12. Mai 2014

Fir­men­kun­den bau­en ih­ren Nach­hal­tig­keits­an­satz aus: Ceres for­dert stär­ke­res Nach­hal­tig­keits­en­gagement von allen Unternehmen in operativem Geschäft und Lieferkette

Eine Analyse zu 613 der größten US-Aktiengesellschaften hat gezeigt, dass zahlreiche Unternehmen Umwelt- und sozialen Herausforderungen aktiver und mit mehr Nachdruck begegnen. Das reicht jedoch noch nicht aus, um dem Klimawandel und anderen Nachhaltigkeitsrisiken wirksam entgegenzutreten.

Wie die Studie erläutert, haben einige Unternehmen ihr Nachhaltigkeitsengagement beträchtlich verstärkt und erweitert, da es als wesentliche Strategie zum Aufbau eines langfristigen Shareholder Value gilt. Zahlreiche Unternehmen jedoch beginnen gerade erst damit, sich mit Nachhaltigkeitsfragen zu befassen, die sich auf ihre Rentabilität auswirken können.

Die Studie hebt hervor, dass Unternehmen heutzutage mit ganz anderen wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Realitäten konfrontiert seien als noch vor einem Jahrzehnt. Die Skala reiche von klimawandelbedingten Risiken für das operative Geschäft und die Lieferkette über zunehmende Ressourcenverknappung bei einer wachsenden Weltbevölkerung bis hin zu einer immer stärkeren Missachtung der Menschenrechte. Um Lösungen für diese geschäftlichen Herausforderungen zu finden, seien Zusammenarbeit, Innovation und Transformation erforderlich.

Einführung nachhaltiger Geschäftspraktiken und Lösungen fördern

Die Studie wurde von der gemeinnützigen Organisation Ceres und dem Unternehmen Sustainalytics verfasst, das Research- und Analyseleistungen zu den Themen Umwelt, soziale Fragen und Governance für den Investmentsektor anbietet. Ceres arbeitet zusammen mit Anlegern, Unternehmen und anderen Gruppen daran, die Einführung nachhaltiger Geschäftspraktiken und Lösungen zu fördern und so eine widerstandsfähige Weltwirtschaft aufzubauen. Die Deutsche Bank gehört dem Investor Network on Climate Risk von Ceres an, war jedoch an der Erstellung dieser Studie nicht beteiligt.

Die Unternehmen wurden anhand von 20 Schlüsselkennzahlen für die Bereiche Governance, Einbeziehung der Stakeholder, Transparenz und Performance beurteilt, die sich auf das operative Geschäft der Unternehmen, ihre Lieferkette, ihren Transport/ihre Logistik, ihre Produkte und Dienstleistungen und ihre Mitarbeiter beziehen. Unter anderem kam die Studie zu folgenden Ergebnissen:

  • Bei immer mehr Unternehmen fließen Nachhaltigkeitsgesichtspunkte in die Vergütungspakete für das Top-Management ein. 24 Prozent der Unternehmen koppeln die Vergütung für die Unternehmensführung inzwischen an die Nachhaltigkeitsperformance – 2012 waren es noch 15 Prozent.
  • Zahlreiche Unternehmen ergreifen zwar Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen, aber nur wenige haben sich feste Ziele und Fristen gesetzt. Über zwei Drittel der untersuchten Unternehmen haben Schritte zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen unternommen, aber nur 35% haben einen Zielwert für die Verringerung des CO2-Ausstoßes innerhalb einer festen Frist vorgegeben.´
  • Mehr Unternehmen legen klare Nachhaltigkeitsstandards für ihre Lieferanten fest. 58 Prozent der Unternehmen haben Verhaltenskodizes für ihre Lieferanten erlassen, die eine Einhaltung der Menschenrechte in der Lieferkette vorschreiben; 2012 waren es noch 43 Prozent. Allerdings haben nur ein Drittel der Unternehmen Maßnahmen ergriffen, um die Lieferanten beim Thema Nachhaltigkeit einzubinden; 2012 waren es 27 Prozent.

Information der Aktionäre über das Abschneiden der Unternehmen in wichtigen Bereichen

Die Studie beschreibt nicht nur die Maßnahmen der Unternehmen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, sondern stellt den Aktionären auch wichtige Informationen zu der Frage zur Verfügung, wie die von ihnen gehaltenen Unternehmen bei wichtigen Punkten wie z.B. dem transparenten Umgang mit wesentlichen Themen und der Einbindung der Aktionäre abschneiden. Aggregierte Daten, Scorecards für einzelne Unternehmen und Informationen zur Performance des Finanzsektors wurden ebenfalls online veröffentlicht. Zu den Zielen von Deutsche Asset and Wealth Management und seines kürzlich ins Leben gerufenen ESG Head Office gehört es, die Hinzuziehung solcher Informationen bei Anlageentscheidungen auszuweiten.

„Dieser Bericht ist für Anleger zentral, weil er aufzeigt, wie gut – beziehungsweise in vielen Fällen: wie schlecht – die jeweiligen Unternehmen auf eine stark von Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen geprägte Wirtschaft vorbereitet sind“, sagt Anne Stausboll, Chief Executive Officer des California Public Employees‘ Retirement System (CaIPERS), des größten staatlichen Pensionsfonds in den USA.

Finanzdienstleistungsunternehmen setzen auf Nachhaltigkeit als Geschäftschance

Die Deutsche Bank wurde in dieser Studie nicht spezifisch untersucht, es wurden allerdings 31 US-Finanzdienstleister analysiert. Die Studie gelangt zu dem Schluss, dass Finanzinstitute ihr Nachhaltigkeitsengagement inzwischen durch höhere Investitionen in saubere Technologien, Standards zum Umgang mit Umwelt- und sozialen Risiken und eine proaktivere und umfassendere Einbindung und Information der Stakeholder demonstrieren. Allerdings gehen die Fortschritte vor allem von einer kleinen Gruppe führender Unternehmen aus. Die Studie stellt fest, dass Finanzinstitute die Umweltauswirkungen ihres operativen Geschäfts in der Tat vermindert haben. Insbesondere wurden ihre eigenen bzw. gemieteten Immobilien umweltfreundlicher gestaltet. Die Deutsche Bank hat in diesem Bereich im Zuge der Bemühungen um Klimaneutralität beträchtliche Fortschritte gemacht. Inzwischen sehen immer mehr Finanzdienstleistungsunternehmen das Thema Nachhaltigkeit als geschäftliche Chance an und erhöhen ihre Kreditvergabe für bzw. ihre Investitionen in Projekte und Sektoren, die Lösungen für Nachhaltigkeitsfragen anbieten. Allerdings ist der Anteil dieses Geschäfts im Vergleich zum gesamten Kredit- und Investitionsportfolio weiterhin gering.

Die Nachhaltigkeitsperformance der Deutschen Bank wird jährlich beurteilt

Unser vor kurzem veröffentlichter Bericht für unternehmerische Verantwortung beschreibt unsere Fortschritte auf dem Weg, nachhaltige Werte für Kunden, Mitarbeiter, Aktionäre und die Gesellschaft zu schaffen, und enthält entsprechende Daten und Fakten. Anhand dieses Berichts und anderer verfügbarer Informationen wird die Deutsche Bank jährlich extern in Bezug auf ihre Nachhaltigkeitsperformance beurteilt. Diese Ratings werden zunehmend von Anlegern hinzugezogen, die wichtige, über die finanziellen Kennzahlen hinausgehende Informationen bei ihren Investitionsentscheidungen berücksichtigen wollen. Wir schneiden bei diesen Beurteilungen regelmäßig gut ab und sind in den wichtigsten Nachhaltigkeitsindizes aufgeführt.

Group Sustainability Officer Sabine Miltner erläuterte: „Die Ceres-Studie zeigt, dass die Öffentlichkeit und die Anleger von allen Unternehmen zunehmend erwarten, dass diese ihre Performance in Bezug auf wichtige Umwelt-, soziale und Governance-Faktoren verbessern. Die Deutsche Bank und andere Finanzdienstleistungsunternehmen konzentrieren sich zunehmend darauf, wie wir Unternehmen beim Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele unterstützen können, z.B. durch Finanzierung für nachhaltige Energien oder die Strukturierung „grüner“ Anleihen. Die Deutsche Bank weiß, dass sie ihre eigenen Nachhaltigkeitsbemühungen verstärken muss. Dies ist Teil unserer Bemühungen darum, das Vertrauen der Gesellschaft wieder zu festigen und einen tiefgreifenden kulturellen Wandel auf der Grundlage unserer Werte und Überzeugungen zu vollziehen.

„Die­ser Be­richt ist für An­le­ger zen­tral, weil er auf­zeigt, wie gut – be­zie­hungs­wei­se in vie­len Fäl­len: wie schlecht – die je­wei­li­gen Un­ter­neh­men auf eine stark von Nach­hal­tig­keit­sri­si­ken und -chan­cen ge­präg­te Wirt­schaft vor­be­rei­tet sind.”

Anne Stausboll Chief Executive Officer des California Public Employees‘ Retirement System (CaIPERS), des größten staatlichen Pensionsfonds in den USA

Nachhaltigkeitsperformance als Schlüsselkennzahl

24% der analysierten Unternehmen

koppeln die Vergütung für das Top-Management inzwischen an die Nachhaltigkeitsperformance – 2012 waren es noch 15 Prozent

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