Unsere Position: die wichtigsten Fragen und Antworten

Discussion

1. Warum bietet die Deutsche Bank ihren Kunden weiterhin Agrarfinanzprodukte an?

Der Agrarsektor ist ein elementarer Bestandteil der Weltwirtschaft. Allein in den Entwicklungsländern müssen jährlich über USD 80 Mrd. investiert werden, um die Produktivität so zu erhöhen, dass die steigende Nachfrage nach Nahrung in den kommenden Jahrzehnten gedeckt werden kann.

2. Wie ist das Geschäft der Deutschen Bank im Agrarsektor aufgestellt?

Wir unterstützen diesen Investitionsbedarf. Wir bieten Kreditfinanzierungen für landwirtschaftliche Betriebe, Handelsunternehmen und Nahrungsmittelproduzenten an. Unseren Kunden stellen wir verschiedene Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung, die die gesamte Wertschöpfungskette des Agrarbereiches abdecken, einschließlich Innovation und Technologie. Produkte für Absicherungsgeschäfte bieten wir nicht mehr an, da wir – wie bereits im Dezember 2013 angekündigt – unser Rohstoffgeschäft restrukturieren. Unseren Kunden bieten wir auch künftig Anlagemöglichkeiten in Rohstoff-Indexprodukte an. Diese Indexprodukte werden seit geraumer Zeit kontrovers diskutiert, denn einige Beobachter sehen in Agrarfinanzprodukten den Auslöser für Preissteigerungen sowie erhöhte Preisschwankungen im Rohstoffbereich und machen diese Produkte letzten Endes für den Hunger in den ärmsten Ländern der Welt verantwortlich.

3. Sind Finanzinvestoren verantwortlich für hohe Lebensmittelpreise, die eine Ursache für den Hunger vieler Menschen sind?

Während der letzten zwei Jahre haben wir uns intensiv mit Nichtregierungsorganisationen, Kunden und Vertretern der wissenschaftlichen Forschung ausgetauscht, auf bilateraler Ebene genauso wie im Rahmen öffentlicher Veranstaltungen. Im April 2014 lud einer unserer beiden Co-Vorstandsvorsitzenden die wichtigsten Stakeholder zu einer privaten Diskussionsrunde ein. Unter den Teilnehmern waren auch die stärksten Kritiker unserer Positionen.

Diese Diskussionsrunde bestätigte erneut, dass steigende Nahrungsmittelpreise vor allem aus der kontinuierlich wachsenden Nachfrage nach Grundnahrungsmitteln resultieren, der kein ausreichender Anstieg des Angebots gegenübersteht, da die Produktion durch Wasserknappheit, Klimawandel, mangelnde Infrastruktur und den Verlust von Ernteerträgen begrenzt ist. Dürren und politische Einflussnahmen wie Exportverbote haben sich in den letzten Jahren als die wesentlichen Treiber für kurzzeitige Preisspitzen erwiesen. Die Diskussion zeigte auch, dass innerhalb der wissenschaftlichen Forschung noch keine Einigkeit darüber besteht, ob die Zunahme von Finanzinvestitionen im Agrarbereich zu höheren oder zu stärker schwankenden Rohstoffpreisen geführt hat. Während einige Studien zumindest einen zeitweisen Einfluss auf bestimmte Rohstoffe in bestimmten Zeiträumen hindeuten, kann ein derartiger Einfluss mit der gleichen Methodik bei anderen Rohstoffen oder Zeiträumen nicht bestätigt werden. Darüber hinaus sieht eine Vielzahl von Fachveröffentlichungen keinerlei belegbaren Zusammenhang zwischen Indexprodukten und Preisveränderungen bei Rohstoffen.

Daher bleibt die Deutsche Bank bei ihrer Einschätzung, dass es keine empirischen Belege dafür gibt, dass ihre Produkte sich destabilisierend auf Rohstoffpreise auswirken und dadurch dafür verantwortlich sind, dass weltweit mehr Menschen hungern müssen.

4. Aber ist es nicht wahr, dass Spekulationen mit Rohstoffen den Preis auf lokalen Märkten in die Höhe treiben?

Es gibt viele verschiedene Indexprodukte, und wir sind überzeugt, dass die meisten eine relativ einfache Anlagemöglichkeit in den Agrarsektor darstellen und keinen Einfluss auf die Preisinflation bei Nahrungsmitteln haben. Dennoch haben wir unsere Indexprodukte überprüft und stellen bei der Einführung neuer Produkte sicher, dass die zugrunde liegenden Investitionsstrategien nicht das Entstehen von Preisspitzen begünstigen. Insbesondere haben wir entschieden, keine Produkte anzubieten, die auf „Momentumstrategien“ basieren. Gleichzeitig führen wir unseren Stakeholderdialog weiter, um Lösungsansätze für die komplexen Fragestellungen der Ursachen des Hungerproblems und zur Verantwortlichkeit von Investoren zu finden.

5. Brauchen wir mehr Vorschriften in Derivatemärkten? Sollten Finanzinvestitionen in Rohstoffmärkten untersagt werden?

Wir werden uns auch weiterhin für schärfere rechtliche Rahmenbedingungen in den USA wie in Europa aussprechen, um Marktmissbrauch vorzubeugen und die Markttransparenz zu erhöhen.

Stand: Mai 2014

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