18. November 2014

Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach: Aktueller Kommentar von Deutsche Bank Research zur Klimaeinigung zwischen USA und China

Die USA und China haben sich beim APEC-Gipfel auf langfristige Klimaschutzziele geeinigt. Danach wollen die USA ihre CO2-Emissionen bis 2025 um 26 bis 28% gegenüber 2005 reduzieren.

In China soll spätestens 2030 der Höhepunkt des CO2-Ausstoßes erreicht sein. Zwar dürften viele Bedenken geäußert werden, dass dies nicht ausreichend sei, um die negativen Folgen des Klimawandels auf ein beherrschbares Maß zu begrenzen. Angesichts der Realitäten in der internationalen Klimaschutzpolitik wäre ein solcher Kompromiss jedoch der Spatz in der Hand, den man der Taube auf dem Dach vorziehen kann.
Nachdem die EU kürzlich beschlossen hatte, ihre CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 40% (gegenüber 1990) zu senken, haben die USA und China während des APEC-Gipfels eine Einigung über langfristige Klimaschutzziele erzielt. Danach haben die USA laut offiziellen Mitteilungen der US-Regierung angekündigt, ihre CO2-Emissionen bis 2025 um 26 bis 28% gegenüber 2005 zu reduzieren. In China soll spätestens 2030 der Höhepunkt des CO2-Ausstoßes erreicht sein. Wie sind diese Ziele zu interpretieren?
In den USA markiert das Jahr 2005 das historische Hoch bei den energiebedingten CO2-Emissionen. Seither sinken dort die Emissionen tendenziell, was vor allem auf die Substitution von Kohle durch (unkonventionell gefördertes) Erdgas in der Energiewirtschaft, auf effizientere Fahrzeuge im Straßenverkehr sowie auf das im langfristigen Vergleich nur moderate Wirtschaftswachstum in diesem Zeitraum zurückzuführen ist. Beim Vergleich der US-Klimaschutzziele mit jenen der EU ist das unterschiedliche Basisjahr zu berücksichtigen. Bezieht man das für 2025 angekündigte Ziel der USA auf das in der internationalen Klimaschutzpolitik übliche Basisjahr 1990, entspricht es einer Verringerung von nur (oder immerhin) etwa 13%. Insofern dürfte das Basisjahr 2005 nicht zufällig gewählt sein.
Für die USA bleibt abzuwarten, ob und inwiefern das Ziel im innenpolitischen Diskurs noch verändert wird. Die Republikaner, die bei den jüngsten Kongresswahlen die Mehrheit im US-Senat gewonnen haben, sind bekanntermaßen in puncto Klimaschutz weniger ambitioniert als die Demokraten. Es ist also noch nicht sicher, ob die USA mit dem nun angekündigten CO2-Reduktionsziel auch tatsächlich zur UN-Klimaschutzkonferenz Ende 2015 in Paris fahren. Weiterlesen bei Deutsche Bank Research
Klimaziele
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