15. Juli 2014

Saubere Energie nach Fukushima: Deutsche Bank engagiert sich in Japan

Die Deutsche Bank gibt die umfangreichste Finanzierung einer ausländischen Bank für ein Solarprojekt in Japan bekannt. Darüber hinaus plant sie, in den kommenden 12 bis 18 Monaten weitere drei bis sechs Projekte zu unterstützen.

Die Deutsche Bank AG Tokyo Branch hat zusammen mit den Energie- und Infrastruktur-Teams des Bereichs Structured Finance aus London und Singapur die umfangreichste Finanzierung einer ausländischen Bank für ein Solarprojekt und die umfangreichste Finanzierung für ein Solarprojekt eines ausländischen Unternehmens in Japan bekanntgegeben. Die Deutsche Bank plant, in den kommenden 12 bis 18 Monaten weitere drei bis sechs Projekte zu unterstützen.

Mit Gestamp Solar wurde ein Vertrag über eine Baukreditfazilität ohne Regressanspruch mit einem Volumen von 11,2 Milliarden Yen (81 Millionen Euro) unterzeichnet. Diese Mittel sollen für den Bau einer Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 31,6 Megawatt (MW) in Japan verwendet werden. Gestamp Solar wird die Anlage auf dem 40 Hektar großen Gelände eines ehemaligen Golfplatzes in der Präfektur Ibaraki erbauen. Ab der Inbetriebnahme im April 2015 soll dort ausreichend Strom für 10.000 Haushalte erzeugt werden. Bei Gestamp Solar handelt es sich um den Photovoltaik-Zweig von Gestamp Renewables. Das Unternehmen hat sich auf die Planung, den Bau, den Betrieb und die Wartung von Solaranlagen in den USA, Indien, Südafrika, Lateinamerika, China, Japan, Italien, Frankreich und Spanien spezialisiert. Bisher hat es weltweit Solarenergieprojekte mit einer Gesamtkapazität von über 500 MW umgesetzt.

Der Kredit ohne Regressanspruch wird durch die Erträge aus der Stromproduktion der Anlage besichert. Die Finanzierung für inländische Solarprojekte erfolgt überwiegend durch Kredite mit Regressanspruch, bei denen die Bonität der Beteiligten eine zentrale Rolle spielt. Bei der Transaktion zwischen Gestamp Solar und der Deutschen Bank handelt es sich um das erste Finanzierungsprojekt ohne Regressanspruch nach internationalen Standards, das in Japan zwischen den beiden Beteiligten für eine Solaranlage abgeschlossen wird. Weitere derartige Vereinbarungen sollen folgen. Die Diskussionen zwischen der Deutschen Bank und anderen ausländischen Solaranlagenbauern über die Finanzierung von Projekten in Japan befinden sich in einem weit fortgeschrittenen Stadium.

Weltweites Engagement für die Finanzierung erneuerbarer Energien

Simon Roue, Leiter des Bereichs Corporate Finance der Deutsche Bank AG Tokyo Branch, sagte: „Die Deutsche Bank will weltweit eine führende Rolle bei der Finanzierung erneuerbarer Energien spielen. Im Zuge dieses Engagements kann die DB AG Tokyo Branch ihren Kunden jetzt sowohl Baufinanzierungslösungen als auch konkurrenzfähige Lösungen zur langfristigen Finanzierung von Solaranlagen anbieten und so die Arbeit der Regierung in Bezug auf die Entwicklung einer längerfristig ausgerichteten Energiestrategie unterstützen.“

Im Jahr 2012 trat in Japan ein Einspeisetarif für erneuerbare Energien in Kraft, der abhängig von der Art der Stromerzeugung einen Fixpreis für Strom garantiert. Angesichts der Aussicht auf stabile Erträge engagieren sich zunehmend mehr ausländische Unternehmen am japanischen Markt für Solarenergie. Angaben von Bloomberg New Energy Finance zufolge wird Japan in diesem Jahr das Land sein, das die Kapazitäten im Bereich Solarenergie am stärksten ausbaut. Erneuerbare Energien haben in Japan nur einen Anteil von unter 11 Prozent an der gesamten Energieproduktion, verglichen mit 31 Prozent in Deutschland.

Für ihre Arbeit bei der Finanzierung erneuerbarer Energien wurde die Deutsche Bank im Jahr 2013 mit dem Mandated Lead Arranger des Infrastructure Journal ausgezeichnet. Den Daten von Bloomberg New Energy Finance zufolge war die Bank im Jahr 2013 der größte nicht aus Asien stammende Energiefinanzier aus dem privaten Sektor. Die DB beteiligte sich an der Finanzierung von erneuerbaren Energieprojekten mit einer Kapazität von über 1.185 MW in Nord- und Südamerika sowie in Europa und setzte Eigenkapital in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung von Projekten mit einem Wert von über 3,6 Milliarden US-Dollar ein.

Im Solarmarktausblick der Deutschen Bank für 2014 heißt es, dass derzeit der zweite „Goldrausch“ im Bereich der Solarenergie stattfindet. Unseren Analysen zufolge ist die Solarenergie derzeit in mindestens 19 Ländern weltweit auch ohne Subventionen wettbewerbsfähig, und wenn die Preise für Solarsysteme weiter sinken, dürfte dies in noch weiteren Märkten der Fall sein.

Saubere Energie

„Die Deutsche Bank will welt­weit eine führende Rolle bei der Fi­nan­zie­rung er­neu­er­ba­rer Energien spielen. Im Zuge dieses En­gage­ments kann die DB AG Tokyo Branch ihren Kunden jetzt sowohl Bau­fi­nan­zie­rungs­lö­sun­gen als auch kon­kur­renz­fähige Lösungen zur lang­fris­ti­gen Fi­nan­zie­rung von So­lar­an­la­gen an­bie­ten und so die Arbeit der Re­gie­rung in Bezug auf die Ent­wick­lung einer län­ger­fris­tig aus­ge­rich­te­ten Ener­gie­stra­te­gie un­ter­stützen.”

Simon Roue Leiter des Bereichs Corporate Finance der Deutsche Bank AG Tokyo Branch

Saubere Energie

10.000 Haushalte

sollen ab der Inbetriebnahme im April 2015 mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt werden.

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