Menschenrechte

Die Deutsche Bank bekennt sich voll und ganz zu ihrer Verantwortung im Hinblick auf Menschenrechte. Es ist integraler Bestandteil unserer Werte und Überzeugungen, dass unser Verhalten stets den höchsten ethischen Standards entspricht. Die Werte und Überzeugungen wurden entwickelt, um dies sicherzustellen und sind der Kern all dessen, was wir anstreben. Wir tun das, was nicht nur rechtlich erlaubt, sondern auch richtig ist.

Menschenrechte

Es ist eine komplexe Aufgabe, die Anforderungen aller Empfehlungen, Leitlinien, Grundsätze und Standards in Bezug auf Menschenrechte umfassend zu erfüllen. Unser Ziel ist es, unseren Ansatz und die internen Richtlinien zum Thema Menschenrechte kontinuierlich zu verbessern. Viele unserer internen Dokumente, einschließlich des Deutsche Bank Verhaltens- und Ethikkodex sowie Richtlinien und Verfahren, spiegeln unsere Verpflichtung wider, die Menschenrechte zu achten. Zusätzlich orientiert sich die Deutsche Bank an zahlreichen internationalen externen Standards und Grundsätzen, einschließlich der:

  • UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte
  • Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
  • Erklärung der Internationalen Arbeitsorganisation über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit
  • Prinzipien des UN Global Compact
  • UN-Prinzipien für verantwortungsbewusstes Investment („PRI“)
  • OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen
  • Performance Standards der International Finance Corporation („IFC“)


Insbesondere die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte beruhen auf der Anerkennung, dass Staaten und Unternehmen verpflichtet sind, die Menschenrechte zu respektieren. Die Staaten sind in erster Linie dafür verantwortlich, die Menschenrechte ihrer Bürger zu schützen. Es obliegt den Staaten, ihre internationalen Pflichten im Rahmen der Menschenrechte in nationales Recht umzusetzen, um sicherzustellen, dass die Menschenrechte geschützt werden.


In Situationen, in denen das jeweilige nationale Recht nicht alle international anerkannten Menschenrechte abdeckt, die Umsetzung oder entsprechenden Gesetze selbst unzureichend sind beziehungsweise die UN-Leitprinzipien nicht hinreichend in nationales Recht umgesetzt werden, sind Unternehmen explizit aufgefordert, gemäß höherer internationaler Standards zu agieren. Um die Menschenrechte zu achten, muss die Deutsche Bank daher mehr tun, als einzig und allein Gesetze einzuhalten. Wir lassen uns von dem leiten, was richtig ist.

Geltungsbereich und Implementierung

Die Deutsche Bank richtet ihre Aufmerksamkeit stets darauf, inwiefern Geschäftsaktivitäten Menschenrechte beeinflussen könnten.
Die Deutsche Bank wird keine Aktivitäten oder Geschäftsverbindungen wahrnehmen, bei denen ein klarer Zusammenhang zu schweren Menschenrechtsverletzungen besteht.
Unsere Steuerungs- und Risikominderungsmaßnahmen fokussieren daher insbesondere auf die folgenden Handlungsfelder:
- Achtung der Menschenrechte unserer Mitarbeiter
- Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen durch unsere Geschäftsbeziehungen zu Kunden
- Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen durch unsere Kooperation mit externen Dienstleistern und Lieferanten

Mitarbeiter

Ziel der Deutschen Bank ist es, für aktuelle und künftige Mitarbeiter ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Das Thema Menschenrechte umfasst in diesem Kontext ein breites Themenspektrum, welches vom Ausschluss der Zwangs- und Kinderarbeit über gerechte Vergütung und Arbeitszeit bis hin zur Versammlungs- und Handlungsfreiheit reicht, sich jedoch nicht darauf beschränkt.
Unser Vorgehen beruht auf der Erklärung über die grundlegenden Prinzipien und Rechte bei der Arbeit (Declaration on Fundamental Principles and Rights at Work) der Internationalen Arbeitsorganisation (International Labour Organization; ILO) sowie dem Arbeitsrecht der unterschiedlichen Länder, in denen wir tätig sind. Unter anderem hat sich die Deutsche Bank zu folgenden Standards verpflichtet: 

 

Gesundheit und Wohlergehen

Die Deutsche Bank verfügt über ein modernes präventionsorientiertes System für den Schutz am Arbeitsplatz, um die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter kontinuierlich sicherzustellen.
Indem sie das Gesundheits- und Sicherheitsbewusstsein ihrer Mitarbeiter stärkt und diesen einen direkten und indirekten Zugang zu medizinischer Versorgung bietet, hilft die Deutsche Bank dabei, Betriebsunfälle und Berufskrankheiten zu reduzieren.

 

Datenschutz

Im Einklang mit nationalem Recht werden mitarbeiterbezogene Daten im Deutsche Bank-Konzern als äußerst sensible Daten angesehen. Daher gelten für den Umgang mit und die Verarbeitung (einschließlich der Speicherung und Löschung), Übertragung sowie Offenlegung und/oder Weitergabe von derartigen Daten besondere Sorgfalt und Sicherheitsvorkehrungen.
Die Behandlung von Mitarbeiterdaten muss im Einklang mit den maßgeblichen Gesetzen (z. B. EU-Datenschutzgesetz gemäß 95/46EC zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr), den nationalen Datenschutzbestimmungen (z. B. Bundesdatenschutzgesetz) und den maßgeblichen Gesetzen zur Mitarbeitervertretung stehen.
Jeder, der Mitarbeiterdaten bearbeitet, muss interne und externe datenschutzrechtliche Regelungen einhalten.

 

Vielfalt und Chancengleichheit

Im Einklang mit ihrem Verhaltens- und Ethikkodex hat sich die Deutsche Bank dazu verpflichtet, jeden – ungeachtet seiner Position und Lebensumstände – mit Würde und Respekt zu behandeln.
Sie bietet daher jedem Mitarbeiter gleiche Beschäftigungschancen und Aufstiegsmöglichkeiten, ohne Unterscheidung oder Benachteiligung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Nationalität, Familienstand (Ehestand oder Lebenspartnerschaft), Geschlecht (inkl. Schwangerschaft), Religion, Glauben, nationaler oder sozialer Herkunft, Alter, Behinderung, und sexueller Orientierung.
Alle Mitarbeiter werden auf der Basis ihrer Leistung beurteilt und erhalten eine ehrliche und faire Rückmeldung. Falsche und böswillige Aussagen werden nicht akzeptiert.

 

Angemessene Vergütung

Die Deutsche Bank hat sich verpflichtet, ein angemessenes Vergütungspaket anzubieten, das an der nachhaltigen konzernweiten Profitabilität ausgerichtet ist und mit dem sie gleichzeitig die besten und talentiertesten Mitarbeiter gewinnt und bindet.
Die Gesamtvergütung setzt sich aus einer fixen und einer variablen Komponente zusammen. Die variable Komponente ist abhängig vom Erfolg der Deutschen Bank, des Geschäftsbereichs sowie der persönlichen Leistung und angepasst an Risikoaspekte.
Die variable Vergütung ist zudem werteorientiert und daher abhängig von der Einhaltung der Werte, der Standards für das Führungsverhalten und des bestehenden Verhaltens- und Ethikkodex der Bank.

 

Versammlungsfreiheit und Tarifverhandlungen

Die Deutsche Bank hält alle Gesetze, Regeln und Vorschriften der Länder ein, in denen sie tätig ist. Hierzu gehört die Gesetzgebung eines souveränen Staats in Bezug auf Tarifvereinbarungen, Tarifverhandlungen sowie die Versammlungsfreiheit.
In Ländern, in denen die internationalanerkannten Prinzipien möglicherweise nicht vollständig umgesetzt sind, verfolgt die Deutsche Bank das Ziel, gemeinsame Wege zu finden, die Grundsätze international anerkannter Menschenrechte zu achten.
Zusammen mit Arbeitnehmervertretern suchen wir nach Lösungen, um die Interessen der gegebenenfalls von arbeitsrechtlichen Maßnahmen betroffenen Mitarbeiter und die Interessen der Deutschen Bank bestmöglich einander anzugleichen. Dies beinhaltet die Einhaltung aller gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben an allen Standorten.
Wir führen einen konstruktiven Dialog mit sämtlichen Arbeitnehmervertretern und Gewerkschaften und arbeiten mit ihnen vertrauensvoll und partnerschaftlich zusammen.

 

Zwangs- und Kinderarbeit

Die Deutsche Bank als Arbeitgeber lässt keine Kinder- oder Zwangsarbeit zu

Kunden

Unsere Firmenkunden sind in allen Branchen der Wirtschaft tätig. Hierzu gehören auch die Sektoren, in denen ein hohes Risiko bestehen kann, dass Menschenrechte verletzt werden. Daher analysieren wir die mit einer Branche, einem Kunden oder einer Transaktion verbundenen ökologischen und sozialen (environmental and social, „ES“) Risiken auf dieselbe Weise, wie wir die klassischen finanziellen Risiken prüfen.


Um Menschenrechtsverletzungen zu identifizieren, zu verhindern und zu verringern, haben wir in unseren ES-Risikoprüfungsprozess Menschenrechtsaspekte (z. B. Landrechte, Arbeitsrechte, Kinderrechte, Gesundheit und Sicherheit von Arbeiternehmern und Gemeinden, Rechte indigener Völker etc.) integriert. Anforderungen zur ES-Risikoprüfung werden in unserem Rahmenwerk für ökologische und soziale Risiken definiert. Das Rahmenwerk für ökologische und soziale Risiken ist integraler Bestandteil des globalen Rahmenwerks zur Steuerung von Reputationsrisiken und gilt weltweit.

 
Bei einer auf Menschenrechte bezogenen Risikoprüfung berücksichtigen wir, sofern angemessen, international anerkannte Best Practice-Lösungen und -Standards, wie die acht Performance Standards der IFC, die Umwelt-, Gesundheits- und Sicherheitsstandards der Weltbankgruppe/IFC bzw. die Voluntary Principles on Securities and Human Rights, die insbesondere für die Rohstoffindustrie relevant sind.
Unsere Leitlinien zu den spezifischen Sektoren geben weitere Informationen darüber, wie wir die Risiken von Kunden und Transaktionen im Hinblick auf Menschenrechte prüfen und bewerten.


Zudem wird unsere interne Risikoprüfung durch einen direkten Dialog mit Kunden sowie durch Nutzung zur Verfügung stehender externer Instrumente/Datenbanken wie MSCI Rating ergänzt. Darüber hinaus konsultieren wir bei Bedarf unabhängige Fachexperten.
Um den besonderen Verpflichtungen von Asset Managers insbesondere deren unabhängigen treuhänderischen Verpflichtungen nachzukommen, hat die Asset Management Sparte der Deutsche Bank das ESG („Environment, Social, Governance“) Office gegründet, welches erst kürzlich in das neu gegründete „Centre for Sustainable Finance“ eingegliedert wurde.
Das Centre ist dafür verantwortlich ESG-Standards und -Lösungen bereitzustellen, die in den Anlage- und Risikomanagementprozess integriert werden. Diese basieren auf objektiven und maßgeblichen Analysen zu ESG-Themen, einschließlich Menschenrechten. Diese Analysen stehen der ganzen Organisation, inklusive allen Portfoliomanagern, zur Verfügung.
Das Centre wird auch künftig allgemeine ESG-Standards für Asset Manager der Deutschen Bank entwickeln und festlegen. Hierzu gehören entsprechend der Vorgaben des Deutsche Bank-Konzerns auch die Standards zu Menschenrechtsthemen, die objektiv auf deren Erfüllung hin geprüft werden können.


Mithilfe eines ESG-Analyse-Instruments werden Unternehmen automatisch bewertet und in mehrere ESG-Klassen eingestuft. Zudem ist es mit diesem Instrument möglich die Unternehmen auszuschließen, die an kontroversen Aktivitäten, beispielsweise im Zusammenhang mit Menschenrechtsverletzungen, beteiligt sind.
Ferner haben wir die UN-Prinzipien für verantwortungsbewusstes Investment unterzeichnet. Damit haben wir uns dazu verpflichtet, einen kontinuierlichen direkten Dialog mit Beteiligungsunternehmen zu führen. Unser Ziel ist es, deren Unternehmensstrategie zu prägen sowie deren Unternehmensleistung zu überwachen. Wir erwarten unter anderem, dass die Unternehmen menschenrechtliche Aspekte in ihre strategische Planung und Aktivitäten integrieren.

Externe Dienstleister/Lieferanten

Externe Dienstleister und Lieferanten sind juristische Personen, die der Deutschen Bank oder einer ihrer Tochtergesellschaften Produkte und/oder Dienstleistungen bereitstellen, jedoch nicht zur Deutschen Bank gehören.


Die Deutsche Bank ist bestrebt, mit externen Dienstleistern und Lieferanten zusammenzuarbeiten, deren Richtlinien und Praktiken in Bezug auf Menschenrechte mit unseren eigenen übereinstimmen. Von den Leistungsanbietern wird erwartet, dass sie die Menschenrechte ihrer Mitarbeiter achten, dass sie allen gleiche Arbeitsmöglichkeiten bieten sowie dass sie Diskriminierung oder Belästigung (am Arbeitsplatz) nicht dulden.


Wir erwarten von unseren Geschäftspartnern und deren Lieferketten, dass sie alle geltenden Gesetze und Vorschriften in den Jurisdiktionen, Ländern sowie Regionen, in denen sie tätig sind, einhalten. Vor allem unter Berücksichtigung der Arbeitsgesetze sollten sie bspw. keine Kinder- oder Zwangsarbeit nutzen, Standards in Bezug auf Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz einhalten und Mitarbeiter angemessen entlohnen.


Sofern möglich, pflegen wir langfristige Beziehungen zu unseren externen Dienstleistern und Lieferanten. Hält jedoch ein Geschäftspartner die geltenden Gesetze und Vorschriften nicht ein bzw. erfüllt unsere Anforderungen nicht, erhält er diesbezüglich eine Nachricht mit der Aufforderung, die Schwachstellen zu beheben. Wir behalten uns das Recht vor, die Geschäftsbeziehung zu beenden, sollten die Schwachstellen nicht behoben werden.


Die Deutsche Bank verbessert derzeit ihren Prozess für die Steuerung von Risiken durch externe Dienstleister und Lieferanten. Hierzu gehören entsprechende Anforderungen an externe Geschäftspartner, die der Deutschen Bank oder einer ihrer Tochtergesellschaften Produkte und Dienstleistungen bereitstellen. Diese Anforderungen werden sicherstellen, dass wir unserer Verpflichtung zur Einhaltung der Menschenrechte und unseres Verhaltens- und Ethikkodex nachkommen.

Beschwerdeverfahren und Berichterstattung

Die Deutsche Bank ermutigt alle ihre Stakeholder, sie zu kontaktieren, wenn sie die Bank eindeutig in der Verantwortung sehen, ihre Verpflichtung zur Achtung von Menschenrechten nicht nachgekommen zu sein. Kunden und die Öffentlichkeit können die Deutsche Bank über verschiedenste Wege kontaktieren oder sich beschweren, unter anderem vor Ort in den Filialen, per Telefon, über die Homepage und Social Media-Plattformen sowie per Brief an jede Niederlassung der Deutschen Bank.
Beschwerden in Bezug auf Menschenrechte werden wie andere Beschwerden zunächst in den jeweiligen Geschäftsbereichen bearbeitet, zum Beispiel im Rahmen ihres Beschwerdemanagements. Gemäß der 2008 eingeführten Richtlinie zum Beschwerdemanagement sind unsere Geschäftsbereiche verpflichtet, spezielle Einheiten zur Bearbeitung von Beschwerden einzurichten. Die Deutsche Bank berichtet über ihren Ansatz zum Schutz der Menschenrechte auf ihrer Corporate Responsibility Webseite sowie alljährlich in ihrem Bericht zur Unternehmerischen Verantwortung.

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