24. September 2014

Markt für grüne Anleihen: Integrität auch ohne starre Normen möglich

Das Emissionsvolumen grüner Anleihen ist im Jahr 2014 rasch gestiegen und bereits jetzt mehr als doppelt so hoch wie 2013. Schätzungen zufolge wird der Markt zum Jahresende ein Volumen von 40 Milliarden US-Dollar haben. Neue Emittenten, neue Anleger und neue Währungen sind an den Markt gelangt, es wurden Rekordvolumina begeben, längere Laufzeiten werden erreicht.

Sabine Miltner Euromoney SRI conference

Seit Veröffentlichung der Leitlinien für grüne Anleihen (Green Bond Principles) durch eine Reihe führender Finanzinstitute einschließlich der Deutschen Bank erhält der Markt immer mehr Aufmerksamkeit. Viel versprechend ist, dass sich auch etablierte institutionelle Anleger zunehmend an diesem Markt engagieren. Grüne Anleihen müssen einen Teil der bestehenden "Clean Investment Gap" schließen, wenn das Ziel der Verdopplung der Investitionen in umweltfreundliche Energiequellen und Energieinfrastruktur auf 500 Milliarden US-Dollar pro Jahr bis 2020 erreicht werden soll, um den Klimawandel in Schach zu halten.

Das Wachstum des Markts für grüne Anleihen stand kürzlich bei einer Euromoney-Konferenz in London im Fokus, die u.a. von der Deutschen Bank organisiert wurde. Über 250 Marktteilnehmer wurden begrüßt.

Es sollte darum gehen, das Emissionsvolumen und das Anlegerinteresse zu steigern

Sabine Miltner, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Deutschen Bank, hielt bei der Konferenz einen Vortrag und warnte davor, dass Forderungen nach Standards und Definitionen von "grün" verfrüht seien und diesen noch jungen Markt im Keim ersticken könnten: „Trotz des beeindruckenden Wachstums in diesem Jahr sollte es jetzt vor allem darum gehen, das Emissionsvolumen und das Anlegerinteresse zu steigern. Eine Überfrachtung des Markts mit starren Vorschriften wäre zu diesem Zeitpunkt kontraproduktiv. Es ist doch absurd, dass Unternehmen, die verstärkt Ressourcen in Nachhaltigkeit investieren wollen, beweisen sollen, dass ihre Investitionen "grün" sind. Dadurch würden grüne Anleihen schlechter gestellt als "braune" Anleihen, die keinen Informationspflichten unterliegen - und die Preisbildung würde auf den Kopf gestellt. Klarheit über die Verwendung des Kapitals hilft den Anlegern bei der Entscheidung, ob eine bestimmte grüne Anleihe für sie geeignet ist. Daher ist eine Überprüfung, ob eine Anleihe den Leitlinien für grüne Anleihen (green bond principles) entspricht, unabdingbar.“

Die Leitlinien für grüne Anleihen

Die Deutsche Bank gehört zu den Erstunterzeichnern der Green Bond Principles (Leitlinien für grüne Anleihen), die die Bedeutung von Transparenz- und Offenlegungspflichten bei der Emission einer grünen Anleihe hervorheben. Die Green Bond Principles enthalten Richtlinien für die Verwendung und Verwaltung des Kapitals, das über eine grüne Anleihe aufgebracht wird, die Projektbeurteilung und -auswahl und die Berichterstattung. Inzwischen haben 36 Finanzinstitutionen und Emittenten die Leitlinien unterzeichnet. Der internationale Branchenverband für Kapitalmarktteilnehmer ICMA fungiert als Sekretariat der Green Bond Principles und hat einen anfänglich aus 18 Mitgliedern (Investoren, Emittenten, Underwriter) bestehenden Exekutivausschuss ins Leben gerufen.

Die Deutsche Bank ist einer der führenden Emittenten von grünen Anleihen. Unter anderem wurde sie in jüngster Zeit als Lead Manager bei den folgenden Platzierungen tätig:

  • die umfangreichste grüne Anleihe – 1,5 Mrd. Euro für die KfW
  • die grüne Anleihe von Unilever mit einem Volumen von 250 Mio. Pfund Sterling – die erste Anleihe, die in direktem Zusammenhang mit internen Energieeffizienzinvestitionen eines Unternehmens steht
  • die ersten Klimaschutzanleihen der EIB, die in Pfund Sterling und Schweizer Franken denominiert sind
  • die erste Verbriefung von Krediten zur Verbesserung der Energieeffizienz von Wohnhäusern

„Es sollte jetzt vor allem darum gehen, das Emissionsvolumen und das Anlegerinteresse zu steigern. Eine Überfrachtung des Markts mit starren Vorschriften wäre zu diesem Zeitpunkt kontraproduktiv.”

Windräder

Ein rasant wachsender Markt

40 Milliarden US-Dollar

Schätzungen zufolge wird der Markt dieses Volumen zum Jahresende erreicht haben.

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