02. Juni 2014

Förderung der beruflichen Bildung im Libanon

Politische Ungewissheit und die klaffende soziale Schere besonders im Norden des Libanons führen zu einer hohen Schulabbruchsquote und viele Studenten gehen für ihre weitere Ausbildung lieber ins Ausland. Die Kooperation zwischen Deutscher Bank und der René Moawad Stiftung soll die berufliche Bildung für sozial benachteiligte Schüler fördern und ausbauen.

Obwohl der Zugang zu höherer Bildung auf 54% gestiegen ist, bleibt das Bildungswesen im Libanon veraltet und vielfach praxisfern. Die Berufsausbildung ist zu theoretisch; einerseits klagt die Privatwirtschaft über schlecht ausgebildeten Nachwuchs, andererseits engagiert sie sich aber kaum in der Ausbildung. Das Interesse der Jugendlichen an einer Berufsausbildung im Handwerk oder in der Industrie ist wegen des geringen Ansehens in der Gesellschaft sehr schwach.

Aus diesem Grund unterstützt die Deutsche Bank Middle East Foundation die Modernisierung der Technischen Berufsschule René Moawad im Norden Libanons. Die René Moawad Schule ist ein Kooperationsprojekt mit dem Bildungsministerium im Libanon. Die öffentlichen und privaten Institutionen des Libanon wollen gemeinsam die kooperative berufliche Bildung gestalten, so gibt es beispielsweise eine Zusammenarbeit mit regionalen Kammern und Verbänden sowie Berufsschulen und Betrieben laut der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit. Die Schule bietet technische Ausbildungen je nach entsprechendem Bildungsniveau an. Dabei sollen vor allem sozial benachteiligte Schüler von einem großen Spezialisierungsangebot profitieren.

Toni Amm, der Direktor der technischen Berufsschule René Moawad bedankte sich für die Unterstützung: „ Seit der Schulgründung im Jahr 2012, konnte die Schule eine gute Reputation erlangen. Bestätigt wurde das vor allem durch die außerordentlichen Prüfungsergebnisse des letzten Jahres, die zu den Besten im Norden Libanons zählten. Die Unterstützung durch die Deutsche Bank Middle East Stiftung ermöglicht uns die Infrastruktur des Schulgebäudes zu renovieren und eine höhere Aufnahmekapazität für benachteiligte Schüler zu schaffen.“

Die René Moawad Stiftung wurde zu Anfang des Jahres 1991 ins Leben gerufen, kurz nachdem ein Attentat auf den 17 Tage zuvor gewählten Präsidenten der Libanesischen Republik, René Moawad, verübt wurde. Die René Moawad Stiftung ist eine unpolitische Non-Profit Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat Projekte für eine vereinte, pluralistische und auf demokratischen Werten basierende Gesellschaft zu unterstützen. Über Jahre hinweg konzentriert sich die Stiftung nun schon auf die Arbeit im Bereich der sozialen, humanitären und ökonomischen Entwicklung.

Die Deutsche Bank Middle East Foundation feierte im Jahr 2013 ihr fünfjähriges Bestehen. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Bereiche Bildung, Stadtentwicklung, Nachhaltigkeit und Corporate Volunteering im Nahen Osten und in Nordafrika. Die Stiftung fördert darüber hinaus Kulturprojekte und die regionale Kunstszene.

„Wir sind sehr erfreut darüber, dass wir eine solche Partnerschaft mit der René Moawad Stiftung im Libanon ins Leben rufen konnte. Mit der Deutsche Bank Middle East Foundation versuchen wir stets, den Kreislauf der Jugendarbeitslosigkeit durch frühe Intervention zu unterbrechen. Unser Ziel ist es jungen Menschen zu helfen ihr Potenzial entfalten zu können, indem sie Fähigkeiten für ihr zukünftiges Arbeitsleben entwickeln, aber auch Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit.”

Philippe Vollot Vorsitzender der Deutsche Bank Middle East Foundation
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Libanon: Durchschnittlicher Schulbesuch im tertiären Bildungsbereich

54 %

der Gesamtbevölkerung, die nach der Sekundarstufe noch einen höheren Bildungsweg einschlagen.

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