillhalter innerhalb einer vereinbarten Frist die Lieferung einer bestimmten Leistung (bei der Kaufoption oder ihre Abnahme (bei der Verkaufsoption) zu einem bei Vertragsabschluss festgelegten Preis verlangen zu können. Für dieses Recht erhält der Stillhalter vom Käufer der Option eine sogenannte Prämie, den Optionspreis.
Das Stimmrecht steht jedem Inhaber einer Stammaktie auf der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft zu. Das Stimmrecht wird nach Aktiennennbeträgen ausgeübt. Normalerweise gewährt jede Stammaktie dem Aktionär eine Stimme. Das Stimmrecht kann auch durch einen Bevollmächtigten ausgeübt werden: Vollmachtstimmrecht.
Die Stop-Loss-Order stellt eine Strategie zur Vermeidung von umfangreichen Verlusten im Wertpapierhandel dar. Mit einem Stop-Loss-Limit wird ein Verkaufsauftrag erst beim Unterschreiten eines vorher definierten Kurses automatisch ausgeführt. Der Anleger muss den Kurs der Aktie nicht ständig verfolgen und erreicht auch bei unerwarteten Marktbewegungen einen Ausstieg mit begrenztem Verlust.
Kauf- oder Verkaufsauftrag für die gleiche Anzahl von Puts und Calls des gleichen Basiswertes mit den gleichen Ausübungspreisen und den gleichen Verfalldaten.
Kauf- oder Verkaufsauftrag für die gleiche Anzahl von Puts und Calls des gleichen Basiswertes mit den gleichen Verfalldaten, jedoch verschiedenen Ausübungspreisen.
Frei handelbare Aktien eines Unternehmens, die im Besitz vieler Aktionäre sind. Zum Streubesitz zählen alle Aktien, die nicht von Großaktionären gehalten werden, also vom breiten Publikum erworben und gehandelt werden können. Je höher der Streubesitzanteil ist, desto höher ist in der Regel die Handelbarkeit einer Aktie. Die Werte in den Aktienindizes der Deutschen Börse werden nach Börsenumsatz und Marktkapitalisierung auf Basis des Streubesitzes gewichtet.
Eine Stückaktie ist eine unechte nennwertlose Aktie. Sie repräsentiert einen bestimmten Anteil des in der Satzung festgelegten Grundkapitals. Im Gegensatz zur Nennwertaktie wird der Anteil jedoch nicht in einem Geldbetrag ausgedrückt; die Aktienurkunden lauten vielmehr auf eine bestimmte Stückzahl von Aktien, zum Beispiel 10 oder 1000 Stück Aktien. Die Beteiligungsquote des einzelnen Aktionärs und damit der Umfang seiner Rechte ergibt sich aus dem Verhältnis der von ihm gehaltenen Aktienstückzahl zu der insgesamt ausgegebenen Aktienstückzahl. Der auf die einzelne Aktie anfallende anteilige Betrag des Grundkapitals muss mindestens EUR 1 betragen. Eine Kapitalmaßnahme, die zu einer Veränderung des Anteils führt, bewirkt lediglich eine Änderung in der Satzung und macht keine Anpassung der Aktienurkunde erforderlich.
Für Schuldverschreibungen seit dem letzten Zinstermin aufgelaufene Zinsansprüche, die der Käufer eines festverzinslichen Wertpapiers dem Verkäufer bezahlen muss.
Swaps sind vertragliche Vereinbarungen, in der Zukunft Zahlungsströme (Cash Flows) auszutauschen. Beim reinen Zinsswap tauschen zwei Schuldner unterschiedlicher Bonität Zinszahlungsverpflichtungen. Diese Verpflichtungen lauten auf dieselbe Währung. Wesentlich ist hierbei, dass die auf den gleichen Ausgangsbetrag zu leistenden Zinsen unterschiedlichen Zinsberechnungen (fest vs. variabel) unterliegen. Außerdem dürfen durch den Swap keine gegenseitigen Kapitalforderungen entstehen. Der Sinn eines Swapgeschäfts liegt darin, einen Bonitätsvorteil gegen entsprechende Honorierung abzugeben. Die eine Seite erhält für die Weitergabe ihrer Bonität einen Gegenwert, die andere Seite profitiert von geringeren Zinszahlungen. Ähnliches gilt bei Währungsswaps. Hier lauten die zu tauschenden Verbindlichkeiten auf verschiedene Währungen.
Option auf einen Swap. Vereinbarung, die dem Käufer der Option das Recht gibt, gegen Zahlung einer Optionsprämie zu einem festgelegten Zeitpunkt in einen hinsichtlich Laufzeit und Zinshöhe fixierten Swap einzutreten.
Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication mit Sitz in La Hulpe, Belgien. Wie aus dem Namen hervorgeht handelt es sich dabei um eine 1973 gegründete, internationale Genossenschaft von Geldinstituten, die ein Telekommunikationsnetz (SWIFT-Netz) für den Nachrichtenaustausch zwischen diesen Banken, Brokerhäusern, Börsen und anderen Finanzinstituten unterhält. In diesen Nachrichten teilt dann eine Bank einer anderen Bank zum Beispiel mit, dass für deren Kunde ein Überweisungsauftrag vorliegt, dessen Gegenwert sich die Empfängerbank bitte zu folgendem Termin von dem genannten Verrechnungskonto holen möge und an den Zahlungsempfänger weitergeben soll. Swift wickelt auf diese Weise den Finanzverkehr von etwa 7800 Geldinstituten in mehr als 200 Ländern ab und erreicht ein Volumen von sechs Billionen Dollar (4,8 Billionen Euro) täglich.

SZR

Siehe Sonderziehungsrechte.
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