Deutsche Bank – Verantwortung
26. November 2013

GET FiT in Uganda – Beobachtungen und offene Fragen aus finanzieller Sicht

Schätzungen zufolge haben 17% der Weltbevölkerung keinen Zugang zum Stromnetz, und fossile Brennstoffe nehmen weiterhin einen Anteil von über 80% am weltweiten Energiemix ein. Ein aktuelles Policy Paper von DB Research veranschaulicht Ansatz und bisherige Umsetzung des GET FiT-Konzepts zur Erzeugung erneuerbarer Energien in Entwicklungs- und Schwellenländern und analysiert eine mögliche Übertragbarkeit auf weitere Staaten.

Die Deutsche Bank hat im Jahr 2010 das GET FiT-Konzept (Global Energy Transfer Feed-in Tariffs) entwickelt. Es soll den Klimawandel bekämpfen und die Energieversorgung in Entwicklungs- und Schwellenländern verbessern, indem es Investitionen des Privatsektors in kapitalintensive Kraftwerke zur Erzeugung erneuerbarer Energien erleichtert. Das Konzept beruht auf der Idee, dass die Regierungen entwickelter Länder und/oder multilaterale Organisationen zu einer Verbesserung des vorhandenen regulatorischen Rahmenwerks in den Schwellenländern beitragen. Das Ziel: das Risikoprofil und die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Investitionen in erneuerbare Energien aus Sicht von Anlegern aus dem privaten Sektor verbessern. Das von der KfW und der Deutschen Bank gemeinsam initiierte GET FiT-Pilotprojekt in Uganda, das in Kampala offiziell am 31. Mai 2013 ins Leben gerufen wurde, soll die Erzeugung von rund 125 MW aus erneuerbaren Energiequellen unterstützen.

Es bestehen hohe Barrieren für Investitionen des Privatsektors in erneuerbare Energien: mangelnde Transparenz, das (gefühlte) Risiko rückwirkender Änderungen der Einspeisetarife (Feed-in Tariffs, FiT) und die begrenzte Bonität des Abnehmers. Mit Unterstützung weiterer Geldgeber hat die KfW umfangreiche Gespräche mit Vertretern des öffentlichen Sektors in Uganda geführt, um das Bewusstsein für die Anforderungen des Privatsektors zu schärfen. Die Überprüfung und Standardisierung der erforderlichen rechtlichen Dokumentation hat die Transparenz für die Unterstützer des Projekts erhöht und wird die Transaktionskosten für die Kreditgeber deutlich verringern. Außerdem hat die Regierung von Uganda um die Unterstützung der Weltbank gebeten, die das regulatorische Risiko durch Teilrisikogarantien abmildern und so das Risikoprofil für die Anleger verbessern soll.

GET FiT

Außerdem schließt der Aufschlag auf die vorhandenen Einspeisegebühren, der wie die Basis-Einspeisegebühr je nach Technologie (Wasserkraft, Photovoltaik, Wind usw.) festgelegt wird, die Lücke zwischen der aktuellen Einspeisegebühr und den Gestehungskosten nach Abmilderung der regulatorischen/Abnehmerrisiken. Unsere Analyse zeigt, dass die erforderlichen Zahlungen der Geldgeber nahe Null gelegen hätten, wenn die Märkte für CO2-Zertifikate und die sogenannten „Clean Development Mechanisms“ einen angemessenen Preis für CO2-Emissionen festgelegt hätten. Weil der CO2-Markt gescheitert ist, müssen Investitionsgarantien derzeit an die Stelle des wirtschaftlichen Instruments treten.

GET FiT ist bisher mit Blick auf die Entwicklungstätigkeiten des privaten Sektors und die Eigenkapitalinvestitionen ein Erfolg. Ab Anfang 2014 sollten die ersten Projekte im Rahmen des GET FiT-Programms umgesetzt werden. Dies sollte dazu beitragen, einen Lastabwurf (das Abschalten von Teilen des Netzes) und/oder den Einsatz teurer, CO2-intensiver Stromerzeugung zu vermeiden. Damit sich der private Sektor an der Fremdkapitalfinanzierung beteiligt, ist es äußerst wichtig, den Kreditgebern aus dem Privatsektor eine „faire Chance“ zur Beteiligung zu ihren Bedingungen einzuräumen. Wir sind zuversichtlich, dass GET FiT eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des ugandischen Energiesektors spielen kann.

Lesen Sie die vollständige Studie von DB Research hier (auf Englisch).

Silvia Kreibiehl

„Wir sind zuversichtlich, dass GET FiT eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des ugandischen Energiesektors spielen kann.”

Silvia Kreibiehl Head of Frankfurt School-UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance

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