Funding Strategie

Finanzierungsmittel

Diversifizierung der Finanzierungsmittel

Die Diversifizierung unseres Refinanzierungsprofils nach Anlegerkategorien, Regionen, Produkten und Instrumenten ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts des Liquiditätsrisikomanagements. Unsere stabilsten Refinanzierungsmittel stamen aus Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie von Privat- und Transaktionsbankkunden. Andere Kundeneinlagen sowie die besicherte Refinanzierungen und Shortpositionen sind weitere Finanzierungsquellen. Die unbesicherte Wholesale- Refinanzierung repräsentiert unbesicherte Wholesale-Verbindlichkeiten, die in erster Linie durch unseren Geschäftsbereich Treasury Pool Management aufgenommen wurden. Aufgrund der Kurzfristigkeit dieser Verbindlichkeiten werden diese primär zur Refinanzierung von Barsalden und liquiden Handelsbeständen genutzt.

Um eine zusätzliche Diversifizierung unserer Refinanzierungsmittel sicherzustellen, besitzen wir eine Pfandbrieflizenz, die uns die Emission von Hypothekenpfandbriefen ermöglicht. Zusätzlich haben wir ein Programm zur Emission von gedeckten Anleihen unter spanischem Recht (Cedulas) eingeführt.

Die unbesicherte Wholesale-Refinanzierung umfasst eine Bandbreite von unbesicherten Produkten wie Certificates of Deposits (CDs), Commercial Paper (CPs) sowie Termin-, Call- und Tagesgelder, weitestgehend mit Laufzeiten bis zu einem Jahr.

Um eine ungewollte Abhängigkeit von diesen kurzfristigen Refinanzierungsquellen zu vermeiden und ein gesundes Refinanzierungsprofil zu fördern, das im Einklang mit der festgelegten Risikotoleranz steht, haben wir Limitstrukturen (über die Zeitachse) für diese Finanzierungsquellen implementiert, die aus unserer täglichen Stresstestanalyse abgeleitet sind. Darüber hinaus haben wir ein Limit für das Gesamtvolumen der unbesicherten Wholesale-Refinanzierung definiert, um die Abhängigkeit von dieser Finanzierungsquelle im Rahmen der Diversifizierung der Finanzierungsquellen zu steuern.

Strukturelle Refinanzierung

Das wichtigste Instrument der Deutschen Bank zur Überwachung und Steuerung längerfristiger Refinanzierungsrisiken ist die Funding Matrix. Die Funding Matrix bewertet die strukturelle Refinanzierung des Konzerns für den Zeitraum von größer als einem Jahr. Zur Erstellung der Funding Matrix ordnen wir alle für das Refinanzierungsprofil relevanten Aktiva und Passiva entsprechend ihren ökonomischen oder modellierten Fälligkeiten, Laufzeitbändern zu. Dies erlaubt es dem Konzern, erwartete Überflüsse und Engpässe in langfristigen Verbindlichkeiten (Passiva) gegenüber Vermögenswerten (Aktiva) in jedem Laufzeitenband zu identifizieren, und erleichtert das Steuern von potenziellen Liquiditätsgefahren.

Das Liquiditätsprofil basiert auf vertraglichen Cashflow-Informationen. Wenn das vertragliche Fälligkeitsprofil eines Produkts das Liquiditätsprofil nicht ausreichend widerspiegelt, wird es durch Modellierungsannahmen ersetzt. Kurzfristige Bilanzpositionen (< 1 Jahr) oder passende Refinanzierungsstrukturen (wenn Vermögenswert- und Refinanzierungslaufzeit übereinstimmen, also ohne Refinanzierungsrisiko sind) können von der Auswertung ausgenommen werden.

Der bottom-up Ansatz für individuelle Geschäftsbereiche wird mit einer top-down Abstimmung gegen die IFRS Konzernbilanz kombiniert. Aus den kumulativen Laufzeitenprofilen von Vermögenswerten und Refinanzierungen über ein Jahr kann ein Liquiditätsüberschuss oder Liquiditätsunterdeckung in der Konzernlaufzeitenstruktur identifiziert werden. Das kumulierte Profil wird beginnend beim Band über zehn Jahren bis herunter zu dem Band über ein Jahr aufgebaut.

Der strategische Liquiditätsplanungsprozeß, welcher die Entwicklung von Angebot und die Nachfrage nach Refinanzierungsmitteln über alle Geschäftsbereiche hinweg beinhaltet, stellt, zusammen mit den von der Bank angestrebten wesentlichen Liquiditäts- und Refinanzierungskennzahlen, die Hauptgrundlage für unseren jährlichen Emissionsplan. Nach Genehmigung durch den Vorstand legt der Emissionsplan die Emissionsziele für Wertpapiere nach Laufzeit, Volumen, Währung und Instrument fest. Wir haben eine spezielle Risikotoleranz für unsere US-Dollar und Britische Pfund Funding Matrix eingeführt, welche als Grenze in der maximalen Unterdeckung für jedes Laufzeitenband (größer als 1 Jahr bis zu größer als 10 Jahre) 10 Mrd. € beziehungsweise 5 Mrd. € festlegt. Dies ergänzt die Risikotoleranz für unsere währungsübergreifende Liquiditätsablaufbilanz, die es erfordert, eine positive Liquiditätsposition in jedem Laufzeitenband (größer als 1 Jahr bis zu größer als 10 Jahre) vorzuhalten.

Refinanzierung und Kapitalmarktemissionen

2018 war ein herausforderndes Jahr für die Kreditmärkte. Der Übergang von der quantitativen Lockerung (Quantitative Easing) zur quantitativen Straffung (Quantitative Tightening) in Verbindung mit einer erhöhten Makrounsicherheit führte zu höherer Volatilität und Credit Spreads. Unser 5-jähriger CDS handelte in einer Bandbreite von 65 bis 224 Basispunkten. Der Höchststand wurde Anfang Dezember beobachtet, seitdem ist der Spread zurückgegangen und wurde zum Jahresende bei 208 Basispunkten gehandelt. Die Spreads unserer Anleihen zeigten ein ähnliches Verhalten. So wurde beispielsweise unsere im Januar 2023 fällige 2,375%ige EUR-Benchmark mit einer Bandbreite von 51 bis 259 Basispunkten gehandelt und schloss zum Jahresende 2018 bei 230 Basispunkten.

Unser überarbeiteter Emissionsplan 2018 in Höhe von 20-22 Mrd. €, bestehend aus Schuldtiteln mit einer ursprünglichen Laufzeit von mehr als einem Jahr, wurde abgeschlossen, und wir haben 2018 Terminkapital in Höhe von 19,8 Mrd. € aufgenommen. Diese Finanzierung war breit auf die folgenden Finanzierungsquellen verteilt: Senior-Emissionen ohne Vorzugsbehandlung (9,4 Mrd. €), Senior-Emissionen mit Vorzugsbehandlung (1,0 Mrd. €), Covered Bonds (2,5 Mrd. €) und andere strukturierte Senior-Emissionen mit Vorzugsbehandlung (6,9 Mrd. €). Der Gesamtbetrag von (19,8 Mrd. €) teilt sich auf in Euro (8,3 Mrd. €), US-Dollar (9,7 Mrd. €), Britisches Pfund (0,3 Mrd. €) und andere Währungen zusammen (1,5 Mrd. €). Neben der direkten Emission setzen wir langfristige Cross-Currency-Swaps ein, um unseren Finanzierungsbedarf außerhalb des EUR zu decken. Unsere Anlegerbasis für 2018 waren Vermögensverwalter und Pensionskassen (40%), Privatkunden (19%), Banken (8%), Regierungen und Behörden (5%), Versicherungsgesellschaften (3%) und andere institutionelle Anleger (18%). Die geografische Aufteilung erfolgte auf Deutschland (20%), das übrige Europa (35%), die USA (25%), Asien/Pazifik (15%) und Sonstige (5%).

Der durchschnittliche Spread unserer Emissionen über den 3-Monats-Euribor (alle Nicht-Euro-Finanzierungsspreads warden gegenüber dem 3-Monats-Euribor umgerechnet) betrug 60 Basispunkte für das Gesamtjahr und lag damit unter dem Durchschnitt von 71 Basispunkten im Jahr 2017. Die durchschnittliche Laufzeit betrug 6,1 Jahre. Unsere Emissionsaktivitäten waren im ersten Halbjahr höher. Wir haben in jedem Quartal die folgenden Mengen ausgegeben: Q1: 10,8 Mrd. €, Q2: 3,0 Mrd. €, Q3: 3,2 Mrd. € und Q4: 2,8 Mrd. €.

In unserer Q1 2019 Fixed Income Telefonkonferenz haben wir angekündigt den Refinanzierungsplan auf 15-20 Mrd. € zu reduzieren (von ursprünglich 20-25 Mrd. € wie mit Geschäftsbericht 2018 veröffentlicht). Wir planen, diesen über die oben genannten Quellen zu erfüllen, ohne dabei von einer Quelle übermäßig abhängig zu sein. Des Weiteren planen wir einen Teil dieser Refinanzierung in US-Dollar aufzunehmen und Währungsswaps abzuschließen, um den verbleibenden Finanzierungsbedarf abzudecken. Unsere gesamten Kapitalmarktfälligkeiten, ohne rechtlich ausübbare Kaufoptionen, belaufen sich 2019 auf rund 22 Mrd. €.
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