Strategie

Die Deutsche Bank macht einen entscheidenden Schritt, um stärker zu werden und wieder wachsen zu können. Der Vorstand hat am 5. März 2017 eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, denen der Aufsichtsrat zugestimmt hat. Ziel ist es, die Wurzeln der Deutschen Bank auf ihrem Heimatmarkt sowie ihre Position als führende europäische Bank mit globalem Netzwerk zu stärken.

John Cryan

John Cryan, Vorsitzender des Vorstands

„Der Vorstand hat beschlossen, die Strategie vom Herbst 2015 an mehreren Stellen grundlegend anzupassen und ein entscheidendes Stück weiterzuentwickeln... Im Zentrum stehen drei große Themen: (1) Wir stärken unsere Position auf dem Heimatmarkt, indem wir die Postbank und unser Privat- und Firmenkundengeschäft zusammenführen und so den klaren Marktführer in Deutschland schaffen. (2) Wir setzen Wachstumskräfte in unserer Vermögensverwaltung Deutsche Asset Management frei, indem wir einen Minderheitsanteil an die Börse bringen. (3) Und indem wir eine integrierte Unternehmens- und Investmentbank schaffen, stärken wir das Geschäft mit international agierenden Unternehmen. Das ist es, was die Deutsche Bank seit ihrer Gründung ausmacht.”

John Cryan in einer Nachricht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 5. März 2017

Neue Finanzziele

  • Bereinigte zinsunabhängige Aufwendungen von 22 Mrd EUR im Jahr 2018 und 21 Mrd EUR bis zum Jahr 2021 einschließlich der bereinigten zinsunabhängigen Aufwendungen der Postbank;
  • Eigenkapitalrendite nach Steuern, basierend auf dem durchschnittlichen materiellen Eigenkapital, von circa 10% in einem normalisierten Geschäftsumfeld;
  • Harte Kernkapitalquote gemäß CRR/CRD 4 (Vollumsetzung) von deutlich über 13%;
  • Verschuldungsquote gemäß der CRR/CRD 4 (Übergangsregelungen) von 4,5%;
  • es wird eine wettbewerbsfähige Ausschüttungsquote ab dem Geschäftsjahr 2018 angestrebt.

Fortschritt hinsichtlich unserer strategischen Ziele

Am 5. März dieses Jahres haben wir angekündigt, dass wir unser Eigenkapital erhöhen wollen, um jeden Zweifel an unserer Solidität auszuräumen und die Grundlage für Wachstum zu schaffen. Unsere Kapitalerhöhung haben wir im April 2017 mit Bruttozuflüssenvon etwa 8 Mrd EUR erfolgreich abgeschlossen.

Wir haben die Reorganisation unserer Geschäftsbereiche in drei klar definierte Einheiten durchgeführt mit dem Ziel, das Geschäft jeder Einheit zu stärken, die Kunden besser bedienen zu können, Marktanteile und Effizienz zu gewinnen und so das Wachstum voranzutreiben.

  • Die neue Corporate & Investment Bank (CIB) mit Schwerpunkt auf Unternehmenskunden: Unser Geschäft in den Bereichen Sales & Trading, Advisory, Unternehmensfinanzierung und Transaction Banking haben wir in einer Einheit zusammenfasst. Der neue Geschäftsbereich „Corporate & Investment Bank” umfasst die bisherigen Segmente „Global Markets” und „Corporate & Investment Banking”. Dies stellt die Grundlage für die von uns beabsichtigte stärkere Ausrichtung der Investmentbank auf Unternehmenskunden dar. Gleichzeitig bleibt ein starkes, aber fokussierteres Geschäft mit institutionellen Kunden erhalten.
  • Marktführende Privat- und Firmenkundenbank (PCB) in Deutschland: Der Geschäftsbereich „Private & Commercial Bank“ umfasst unser Geschäft mit Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank und der Postbank, das wir bislang separat ausgewiesen hatten, sowie unser Geschäft für wohlhabende Kunden, Stiftungen und Familien. Die Grundlage für die Integration der Postbank wurde durch die Schaffung einer gemeinsamen Führungsstruktur geschaffen. Die strategische Absicht zur Optimierung von Prozessen und Strukturen in der Geschäftsabwicklung und zu einer gemeinsamen IT-Plattform wurde bekräftigt. Gleichzeitig wird die Umsetzung bestehender strategischer Maßnahmen weiter vorangetrieben. Dies beinhaltet die Einführung eines neuen Vermarktungsmodells, die effizientere Aufstellung der zentralen Einheiten und die Schließung von Filialen in Deutschland (177 Filialen in PCC Germany geschlossen per Ende Juni 2017).
  • Ein operativ getrennter Geschäftsbereich Deutsche Asset Management (Deutsche AM): Der Geschäftsbereich Deutsche Asset Management bleibt im Wesentlichen unverändert und beinhaltet die Vermögensverwaltung (Asset Management) der Deutschen Bank. Dieser Bereich ist auf das Angebot von Anlagelösungen für Privatanleger und institutionelle Investoren fokussiert. Die Vorbereitungen für den Teilbörsengang bis zu 25% der Deutsche AM werden mit der schrittweisen Umsetzung der rechtlichen und operativen Zielstruktur weiter vorangetrieben.

Die im Jahresvergleich wesentliche Reduktion der Kosten unterstreicht unseren Fortschritt mit Blick auf unser Kostenziel. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sind die bereinigten zinsunabhängigen Aufwendungen im ersten Halbjahr 2017 rund 6% niedriger. Wesentliche Treiber hierfür sind die Reduktion der Mitarbeiterzahl sowie eine höhere Kostendisziplin. Die Zahl der internen Mitarbeiter ist von 99.744 im Dezember 2016 auf 96.652 im Juni 2017 gesunken.

Quelle: Zwischenbericht zum 30. Juni 2017