Deutsche Bank – Verantwortung
8. Oktober 2013

Long-Term Drivers of Food Prices – Zusammenfassung der Weltbankstudie

Eine Untersuchung der Weltbank kommt zu dem Schluss, dass Preissteigerungen bei Lebensmitteln weitestgehend auf die Entwicklung der Rohölpreise zurückzuführen sind. Das Verhältnis von Lagerbeständen und Verbrauch und der Einfluss der Wechselkursentwicklung liegen mit jeweils 15 % weit dahinter.

Es wird zunehmend deutlich, dass die seit dem Jahr 2004 zu beobachtenden Preissteigerungen bei Rohstoffen, bei denen es sich zunächst um eine Preisspitze ähnlich wie Anfang der Fünfzigerjahre (Koreakrieg) oder in den Siebzigerjahren (Ölkrisen) zu handeln schien, längerfristiger Natur sind. Vergleicht man die Jahre von 1997 bis 2004 mit der Periode von 2005 bis 2012, so haben sich die nominalen Preise für Energie, Dünger und Edelmetalle verdreifacht, die Preise für Metalle sind um über 150% angestiegen, und die meisten Lebensmittelpreise haben sich verdoppelt.

Diese Preissteigerungen – vor allem bei Lebensmitteln – lösten nicht nur eine Diskussion über ihre Ursachen aus, sondern versetzten auch Regierungen in Unruhe, weshalb Rufe nach koordinierten politischen Maßnahmen laut wurden. Die vorliegende Studie untersucht, inwieweit bestimmte sektorspezifische und makroökonomische Faktoren die Preisentwicklung von fünf Nahrungsmittelrohstoffen (Mais, Weizen, Reis, Sojabohnen und Palmöl) beeinflusst haben.

Dabei wird ein vereinfachtes ökonometrisches Modell auf die jährlichen Daten für die Jahre 1960 – 2012 angewendet. Betrachtet wurden folgende Faktoren: das Verhältnis zwischen Lagerbeständen und Verbrauch, die Rohölpreise, die Preise im verarbeitenden Gewerbe, der Wechselkurs des US-Dollar, das Zinsniveau und die Einkommen. Anhand langfristiger Schätzungen der Elastizitäten (rund -0,25% für das Verhältnis zwischen Lagerbeständen und Verbrauch, 0,25 für den Ölpreis, -1,25 für den Wechselkurs und sehr viel weniger für die anderen Faktoren) berechnet die Studie den Beitrag der jeweiligen Faktoren zu den Lebensmittelpreissteigerungen in den Jahren 1997 – 2004 bzw. 2005 – 2012.

Sie kommt zu dem Schluss, dass die Preissteigerungen zum größten Teil (d.h. zu über 50%) auf die Entwicklung der Rohölpreise zurückzuführen sind, gefolgt vom Verhältnis zwischen Lagerbeständen und Verbrauch und der Wechselkursentwicklung, die jeweils einen Beitrag von rund 15% leisten. Die Rohölpreise spielten in der jüngsten Boomphase deshalb die größte Rolle, weil bei ihnen der stärkste Anstieg verzeichnet wurde.

Die vollständige Studie können Sie hier lesen:
Long-Term Drivers of Food Prices, PDF, 826 KB (auf Englisch)

 

 

Baffes, John; Dennis, Allen. 2013. Long-Term Drivers of Food Prices. © World Bank. http://hdl.handle.net/10986/15594 License: Creative Commons Attribution CC BY 3.0

Deutsche Bank Research

Dr. Claire Schaffnit-Chatterjee

„Steigende Lebensmittelpreise – strukturell oder temporär?”, eine Studie von Dr. Claire Schaffnit-Chatterjee aus dem Jahr 2011, DB Research, PDF, 780 KB


Lebensmittelpreise erneut höher – jedoch keine globale Krise erwartet