Born to Be - Bildungsgerechtigkeit fördern

Chancengleichheit fördern

Traditionen haben im Nahen Osten sowie in Süd- und Zentralasien in vielen Lebensbereichen großen Einfluss. Das traditionelle Verständnis der Geschlechterrollen ist in weiten Teilen dieser Regionen noch tief verwurzelt. Obwohl laut einer Analyse der Weltbank die Bildung für Mädchen die Lebensbedingungen verbessert, die Stabilität erhöht und extremistische Tendenzen mindert, wird vielen häufig immer noch die Chance vorenthalten, wie Jungen in die Schule zu gehen und einen Karriereweg zu beschreiten.

Es vollzieht sich jedoch ein Einstellungswandel. Bemühungen um Chancengleichheit und Gleichstellung führen zu greifbaren Erfolgen, wenngleich Mädchen auf manchen Gebieten immer noch benachteiligt werden. Andere Traditionen tragen wiederum dazu bei, dass die Barrieren, die dem Fortschritt im Wege stehen, überwunden werden.

Musik ist in vielen dieser Kulturen tief verankert. Als gemeinsame Sprache kann die Musik Menschen zusammenführen und deren Selbstbild und Wahrnehmung der Welt um sie herum verändern. Insbesondere für junge Menschen eröffnet Musik Chancen für ein besseres Leben.

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Negin, Musikerin des Afghanistan National Institute of Music

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Negin

Neue Maßstäbe setzen

Im Rahmen ihres Sponsoring für das Chormusikfestival ChoirFest in Dubai setzt die Deutsche Bank ihre langjährige Verbundenheit mit der Musik in erster Linie durch die seit über 25 Jahren bestehende Partnerschaft mit den Berliner Philharmonikern in Deutschland fort. ChoirFest ist eines von zahlreichen Musikprojekten, welche die Bank durch das Bildungsprogramm Born to Be unterstützt und neue Maßstäbe setzen sollen.

Im Laufe des fünftägigen Festivals treten Chöre aus Ländern, wie Afghanistan, Ägypten, Iran, Irak und Palästina, öffentlich auf und nehmen an Bildungsaktivitäten teil. ChoirFest bietet den teilnehmenden Jugendlichen eine unvergleichbare Atmosphäre: international, vielfältig und voller neuer Eindrücke und Klänge.

Für die Sänger und Musiker des Afghanistan National Institute of Music war das ChoirFest 2015 ein unvergessliches Erlebnis. Das Institut bildet die talentiertesten jungen Musiker des Landes aus und konzentriert sich dabei auf die am stärksten benachteiligten. Hierzu gehören Waisen, Straßenkinder und – in der sehr konservativen Gesellschaft Afghanistans am heftigsten diskutiert – Mädchen. Das Institut ist eine der wenigen Schulen im Land, an der Jungen und Mädchen gemeinsam ausgebildet werden.

Auf der Suche nach Harmonie

Feiruza, 16, und Negin, 18, waren unter den Studierenden, die nach Dubai reisten. Beide haben ihre weit entlegenen afghanischen Provinzen verlassen, um am National Institute of Music zu studieren und dort zu wohnen. Mit ihrer Teilnahme am ChoirFest haben sie ihren Horizont noch einmal erweitert. „Wir hatten von Dubai gehört, aber selbst dabei zu sein, war faszinierend“, kommentiert Negin.

Aufgabe des Instituts ist es, die Musik Afghanistans zu erhalten, zu fördern und weiterzugeben. Es wurde 2006 gegründet, um das musikalische Erbe zu erneuern, das die Taliban zum Schweigen gebracht hatte. Diese hatten es Mädchen zudem verboten, eine Schule zu besuchen. ChoirFest bot den Chormitgliedern die seltene Gelegenheit, gemeinsam öffentlich aufzutreten – und zu erleben, dass andere junge Männer und Frauen das Gleiche tun: „Es war das erste Mal, dass ich andere junge Menschen singen hörte“, sagt Negin.

Chorgesang ist erst kürzlich in den Lehrplan des Instituts aufgenommen worden. Der Chor war daher begeistert, als er beim ChoirFest mit einem Preis ausgezeichnet wurde. „Gemeinsam in Harmonie zu singen ist für uns neu. Wir haben uns sehr gefreut, teilzunehmen, aber nicht damit gerechnet, einen Preis zu gewinnen. Einige Chormitglieder haben geweint, als sie die Sieger bekanntgaben“, erinnert sie sich.

Durch gemeinsame Aktivitäten mit anderen Chören wurden die Studierenden mit Einstellungen konfrontiert, die im Vergleich zu denen zu Hause sehr unterschiedlich waren. „Alle waren sehr freundlich. In Afghanistan sind die Menschen nur zu den Leuten freundlich, die sie kennen. Wir sprechen nicht mit Fremden“, erläutert Feiruza. Die Mädchen machten beim internationalen „Superchor“ mit und sangen gemeinsam mit anderen Chormitgliedern ein traditionelles Lied aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Mit dieser Darbietung wird der Geist der Zusammenarbeit und der Freundschaft gefeiert, der das ChoirFest-Projekt beseelt. Dies brachte weitere Einsichten: „Ich habe gelernt, in einer Gruppe zu arbeiten und unvoreingenommen sowie flexibel zu sein“, sagt Negin.

Eine neue Melodie

Für Feiruza und Negin hat das ChoirFest den Wunsch ausgelöst, die Erfahrung, als gleichberechtigt anerkannt zu sein, im Alltag umzusetzen. Mit Blick auf ihre Zukunft hat sich Negin das Ziel gesetzt, eine renommierte Orchester-Dirigentin zu werden. Feiruza hofft, gleichzeitig als Musikerin und Anwältin arbeiten zu können. Die beiden jungen Frauen wollen nach ihrem Abschluss am Institut ihre Ausbildung im Ausland fortsetzen.

Berufe wie diese zu ergreifen, ist derzeit für einen Großteil der weiblichen Population in Afghanistan unvorstellbar. Mit ihrer erweiterten Vorstellung davon, was eine Frau in der Gesellschaft sein und tun kann, stehen Mädchen wie Feiruza und Negin für den Wandel, der augenblicklich in der Region stattfindet. Projekte wie ChoirFest unterstützen dabei, eine neue Generation darin zu stärken, ihre Ziele zu verfolgen und sich eine andere Zukunft für sich selbst und ihr Land vorzustellen.

Das Leben eines Mädchen

Projektpartner

ChoirFest

Über dieses Projekt

Ziel des ChoirFest ist es, Gemeinschaften und Kulturen aus allen Ländern des Nahen Ostens sowie Süd- und Zentralasiens durch die Musik zusammenzuführen.

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Wesentlicher Erfolg

100

Jedes Jahr nehmen über 1.000 Jugendliche am ChoirFest teil.

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