Born to Be - Bildungsgerechtigkeit fördern

Eine ganze Generation steht vor enormen Herausforderungen

Nach der Finanzkrise sind in vielen Ländern die Arbeitslosenzahlen gestiegen, doch Spanien traf es besonders hart: Während weltweit rund 6% der Menschen erwerbslos sind, liegt die Quote in Spanien bei knapp 24%.

Besorgniserregend ist vor allem die hohe Jugendarbeitslosigkeit – mehr als 50% aller Spanier unter 25 haben derzeit keinen Job. Sollte dieser Trend anhalten, besteht die Gefahr, dass aus ihnen eine Generation von Langzeitarbeitslosen wird.

Innerhalb dieser Gruppe sind mehr Frauen als Männer ohne Arbeit, was darauf schließen lässt, dass es für sie größere Hindernisse gibt. Die am stärksten betroffenen Wirtschaftszweige sind Landwirtschaft, Architektur, Bauwesen und Journalismus.

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Gloria Fernández, Deutsche Bank Volunteer

70

Fast drei Viertel der 16- bis 19-Jährigen in Spanien sind arbeitslos. (Fundación Exit, 2014)

Erfolgschancen verbessern

Wer geeignete Qualifikationen und Kompetenzen vorweisen kann, hat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch ein persönliches Profil, das die eigenen Stärken betont und sich von der Masse der Bewerber abhebt, ist dabei wichtig. Deshalb hat die gemeinnützige Organisation Fundación Exit zusammen mit der Deutschen Bank das Projekt Yob ins Leben gerufen, das jungen Menschen praktische Unterstützung bei der Arbeitssuche bietet.

Mitarbeiter der Deutschen Bank engagieren sich in dem Projekt, fungieren als Trainer in Kursen und erklären, was Arbeitgeber erwarten. Die jungen Teilnehmer, die bei ihrer Jobsuche häufig Rückschläge wegstecken mussten, gewinnen dadurch neues Selbstvertrauen und erlernen wichtige Fähigkeiten.

Yob hat vier Module: Zunächst stellen die einzelnen Teilnehmer den Mitarbeitern der Deutschen Bank in dreiminütigen „Speed Interviews“ ihr berufliches Profil vor und bekommen ein erstes Feedback. Darauf folgen individuelle Schulungen zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit.

Im dritten Teil geht es um die Entwicklung eines persönlichen Profils. Am Ende des Kurses stellen sich die Programmteilnehmer bei potenziellen Arbeitgebern vor und können ein Jobangebot erhalten.

Interview mit Mario, Proyecto Yob-Teilnehmer

Mario, 20, aus Barcelona war arbeitslos, als seine Mutter ihm eine Teilnahme am Projekt Yob vorschlug. Diese Erfahrung hat Mario neues Vertrauen in seine Stärken gegeben. Er ist jetzt selbstbewusster bei Vorstellungsgesprächen und nutzt sein persönliches Profil, um sich von anderen Bewerbern abzuheben.

Was hat Dir Yob gebracht?

Es war eine rundum positive Erfahrung. Ich habe viel über mich selbst gelernt, neue Fähigkeiten erworben und bin besser für die Jobsuche gewappnet.

Was hast Du im Kurs gelernt?

Bislang hatte ich meinen Lebenslauf auf Jobportalen hochgeladen und darauf gehofft, dass mich eine Firma kontaktiert. Das Projekt Yob hat mir gezeigt, wie ich gezielter suche und was ich über die Unternehmen wissen muss, um meinen Lebenslauf den jeweiligen Anforderungen anzupassen. Ich habe gelernt, Stellenangebote nach den besten Erfolgsaussichten auszuwählen. Für mich liegen sie beim Kundendienst im Einzelhandel, wo ich bereits Berufserfahrung habe. Auch hatte ich zum Beispiel keine Ahnung, wie man sich auf ein Vorstellungsgespräch vorbereitet. Wir haben verschiedene Arten von Gesprächen durchgespielt. Dadurch fühle ich mich jetzt sicherer. Ich weiß, wann ich reden muss und was ich sagen soll.

Was war das Wichtigste, das du gelernt hast?

Man weiß manchmal gar nicht, was man alles kann. Die Gespräche haben mir gezeigt, was ich einem Arbeitgeber zu bieten habe und wie ich mich mit einem klaren Profil von anderen Bewerbern abheben kann. Mein persönliches Profil zeichnet sich dadurch aus, dass ich mich schnell an ein neues Umfeld und neue Herausforderungen anpassen kann. Ich lerne schnell und arbeite gut im Team.

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Mario, Proyecto Yob-Teilnehmer

Wie hast du den Arbeitsmarkt vor dem Projekt wahrgenommen? Und wie danach?

Vorher war ich sehr pessimistisch. Ich habe Nachrichten geschaut oder Zeitung gelesen und sah immer nur das Negative. Ich war davon überzeugt, dass junge Leute keine Chance haben. Nach dem Kurs bin ich mir zwar weiterhin bewusst, dass es nicht einfach sein wird, einen Job zu finden, aber ich habe eine positivere Einstellung. Ich bin davon überzeugt, dass man es schaffen kann, wenn man motiviert ist und das richtige Handwerkszeug hat.

Welche Hindernisse gibt es für junge Menschen bei der Arbeitssuche?

Ich glaube, das größte Problem ist mangelnde Erfahrung. Wenn ein Job Berufserfahrung voraussetzt, man aber nie gearbeitet hat, ist das ein Teufelskreis. Man kann gute Qualifikationen und eine positive Einstellung haben – aber wenn niemand einem die erste Chance gibt, kommt man nicht weiter.

Ist Bildung für dich nach dem Kurs wichtiger geworden?

Ganz bestimmt! Je mehr Bildung man hat, desto mehr Chancen hat man im Leben. Ich werde mich jetzt erstmal auf die Jobsuche konzentrieren. Aber ich möchte mich in Zukunft weiterbilden. Wenn ich das Gymnasium abschließe, kann ich an die Uni gehen. Ich würde gerne Psychologie studieren.

Würdest du Freunden Yob weiterempfehlen?

Auf jeden Fall. Jeder, der beim Kurs mitmacht, nimmt etwas Positives daraus mit. Ich möchte mich bei der Fundación Exit bedanken: Die Leute leisten tolle Arbeit.

Zukunft: in Arbeit

Nach dem Projekt fand Mario eine befristete Anstellung in einem Kaufhaus. Zurzeit arbeitet er daran, seine Englischkenntnisse zu verbessern und seine Qualifikationen zu erweitern, um eine Vollzeitstelle zu bekommen.

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Projektpartner

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Über dieses Projekt

Fundación Exit unterstützt Schul- und Stu­dien­ab­brecher, die von sozialer Aus­gren­zung bedroht sind, mit Hilfe in­no­va­ti­ver Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te bei der Ar­beits­platz­suche.

 

Fundación Exit

Wichtigster Erfolg

45%

der Teilnehmer haben eine Anstellung gefunden. 

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