Deutsche Bank – Verantwortung
11. Juni 2013

Deutsche Bank formuliert inhaltliche Ansätze für künftige internationale Entwicklungspolitik

Die Deutsche Bank hat Positionen erarbeitet, wie aus Sicht des Finanzsektors die weltweite Entwicklung vorangetrieben und das Wachstum gesteigert werden kann.

Länder und Interessengruppen arbeiten derzeit unter der Leitung eines Beratergremiums des UN-Generalsekretärs an einer Weiterentwicklung der Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, die im Jahr 2015 auslaufen. Mit Hilfe dieser Ziele soll die soziale und wirtschaftliche Lage in den ärmsten Ländern der Welt verbessert werden, wobei gleichzeitig auch Umweltschutzziele eingebunden werden sollen.

Für entwicklungspolitische Erfolge muss in den kommenden Jahrzehnten beträchtliches öffentliches und privates Kapital mobilisiert und effizient eingesetzt werden – und dazu kann der private Sektor einen entscheidenden Beitrag leisten. Dem High Level Panel des UN-Generalsekretärs zur Formulierung der Ziele der internationalen Entwicklungspolitik nach dem Jahr 2015 gehört unter anderem Paul Polman, der CEO von Unilever, als einer von zwei Vertretern des Privatsektors an. Das Panel wird vom indonesischen Präsidenten Yudhoyono, der liberianischen Präsidentin Johnson-Sirleaf und dem britischen Premierminister Cameron geleitet. Paul Polman hatte eine Reihe von führenden Managern, unter anderem aus der Deutschen Bank, um ihre Sicht der Dinge gebeten.

Die internationale Gemeinschaft hat in Bezug auf die Millennium-Entwicklungsziele bereits beträchtliche Fortschritte gemacht. Hier einige Beispiele:

  • Die extreme Armutsquote wurde im Vergleich zu 1990 halbiert. Dennoch hungern noch 870 Millionen Menschen.
  • 90% der Kinder in Entwicklungsländern erhalten eine Grundschulausbildung, wobei die Quoten für den Schulbesuch von Jungen und Mädchen gleich hoch sind. Dennoch erhalten 61 Millionen Kinder immer noch keine schulische Ausbildung, und Frauen und Minderheiten werden weiterhin diskriminiert.
  • Die Kindersterblichkeit wurde um 14.000 pro Tag gesenkt. Dennoch sterben immer noch 6,9 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag.
  • Die Müttersterblichkeit wurde seit 1990 um 47% gesenkt. Dennoch ist sie in Entwicklungsländern noch 15-mal so hoch wie in Industrieländern.
  • 8 Millionen Menschen erhalten Medikamente gegen HIV/AIDS, und die Zahl der Todesfälle durch Malaria hat sich seit dem Jahr 2000 um 25% verringert. Dennoch haben 7 Millionen Menschen noch keinen Zugang zu antiretroviralen Medikamenten, und 80% der Todesfälle durch Malaria werden in lediglich 14 Ländern registriert.
  • Einige Umweltauswirkungen wurden verringert. Dennoch stellen Klimawandel und Ressourcenknappheit immer größere Risiken für den weltweiten Wohlstand dar.
  • Die für den Gesundheitsbereich bereitgestellten Mittel stiegen 2011 trotz des Konjunkturabschwungs an. Dennoch gefährdet die immer größer werdende Versorgungslücke die Fortschritte in Bezug auf das Erreichen der Millennium-Entwicklungsziele.

Finanzdienstleistungen sind von grundlegender Bedeutung für Wachstum und Entwicklung, und private Finanzinstitute können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass die Welt in diesen Bereichen neue internationale Entwicklungsziele erreicht.

Ein besserer Zugang zu Finanzdienstleistungen ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung. Gleichzeitig sind aber auch pulsierende inländische Kapitalmärkte sowie Mechanismen zur Erhöhung der Investitionen in kritische physische und soziale Infrastrukturprojekte wichtig, um die entwicklungs- und umweltpolitischen Ziele zu unterstützen. Die entwicklungspolitische Agenda nach dem Jahr 2015 kann jedoch nicht allein von der Entwicklungsfinanzierung oder von privaten Finanzinstituten umgesetzt werden. Vielmehr erfordert sie eine enge Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen, dem privaten und dem gemeinnützigen Sektor.

Die Regierungen sollten öffentlichen Institutionen den Auftrag erteilen, privates Kapital wirksam aus in- und ausländischen Quellen aufzubringen. In den Empfehlungen des Privatsektors an das High Level Panel werden die Regierungen dazu aufgerufen, den Aspekt „erfolgreiches Aufbringen von Privatkapital“ als wichtige Kenngröße für den Erfolg politischer Maßnahmen im Rahmen der entwicklungspolitischen Agenda nach dem Jahr 2015 aufzunehmen. Das Ziel sollte darin bestehen, mehr privates und öffentliches Kapital in entwicklungspolitische Vorhaben zu lenken und diese rentabler zu gestalten.

„Ein besserer Zugang zu Finanzdienstleistungen ist eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Entwicklung.”

Die Deutsche Bank trägt zum Beispiel als Investmentmanagerin für den Global Climate Partnership Fund und den Africa Agriculture Trade and Investment Fund, durch die GET FiT-Initiative für saubere Energie in Uganda und durch zahlreiche Initiativen unserer Stiftungen (unter anderem in den Bereichen Mikrofinanzierung, soziale Wagnisfonds und Risikoabbau bei sozialen Investitionen) zu diesen Zielen bei. Darüber hinaus leisten wir zum Beispiel durch die Finanzmittel, die wir für in Schwellenländern tätige Kunden bereitstellen, einen Beitrag zur Förderung des Wachstums.

Ein langfristiges, nachhaltiges Wachstum der Weltwirtschaft erfordert offene Märkte und aktive Investitionen. Die Banken tragen entscheidend zu diesem Ziel bei, indem sie Unternehmen – von Kleinbetrieben bis hin zu Großkonzernen – unterstützen. Der Privatsektor hält die politischen Verantwortungsträger dazu an, sicherzustellen, dass regulatorische Reformen weltweit koordiniert werden.

Neben der Deutschen Bank beteiligten sich Barclays, Standard Chartered, Santander, Bank of America Merrill Lynch und BNY Mellon an der Ausarbeitung.

Das UN High Level Panel legte dem Generalsekretär vor kurzem seinen Bericht mit Empfehlungen vor. Dieser Bericht enthielt 12 neue globale Ziele und Indikatoren, z.B.:

  • ein Ende der Armut
  • Verbesserung der Stellung von Mädchen und Frauen und Gleichberechtigung der Geschlechter
  • umfassender Zugang zu Wasser und sanitären Anlagen
  • Sicherstellen einer nachhaltigen Energieversorgung
  • Schaffung eines globalen Umfelds, das Fortschritt fördert, und Anreize für langfristige Finanzierungen setzt

Die Deutsche Bank wird die internationale Umsetzung dieser neuen Entwicklungsziele begleiten und sich bei passender Gelegenheit einbringen.

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