Funding Strategie

Finanzierungsmittel

Diversifizierung der Finanzierungsmittel

Die Diversifizierung unseres Refinanzierungsprofils nach Anlegerkategorien, Regionen, Produkten und Instrumenten ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Konzepts des Liquiditätsrisikomanagements. Unsere stabilsten Refinanzierungsmittel stammen aus Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital sowie von Privat- und Transaktionsbankkunden. Andere Kundeneinlagen sowie die besicherte Refinanzierungen und Shortpositionen sind weitere Finanzierungsquellen. Die unbesicherte Wholesale-Refinanzierung repräsentiert unbesicherte Wholesale-Verbindlichkeiten, die in erster Linie durch unseren Geschäftsbereich Treasury Pool Management aufgenommen wurden. Aufgrund der Kurzfristigkeit dieser Verbindlichkeiten werden diese primär zur Refinanzierung von Barsalden und liquiden Handelsbeständen genutzt.

Um eine zusätzliche Diversifizierung unserer Refinanzierungsmittel sicherzustellen, besitzen wir eine Pfandbrieflizenz,die uns die Emission von Hypothekenpfandbriefen ermöglicht. Zusätzlich haben wir ein Programm zur Emission von gedeckten Anleihen unter spanischem Recht (Cedulas) eingeführt.

Die unbesicherte Wholesale-Refinanzierung umfasst eine Bandbreite von unbesicherten Produkten wie Certificates of Deposits (CDs), Commercial Paper (CPs) sowie Termin-, Call- und Tagesgelder, weitestgehend mit Laufzeiten bis zu einem Jahr.

Um eine ungewollte Abhängigkeit von diesen kurzfristigen Refinanzierungsquellen zu vermeiden und ein gesundes Refinanzierungsprofil zu fördern, das im Einklang mit der festgelegten Risikotoleranz steht, haben wir Limitstrukturen (über die Zeitachse) für diese Finanzierungsquellen implementiert, die aus unserer monatlichen Stresstestanalyse abgeleitet sind. Darüber hinaus haben wir ein Limit für das Gesamtvolumen der unbesicherten Wholesale-Refinanzierung definiert, um die Abhängigkeit von dieser Finanzierungsquelle im Rahmen der Diversifizierung der Finanzierungsquellen zu steuern.

In Laufe von 2016 ist unser Gesamtrefinanzierungsvolumen konstant bei 977 Mrd € gegenüber 976 Mrd € geblieben. Der Rückgang bei den Einlagen von Privatkunden in Höhe von 19,6 Mrd € (6%) spiegelt einen Rückgang der Guthaben von Kunden der Vermögensverwaltung im zweiten Halbjahr wider. Einlagen von Transaktionsbankkunden erhöhten sich um 3,3 Mrd € (2%) während sich die unbesicherte Wholesale-Refinanzierung um 5,4 Mrd € (9%) reduzierte. Refinanzierung im Bereich Sonstige Kunden ging um 28,1 Mrd € zurück, hauptsächlich getrieben durch eine Verkleinerung der Nettoverpflichtungen aus Prime Brokerage Geschäften um 20 Mrd €. Die besicherten Refinanzierung und Shortpositionen erhöhte sich um 54,9 Mrd € (50%), getrieben durch erhöhte Repo-Aktivitäten und zudem durch eine Netto-Erhöhung in der Refinanzierung durch die gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der Zentralbank (TLTROs) von 14 Mrd €. Dies spiegelt sich in einer Erhöhung in den Barsalden in der Liquiditätsreserve von 80 Mrd € wider.

Der Gesamtanteil der stabilsten Refinanzierungsquellen (bestehend aus Kapitalmarktemissionen und Eigenkapital, Privatkunden und Transaktionsbankkunden) sank von 74% auf 72%.

Liquiditätsablaufbilanz

Das Hauptwerkzeug der Deutschen Bank zum Beobachten und Steuern des Liquiditätsrisikos ist die Liquiditätsablaufbilanz. Die Liquiditätsablaufbilanz bewertet die strukturelle Refinanzierung des Konzerns für den Zeitraum von größer als einem Jahr. Zur Erstellung eines Fälligkeitsprofils (Liquiditätsablaufbilanz) ordnen wir alle für das Refinanzierungsprofil relevanten Aktiva und Passiva entsprechend ihren ökonomischen oder modellierten Fälligkeiten, Laufzeitbändern zu. Dies erlaubt es dem Konzern, erwartete Überflüsse und Engpässe in langfristigen Geldausflüssen über Geldeingängen in jedem Laufzeitenband zu identifizieren, und erleichtert das Steuern von potenziellen Liquiditätsgefahren.

Die Liquiditätsablaufbilanz basiert auf den vertraglichen Laufzeitinformationen. Wenn die vertragliche Laufzeit das Liquiditätsprofil nicht adäquat widerspiegelt, wird sie durch modellierte Annahmen ersetzt. Kurzfristige Bilanzpositionen (< 1 Jahr) oder passende Refinanzierungsstrukturen (wenn Vermögenswert- und Refinanzierungslaufzeit übereinstimmen, also ohne Refinanzierungsrisiko sind) können von der Auswertung ausgenommen werden.

Der bottom-up Ansatz für individuelle Geschäftsbereiche wird mit einer top-down Abstimmung gegen die IFRS Konzernbilanz kombiniert. Aus den kumulativen Laufzeitenprofilen von Vermögenswerten und Refinanzierungen über ein Jahr kann jeder Liquiditätsüberschuss oder Liquiditätsunterdeckung in der Konzernlaufzeitenstruktur identifiziert werden. Das kumulierte Profil wird beginnend beim Band über zehn Jahren bis herunter zu dem Band über ein Jahr aufgebaut.

Der strategische Liquiditätsplanungsprozeß, welcher die Entwicklung von Angebot und die Nachfrage nach Refinanzierungsmitteln über alle Geschäftsbereiche hinweg beinhaltet, stellt, zusammen mit den von der Bank angestrebten wesentlichen Liquiditäts- und Refinanzierungskennzahlen, die Hauptgrundlage für unseren jährlichen Emissionsplan. Nach Genehmigung durch den Vorstand legt der Emissionsplan die Emissionsziele für Wertpapiere nach Laufzeit, Volumen und Instrument fest. Wir haben eine spezielle Risikotoleranz für unsere US-Dollar und Britische Pfund Liquiditätsablaufbilanz eingeführt, welche als Grenze in der maximalen Unterdeckung für jedes Laufzeitenband (größer als 1 Jahr bis zu größer als 10 Jahre) 10 Mrd € beziehungsweise 5 Mrd € festlegt. Dies ergänzt die Risikotoleranz für
unsere währungsübergreifende Liquiditätsablaufbilanz, die es erfordert, eine positive Liquiditätsposition in jedem Laufzeitenband (größer als 1 Jahr bis zu größer als 10 Jahre) vorzuhalten.

Refinanzierung und Kapitalmarktemissionen

Die Kreditmärkte in 2016 waren beeinflusst von anhaltender politischer Unsicherheit, dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld und der Einführung einer Vielzahl von Gesetzen von Maßnahmen bezüglich der Rangordnung im Insolvenzfall bei unbesicherten Anleihen, Deutschland eingeschlossen. Der fünfjährige Deutsche Bank-CDS wurde in der Spanne zwischen 98 und 267 Basispunkten gehandelt und erreichte seinen Höchststand im Februar. Seitdem ist der Risikoaufschlag signifikant gesunken und der CDS wurde zum Jahresende bei 175 Basispunkten, in der Mitte dieser Spanne für das Jahr gehandelt. Die Aufschläge auf unsere Anleihen wiesen eine ähnliche Volatilität auf. Unsere Euro- Benchmarkanleihe mit einem Coupon von 1,25%, die im September 2021 fällig wird wurde zum Beispiel in der Spanne zwischen 80 und 189 Basispunkten gehandelt und schloss das Jahr am niedrigeren Ende dieser Spanne.

Unser Refinanzierungsplan für 2016 in Höhe von bis zu 30 Mrd €, der Eigenemissionen mit einer Ursprungslaufzeit von mehr als einem Jahr umfasst, wurde vollständig erfüllt und wir haben das Jahr 2016 mit einem Refinanzierungsvolumen von 31,8 Mrd € beendet. Die Refinanzierung verteilte sich hauptsächlich auf die folgenden Finanzierungsquellen: Emission unbesicherter Benchmarkanleihen (13,0 Mrd €), nachrangige (Tier 2) Benchmarkanleihen (0,8 Mrd €), besicherter Benchmarkanleihen (€3,3 Mrd €), unbesicherte plain vanilla Emissionen an Privatkunden (8,0 Mrd €) und andere strukturierte unbesicherte und besicherte Privatplatzierungen (6,7 Mrd €). Das Gesamtemissionsvolumen von 31,8 Mrd € wurde gleichmäßig in Euro (15,2 Mrd €) und in US-Dollar (15,1 Mrd €) emittiert. Darüber hinaus haben wir kleine Beträge in JPY und CHF emittiert. Zusätzlich zu den direkten Emissionen nutzen wir langfristige Währungsswaps, um unseren Refinanzierungsbedarf außerhalb des Euro zu steuern. Unsere Investorenbasis der Emissionen in 2016 umfasst Privatkunden (19%), Banken (12%), Vermögensverwalter und Pensionsfonds (39%), Versicherungen (11%) und andere institutionelle Investoren (19%). Aus geografischer Sicht teilte sich die Investorenbasis auf Deutschland (30%), das restliche Europa (25%), die USA (28%), die Region Asien/Pazifik (15%) und andere Länder (2%) auf. Von unseren zum 31. Dezember 2016 ausstehenden Kapitalmarktemissionen wurden etwa 84% auf unbesicherter Basis emittiert.

Der durchschnittliche Risikoaufschlag für unsere Emissionen über dem 3-Monats Euribor (alle nicht-Euro Refinanzierungsaufschläge wurden auf den 3-Monats Euribor zurückbasiert) betrug für das gesamte Jahr 129 Basispunkte bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 6,7 Jahren. Unsere Emissionsaktivitäten waren im ersten Halbjahr leicht höher, mit einem sich reduzierenden Volumen im zweiten Halbjahr des Jahres 2015. In den einzelnen Quartalen haben wir die folgenden Volumina emittiert: 9,1 Mrd €, 11,1 Mrd €, 2,8 Mrd € und 8,8 Mrd €.

Für 2017 haben wir einen Refinanzierungsplan von 25 Mrd € aus. Wir planen, diesen über die oben genannten Quellen zu erfüllen, ohne dabei von einer Quelle übermäßig abhängig zu sein. Des Weiteren planen wir einen Teil dieser Refinanzierung in US-Dollar aufzunehmen und Währungsswaps abzuschließen, um den verbleibenden Finanzierungsbedarf abzudecken. Unsere gesamten Kapitalmarktfälligkeiten, ohne rechtlich ausübbare Kaufoptionen, belaufen sich 2017 auf rund 21,5 Mrd €.
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