Die Random-Walk-Hypothese beruht auf der Theorie des effizienten Markts als Erklärungsmodell zur Kursentwicklung von Wertpapieren. Die Hypothese besagt, vereinfacht ausgedrückt, dass aus der Beobachtung und Interpretation von Kursverläufen der Vergangenheit keinerlei Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung gezogen werden können.
Die im Grundbuch eingetragenen Rechte unterliegen einer bestimmten Rangordnung. Sind in einer Abteilung mehrere Rechte eingetragen, so wird der Rang nach der Reihenfolge der Eintragung bestimmt. Falls mehrere Rechte in unterschiedlichen Abteilungen eingetragen sind, gilt die Reihenfolge des Eintragungsdatums. Bei mehreren Rechten in unterschiedlichen Abteilungen unter dem gleichen Datum haben diese Rechte den gleichen Rang. Allerdings kann man eine Rangänderung vertraglich vereinbaren. Darüber hinaus kann eine bestimmte Rangstelle durch einen Rangvorbehalt freigehalten werden.
Abkürzung für Risk Adjusted Return On Capital. Verhältniskennzahl zur Messung des Risiko-/Rendite-Verhältnisses eines Bankgeschäfts. Dabei wird das risikobereinigte Ergebnis, also Nettoertrag abzüglich Standardrisikokosten, ins Verhältnis zum notwendigen bzw. allokierten Risikokapital gesetzt. Das notwendige Risikokapital ergibt sich individuell aus den mit dem jeweiligen Geschäft verbundenen Kredit-, Markt- und operativen Risiken. Mit dem RAROC-Konzept lässt sich die Attraktivität verschiedenster Aktivitäten einer Bank vergleichen.
Standardisierte Beurteilung der Bonität von Staaten, Unternehmen und deren Anleihen durch spezialisierte Agenturen wie Standard & Poor’s, Moody's oder Fitch. In der Regel gilt, dass ein Schuldner mit besserem Rating sich zu günstigeren Konditionen (niedrigeren Zinsen) Kapital verschaffen kann. Dagegen müssen Schuldner mit einem schlechten Rating aufgrund der dadurch zum Ausdruck kommenden höheren Ausfallwahrscheinlichkeit (Bonitätsrisiko) einen höheren Zinssatz zahlen.
Ein Realkredit dient dem privaten Wohnungsbau, wird als langfristiges Darlehen zur Verfügung gestellt und ist durch Eintragung einer Grundschuld oder Hypothek im Rahmen der Beleihungsgrenze gesichert.
Bis zur Einführung des Euro wurden in Deutschland börsentäglich mittags im amtlichen Fixing auf Marktkursen basierende Devisenkurse der DM gegenüber 17 Währungen festgelegt. Seit 1999 veröffentlicht die EZB börsentäglich Euro-Referenzkurse gegenüber 28 Währungen, die in einem Konzertierungsverfahren mit Zentralbanken inner- und außerhalb des Euro-Systems als Durchschnitt aus An- und Verkaufskursen errechnet werden. Diese spiegeln nicht unbedingt tatsächliche Transaktionskurse wieder und dienen lediglich als Richtwert. Der Sinn dieser Referenzkurse liegt in deren Verwendung als Kurse mit "amtlichem Charakter", z.B. für Jahresabschlüsse oder statistische Zwecke. Außerdem quotieren börsentäglich um 13.00 Uhr die Institute der Sparkassenorganisation zusammen mit dem genossenschaftlichen Bankensektor und einigen Geschäftsbanken nichtamtliche Fixingkurse aus deren Interbankenhandel. Reuters veröffentlicht daraufhin durchschnittliche An- und Verkaufskurse (EuroFX System). Auch bei diesen Kursen handelt es sich nicht notwendigerweise um reale Transaktionskurse. Die Großbanken gehen einen anderen Weg und stellen auf ihren Internetseiten institutsinterne Fixingkurse (13.00 Uhr) oder laufend aktualisierte Kurse aus dem Interbankenhandel zur Verfügung. Diese können sich von Bank zu Bank unterscheiden, resultieren jedoch aus tatsächlichen Marktpreisen.
Kreditinstitute, die zwar alle Bankgeschäfte betreiben (können), deren Filialnetz jedoch räumlich auf bestimmte Regionen begrenzt ist. Die Bankenstatistik der Deutschen Bundesbank zählt die Regionalbanken zur Gruppe der Kreditbanken.
Bezeichnung für die neben der wichtigsten Börse eines Landes bestehenden Börsenplätze. In Deutschland existieren Regionalbörsen in Berlin-Bremen, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart.
Auch Traveller Cheques genannt. Reisezahlungsmittel, das die missbräuchliche Nutzung von Fremdwährungszahlungsmitteln erschweren bzw. verhindern soll. Reiseschecks lauten auf bestimmte Beträge in Euro, USD oder Fremdwährung und werden von einzelnen Banken ausgegeben. Reiseschecks werden beim Kauf vom Erwerber unterschrieben. Sie können dann im In- und Ausland bei bestimmten Kreditinstituten gegen Bargeld eingelöst oder unmittelbar als Zahlungsmittel beim Einkauf, sofern akzeptiert, genutzt werden. Bei Einlösung sind die Reiseschecks zum zweiten Mal zu unterschreiben. Kommen dem Erwerber Reiseschecks vor ihrer Einlösung abhanden, erhält er gegen Vorlage des Kaufbeleges Ersatz, sofern die in den Verkaufsbedingungen genannten Voraussetzungen für die Erstattung erfüllt sind. Reiseschecks nehmen aber aufgrund der weltweiten Akzeptanz von Debit-/Kreditkarten und der flächendeckenden Verfügbarkeit von Geldautomaten immer mehr an Bedeutung ab. Daher ist die Anzahl an Verkaufsstellen und Akzeptanzstellen zur Bareinlösung von Reiseschecks immer mehr rückläufig.
Kürzel für Real Estate Investment Trusts. REITs sind Aktiengesellschaften mit dem primären Geschäftszweck des Erwerbs, der Veräußerung, der Vermietung und Verpachtung von Immobilien. Sie unterliegen hohen Ausschüttungsquoten (mindestens 80%) an ihre Aktionäre. In den USA sind REITs das präferierte Anlagevehikel für Immobilien. Auch in Europa sind REITs auf dem Vormarsch.
Wertpapier, welches auf den Namen einer bestimmten Person lautet. Der im Rektapapier verbriefte Anspruch kann nur von dieser Person oder seinem Rechtsnachfolger geltend gemacht werden. Eine Übertragung dieses Papiers erfolgt nach schuldrechtlichen Grundsätzen (§§ 398 ff. BGB) und ist durch Einigung, Abtretung und Übergabe der Urkunde möglich. Eigentum an der Urkunde steht lediglich dem jeweiligen Inhaber des Rechts zu.
Indikator, der das Kursverhalten einer einzelnen Aktie gegenüber dem Gesamtmarkt misst. Er soll Aufschluss geben, ob sich die Aktie im Vergleich zum Aktienindex besser oder schlechter entwickelt.
Dieser Kredit ist ein Instrument der Außenhandelsfinanzierung und wird vor allem auf Akkreditiv-Basis gewährt. Dabei übernimmt die Bank des Importeurs die Haftung für die Akzeptleistung und Einlösung der vom Exporteur auf sein Kreditinstitut gezogenen Tratte, sofern alle Bedingungen aus dem Akkreditiv erfüllt sind.
Auch Effektivverzinsung genannt. Ist eine Messziffer für die Rentabilität einer Kapitalanlage und dient damit dem Vergleich unterschiedlicher Kapitalanlageformen. Dazu wird sie in der Regel in Prozent pro Jahr angegeben und bezeichnet die tatsächliche jährliche Verzinsung des eingesetzten Kapitals. Dabei werden die Einnahmen aus der Kapitalanlage (z.B. Zinsen, Dividenden, realisierte Kursgewinne) und etwaige Kursveränderungen des Wertpapiers ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital gesetzt.
Die Rendite (Effektivverzinsung) von Anleihen errechnet sich aus folgender Formel:
[Nominalzinssatz x 100] : Anschaffungskurs + [Rückzahlungskurs - Anschaffungskurs] : Restlaufzeit
Besondere Art einer Grundschuld, bei der kein Kapital, sondern eine Rente als wiederkehrende Zahlung aus dem Grundstück zu leisten ist. Kann abgelöst werden, wobei die Höhe des Ablösebetrages bei Bestellung der Rentenschuld bestimmt und im Grundbuch eingetragen werden muss.
Entspricht dem Ausdruck Rationierung. Tritt nur dann ein, wenn sich mehr Käufer für ein Wertpapier finden, als die Emission vorgesehen hat. Die Stücke werden dann repartiert, das heißt zugeteilt; siehe auch Überzeichnung. Am Aktienmarkt kann es ebenfalls zur Repartierung bzw. Rationierung kommen, nämlich dann, wenn der angebotenen oder nachgefragten Aktie eine hohe Käufer- bzw. Verkäuferzahl gegenübersteht. Die Kursnotiz wird dann mit einem Zusatz versehen. ratG bedeutet: Die zum Kurs und darüber limitierten sowie die unlimitierten Kaufaufträge konnten nur beschränkt ausgeführt werden. ratB bedeutet: Die zum Kurs und niedriger limitierten sowie die unlimitierten Verkausaufträge konnten nur beschränkt ausgeführt werden.
Vereinbarung über den Kauf und Rückkauf eines - in der Regel festverzinslichen - Wertpapiers. Der Käufer des Wertpapiers (Pensionsnehmer) stellt dem Verkäufer (Pensionsgeber) Liquidität für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung. Für die erhaltene Liquidität zahlt der Verkäufer des Wertpapiers einen Zinssatz, den Reposatz (engl. repo rate). Rückkaufvereinbarungen sind Bestandteil des Geldmarkts und dienen institutionellen Anlegern, vorrangig Banken, zur Beschaffung von Geld im Interbankenhandel sowie bei Zentralbanken im Rahmen von Offenmarktgeschäften.
Kennziffer zur Ertragslage eines Unternehmens, die den Gewinn eines Unternehmens in einem Geschäftsjahr im Verhältnis zum eingesetzten Eigenkapital darstellt.
Index, der die tägliche Tendenz am Markt für deutsche Staatsanleihen wiedergibt. Er wird von der Deutschen Börse anhand von 30 idealtypischen Anleihen, Obligationen und Schatzanweisungen mit fester Verzinsung einmal täglich auf Basis der Kassakurse an der Frankfurter Wertpapierbörse berechnet. Dagegen erfasst der REXP® als Performanceindex Kursänderungen und Zinserträge und misst damit den Anlageerfolg. Er entspricht somit den international üblichen "total return-indices".
Die Rezession bezeichnet eine Konjunkturphase, die durch ein abgeschwächtes, stagnierendes oder leicht negatives Wirtschaftswachstum gekennzeichnet ist. Sie ist eine mildere Form der Konjunktur-Abkühlung als die Depression.
Abteilung in Kreditinstituten und Unternehmen, die mit der Überwachung der festgelegten Risikopolitik sowie der entsprechenden Berichterstattung befasst ist.
Planvoller Umgang mit Risiken. Dabei kann es sich um allgemeine unternehmerische Risiken handeln oder um spezielle finanzielle Risiken. Bei Banken lassen sich operationelle Risiken (z.B. durch Ausfälle in der IT), Adressenrisiken (d.h. den Ausfall von Kreditnehmern), Kontrahentenrisiken (d.h. den Ausfall von Wertpapier-Handelspartnern), Liquiditätsrisiken (fällige Gelder können nicht aus den flüssigen Mitteln bedient werden) und Marktrisiken unterscheiden. Zu Marktrisiken gehören Währungsrisiken, Kursrisiken und Zinsrisiken.
Das Risk-Based-Margining umfasst das gesamte Verfahren der Bemessung, Berechnung und Abwicklung von Sicherheits-/Marginleistungen, die für alle offenen Options- und Futures-Positionen eines Börsenteilnehmers bei der Eurex Deutschland zu hinterlegen sind, um die aus Börsengeschäften möglicherweise entstehenden Risiken abzudecken. Die Sicherheitsleistungen sollen gewährleisten, dass alle offenen Positionen eines Börsenteilnehmers innerhalb kurzer Zeit glattgestellt werden können. Die Höhe der täglich zu hinterlegenden Sicherheitsleistungen bemisst sich nach dem Gesamtrisiko des abzurechnenden Kontos.
Roll-over-Kredite sind mittel- bis längerfristige Kredite, deren Zinssatz kurzfristig - meist im Sechsmonatsrhythmus - der Marktentwicklung angepasst wird. Diese Finanzierungsform ist vor allem am Euromarkt üblich. Kreditnehmer sind Großunternehmen und Staaten. Sofern es sich um größere Kredite handelt, werden sie von mehreren Banken gemeinsam (Konsortium/Syndikat) begeben. Zur Refinanzierung werden meist sechsmonatige Einlagen an den internationalen Geldmärkten aufgenommen. Entsprechend setzt die kreditgebende Bank den Zinssatz in regelmäßigen Abständen neu fest; als Basis gilt meist der jeweils in London oder Frankfurt geltende Geldmarktsatz. Hinzu kommt ein fester Zuschlag, der sich u. a. nach der Bonität des Kreditnehmers richtet.
Kauf von Unternehmensanteilen an einer Börse durch die Aktiengesellschaft selbst. In Deutschland können Unternehmen bis zu 10 Prozent ihrer eigenen Aktien über die Börse zurückkaufen. Die Aktionäre der Aktiengesellschaft müssen dem Rückkauf auf einer Hauptversammlung zustimmen. Unternehmen kaufen eigene Aktien zurück, wenn sie überflüssiges Kapital anlegen oder eine feindliche Übernahme erschweren wollen. Durch den Rückkauf steigt zumeist der Aktienkurs, da sich wegen der geringeren Stückzahl der Gewinn pro Aktie erhöht. Aktienrückkäufe senden grundsätzlich ein positives Signal an den Kapitalmarkt.
Rücklagen sind Eigenkapital, werden aber getrennt von dem Grundkapital der Aktiengesellschaft ausgewiesen. Sie dienen der Selbstfinanzierung des Unternehmens und der Stärkung der Eigenkapitalbasis. Konkrete Zwecke sind beispielsweise die Deckung von Verlusten oder künftige Investitionen. Das Aktiengesetz verlangt, dass jährlich 5 Prozent des Reingewinns (Jahresüberschuss) der gesetzlichen Rücklage solange zugeführt werden, bis die gesetzliche Rücklage und die Kapitalrücklage zusammen 10 Prozent des Grundkapitals ausmachen. Offene Rücklagen werden in der Bilanz unter der Position "Eigenkapital" ausgewiesen. Gewinnrücklagen sind dabei nicht ausgeschütteter (thesaurierter) Gewinn, während Kapitalrücklagen dann entstehen, wenn Aktien über ihrem Nennwert ausgegeben werden. Stille Rücklagen (stille Reserven) werden nicht ausgewiesen, sind aber materiell vorhanden.
Preis, zu dem Investmentanteile von den Investmentfondsgesellschaften zurückgenommen werden. Der Rücknahmepreis ergibt sich aus dem Gesamtwert (Inventarwert) des Fondsvermögens dividiert durch die Anzahl der umlaufenden Fondsanteile. Die Differenz zwischen Rücknahmepreis und Ausgabepreis ist der Ausgabeaufschlag.
Rückstellungen werden für Verpflichtungen des Unternehmens gebildet, die dem Grund und/oder ihrer Höhe nach ungewiss sind, die aber der jetzigen Periode zugerechnet werden sollen. Hierbei kann es sich prinzipiell um alle Arten von Verpflichtungen handeln.