30. April 2014

Mehr Geld für Energieeffizienz: Deutsche Bank beteiligt sich an EU-Studie

Wie können neue Finanzmittel in Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz gelenkt werden? Die Deutsche Bank bringt ihre Expertise bei einer EU-Studie zur Finanzierung von Energieeffizienzmaßnahmen ein

Als eines von achtzehn Finanzinstituten aus dem privaten und öffentlichen Sektor veröffentlichte die Deutsche Bank Empfehlungen dazu, wie Technologien zur Senkung des Energieverbrauchs in Gebäuden finanziert werden können. Die Energy Efficiency Financial Institutions Group (EEFIG) wurde als dauerhafte Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission und der United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI) eingerichtet. Die Gruppe will auf der Grundlage ihrer professionellen Erfahrung dazu beitragen, das Volumen von Energieeffizienzinvestitionen in der EU zu erhöhen.

Die strategische Bedeutung einer effizienten Energienutzung in Europa nimmt zu

Die Studie mit dem Titel „Energy efficiency – the first fuel for the EU economy“ kommt zu dem Schluss, dass die strategische Bedeutung einer effizienten Energienutzung in Europa zunimmt. Dies sei verschiedenen Faktoren geschuldet: der Abhängigkeit von umfangreichen Energieimporten (Wert im Jahr 2012: 400 Mrd. Euro), dem Anstieg der Energiepreise, der zunehmenden Ungewissheit der Energiesicherheit sowie der Tatsache, dass eine Verringerung des Kohlendioxidausstoßes genauso erforderlich ist wie eine Bekämpfung des Klimawandels. Investitionen in Technologien zur Verringerung des Energieverbrauchs könnten sich der Studie zufolge zu einer „zentralen Antriebskraft für die Wettbewerbsfähigkeit, die ökonomische Leistungsfähigkeit, die Innovation und die Beschäftigung in ganz Europa entwickeln“.

Einem Ecofys-Bericht aus dem vergangenen Jahr zufolge könnten sich die Nettoeinsparungen durch Energieeffizienzinvestitionen in Europa auf mindestens 250 Mrd. Euro belaufen. Der europäische Energieeffizienzplan zielt darauf ab, zwei Millionen neue Stellen zu schaffen, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu erhöhen und dabei pro privatem Haushalt jährlich potenziell 1.000 Euro einzusparen und die jährlichen Gesamtemissionen um geschätzt 740 Millionen Tonnen CO2 zu verringern. Der Internationalen Energieagentur zufolge wurden sektorübergreifend im Jahr 2011 300 Mrd. US-Dollar in Energieeffizienzmaßnahmen investiert, was in etwa den Investitionen in erneuerbare Energien und fossile Treibstoffe entspricht.

Konkrete Empfehlungen für Investitionen in energieeffiziente Technologien

Investitionen in energieeffiziente Technologien bieten beträchtliche wirtschaftliche Chancen. Die Studie stellt ein Rahmenwerk von Maßnahmen zur Unterstützung von Investitionen in Wohn-, Geschäfts- und öffentliche Gebäude vor. Um die zahlreichen Vorteile von Energieeffizienzinvestitionen tatsächlich nutzen zu können, ist es erforderlich, dass politische Verantwortungsträger und Marktteilnehmer zusammen arbeiten und auf den vorhandenen, erfolgreichen Modellen aufbauen. Derzeit sind die Investitionen nicht einmal halb so hoch wie erforderlich. In der Studie werden folgende Empfehlungen ausgesprochen:

1. Die Vorteile einer energieeffizienten Gebäudesanierung müssen in vollem Umfang erfasst und für die Entscheidungsträger (Behörden, Gebäudeeigentümer und -verwalter und private Haushalte) klar formuliert und belegt werden.
2. Verfahren und Standards für Energiezertifikate und Energiecodes und deren Durchsetzung müssen gestärkt und verbessert werden.
3. Es muss Entscheidungsträgern leicht möglich sein, den Nutzen von Energieeffizienzinvestitionen in Gebäude einzuschätzen. Verfügbare und verlässliche Daten zu Gebäuden und ihrer tatsächlichen, gemessenen und überprüften Energieeffizienz müssen vorhanden sein, um gute Argumente für Investitionen zur Hand zu haben.
4. Für jedes Element im Energieeffizienzinvestmentprozess (Underwriting, Beschaffung, Messung, Verifizierung usw.) sind Standards zu entwickeln. Eine standardisierte Dokumentation ist wichtig, damit Investitionen in grünen Anleihen gebündelt werden können.
5. Durch einen angemessenen Einsatz der Struktur- und Investitionsfonds der EU (die 23 Mrd. Euro für Investitionen zur Emissionssenkung vorsehen) und der Einnahmen aus dem Emissionshandel (ETS-Einnahmen) durch öffentlich-private Finanzinstrumente könnten die Investitionsvolumina erhöht und durch einen gestaffelte Risikoausgleich könnten mehr Finanzmittel aus dem privaten Sektor eingeworben werden. Zuschüsse sollten verstärkt für Fazilitäten mit einem Risikoausgleich sowie für über eine höhere Energierechnung finanzierte Investitionen oder andere skalierbare Modelle und erfolgreiche Fallstudien eingesetzt werden.

Finanzielle Kompetenz zur Erhöhung der Energieeffizienz – für uns selbst und für unsere Kunden

Die Deutsche Bank setzt sich auf verschiedene Weisen aktiv für eine höhere Energieeffizienz ein, und wir nutzen unsere finanzielle Kompetenz, um unsere Kunden bei der Verringerung ihres Energieverbrauchs zu unterstützen.

  • Die Bank hat beträchtliche Schritte zur Reduzierung ihres eigenen Energieverbrauchs unternommen. Dazu gehören z.B. die ökologische Sanierung der Türme der Konzernzentrale in Frankfurt, der Einbau energieeffizienter Technik-, Beleuchtungs- und Heizsysteme in zahlreichen Gebäuden und der Abschluss grüner Mietverträge für eine größere Anzahl der von uns genutzten Immobilien. Dies trägt gleichermaßen zur CO2-Neutralität und zum Erreichen der Kostensenkungsziele der Bank bei.
  • Aufgrund dieses Fachwissens haben wir das Fondsmandat für den European Energy Efficiency Fund erhalten, der in Projekte zur Verbesserung der Energieeffizienz öffentlicher Gebäude investiert.
  • Der Global Climate Partnership Fund unterstützt die Finanzierung lokaler Banken in Entwicklungsländern, damit diese größeren Spielraum zur Vergabe grüner Kredite haben.
  • Der von Sal. Oppenheim verwaltete Green For Growth Fund konzentriert sich auf Investitionen in Südosteuropa und Nachbarländern wie der Türkei und der Ukraine.
  • Die Deutsche Asset and Wealth Management - Real Estate hat ein Investmentteam für energieeffiziente Immobilien ins Leben gerufen, das sich vor allem auf die Sanierung von Altbauten konzentriert.
  • Die Deutsche Asset and Wealth Management - Real Estate befasst sich zunehmend mit energieeffizienten Gebäuden und bringt so Fondsperformanceziele, die wachsende Nachfrage der Kunden und regulatorische Anforderungen miteinander in Einklang.
  • Der Bereich Corporate Banking & Securities (CB&S) hat eine Energieeffizienzanleihe in Kalifornien strukturiert und gehört zu den führenden Akteuren am Wachstumsmarkt für grüne Anleihen.
  • Der Bereich Private and Business Clients (PBC) vergibt Kredite zur Unterstützung von Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien an Unternehmen und Privatpersonen.
  • Auch der Bereich Global Transaction Banking unterstützt Maßnahmen zur Erhöhung der Energieeffizienz, indem er Dienstleistungen für entsprechende Transaktionen anbietet. In den USA wurden für 71 größere Projekte – z.B. die Renovierung von Sozialwohnungen in New York, den Ersatz der Straßenbeleuchtung in Oakland und die Sanierung von Gebäuden an zahlreichen Standorten des Verteidigungsministeriums – Hinterlegungs- und Cashflow-Dienstleistungen erbracht.
  • Die Deutsche Bank Americas Foundation hat die Gründung der New York Energy Efficiency Corporation unterstützt.

Außerdem wurden verschiedene Researchstudien der Deutschen Bank in der EEFIG-Studie zitiert:

UnileverHausHamburg.gif
Das Unilever-Haus in Hamburg

EU-Studie: Energy effi­cien­cy – the first fuel for the EU economy

Investitionen in Technologien zur Verringerung des Energieverbrauchs könnten sich der Studie zufolge zu einer „zentralen Antriebskraft für die Wettbewerbsfähigkeit, die ökonomische Leistungsfähigkeit, die Innovation und die Beschäftigung in ganz Europa" entwickeln.

Geschätzte Nettoeinsparungen

Auf mindestens 250 Mrd. Euro

könnten sich die Nettoeinsparungen durch Energieeffizienzinvestitionen in Europa belaufen.

Banken für mehr Energieeffizienz

Die Energy Efficiency Financial Institutions Group (EEFIG) wurde als dauerhafte Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission und der United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI) eingerichtet. Die Gruppe will auf der Grundlage ihrer professionellen Erfahrung dazu beitragen, das Volumen von Energieeffizienzinvestitionen in der EU zu erhöhen.

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