Deutsche Bank – Verantwortung
28. April 2013

GET FiT - Das Pilotprojekt in Uganda konkretisiert sich: Projektvorschläge eingereicht

Bei einem Treffen zahlreicher Vertreter der Interessengruppen von GET FiT am 9. April in Kampala zeigten private Investoren sowie Projektentwickler großes Interesse an dem GET FiT-Pilotprojekt in Uganda.

Seit Ende März konnten Projektentwickler potentielle Projekte zum Bau von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien für eine entsprechende Unterstützung bei der Realisierung im Rahmen des GET FiT-Pilotprojektes vorstellen.

Die ersten Finanzierungszusagen seitens der Regierungen von Großbritannien und Norwegen liegen bereits vor. Es wird erwartet, dass die Weltbank noch zu Beginn des 2. Halbjahres 2013 über erste Garantien für Projekte im Rahmen des GET FiT Pilotprojektes entscheidet.

Diese Entwicklungen bestätigen uns in unserer Einschätzung, dass die Unterstützung des Aufbaus eines stabilen regulatorischen Umfeldes in Entwicklungsländern („enabling environment“) anstelle projektbezogener Einzelförderung die Transparenz und Vorhersehbarkeit für den Privatsektor erhöhen.

Joseph Nganga, Projektentwickler bei der responsAbility Renewable Energy Company, stützt diese Auffassung: „Für uns als Projektentwickler/Investor bietet der Sektor Erneuerbare Energien hier in Uganda beträchtliches Investitionspotenzial. Unsere Investitionen waren jedoch bisher wegen Hindernissen wie z.B. der Bonität des Abnehmers, der geringen finanziellen Renditen im Vergleich zu den (wahrgenommenen oder tatsächlichen) Risiken und der Verfügbarkeit erschwinglicher und langfristiger Kredite begrenzt. Das GET FiT-Programm bietet dafür eine umfassende Lösung und trägt zusammen mit den Maßnahmen der ugandischen Regierung wie z.B. standardisierten Stromabnahmeverträgen (PPAs) zum Abbau der vorhandenen Hürden bei. Durch Aufschläge auf die regulären Tarife im Rahmen des Programms verbessern sich die Renditen der Projekte in einem Maße, dass die Risikoaufschläge tragbar werden. Dabei verbessern sich durch die ausgefeilte Gestaltung der Aufschläge einerseits die Renditen und andererseits besteht Flexibilität bei der Fremd- und Eigenkapitalstrukturierung. Garantien der Weltbank bieten Lösungen für zentrale Risiken, ohne die für uns die Anreize geringer wären, die langfristigen Investitionen vorzunehmen, die im Bereich erneuerbare Energien erforderlich sind. In einem Markt, in dem Fremdfinanzierungen häufig sehr teuer sind und nur für äußerst kurze Laufzeiten vergeben werden und in dem Unternehmensfinanzierung gegenüber der Kreditfinanzierung dominiert, wird der private Finanzierungsmechanismus des Programms dafür sorgen, dass hinreichend Fremdkapital zur Verfügung gestellt wird. Ohne dieses Fremdkapital können wir als Eigenkapitalanleger in diesem Sektor nicht investieren."

Orli Arav, Leiterin der Projektfinanzierung bei Frontier Markets Fund Managers (FMFM), kommt zu einer ähnlichen Beurteilung: „Das bahnbrechende GET FiT-Programm stellt die zentralen Elemente für bankfähige Mini-Wasserkraftprojekte in Uganda bereit und ermöglicht so wirkliche Public-Private-Partnership-Finanzierungen. Ohne das GET FiT-Programm würden verschiedene Projekte, die den dringend benötigten Strom liefern können, nicht finanziert werden.“

Ziel von GET FiT ist es, den Klimawandel und die Energieknappheit in Schwellen- und Entwicklungsländern zu bekämpfen, indem Investitionen in kapitalintensive erneuerbare Energiequellen unterstützt werden. Das GET-FiT-Programm verfolgt eine einzigartige Philosophie und einen innovativen Ansatz. Es geht weit über die traditionellen Mechanismen zur Förderung privater Investitionen in erneuerbare Energien hinaus, indem es ein umfassendes Unterstützungspaket bietet.

GET FiT – Global Energy Transfer Feed-in Tariffs for Developing Countries – wurde im Januar 2010 von Experten der Deutsche Bank Climate Change Advisors entwickelt. Diese waren von der Beratergruppe für Energie und Klimawandel (AGECC) des Generalsekretärs der Vereinten Nationen gebeten worden, neue Konzepte zur Förderung von Investitionen in erneuerbare Energien in Entwicklungsregionen vorzustellen. Nach mehr als einem Jahr Lobbyarbeit für das GET FiT-Konzept im öffentlichen Sektor ging die Deutsche Bank ein „Joint Venture“ mit der KfW ein, in dessen Rahmen das GET FiT-Pilotprojekt in Uganda entwickelt wird.

„Für uns als Projektentwickler/Investor bietet der Sektor Erneuerbare Energien hier in Uganda beträchtliches Investitionspotenzial.”

Joseph Nganga Projektentwickler bei der responsAbility Renewable Energy Company

„Das bahnbrechende GET FiT-Programm stellt die zentralen Elemente für bankfähige Mini-Wasserkraftprojekte in Uganda bereit und ermöglicht so wirkliche Public-Private-Partnership-Finanzierungen. Ohne das GET FiT-Programm würden verschiedene Projekte, die den dringend benötigten Strom liefern können, nicht finanziert werden.”

Orli Arav Leiterin Projektfinanzierung, Frontier Markets Fund Managers (FMFM)

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