Strategie

Die Deutsche Bank macht einen entscheidenden Schritt, um stärker zu werden und wieder wachsen zu können. Der Vorstand hat am 5. März 2017 eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, denen der Aufsichtsrat zugestimmt hat. Ziel ist es, die Wurzeln der Deutschen Bank auf ihrem Heimatmarkt sowie ihre Position als führende europäische Bank mit globalem Netzwerk zu stärken.

John Cryan

John Cryan, Vorsitzender des Vorstands

„Wir kommen beim Umbau der Bank sehr gut voran. Die bereinigten Kosten lagen fünf Prozent niedriger als im ersten Quartal des Vorjahres. Unsere Privat- und Firmenkundenbank hat in Deutschland inzwischen 130 Zweigstellen geschlossen, 58 weitere werden wie geplant folgen, größtenteils bereits bis Ende Juni. Inzwischen haben wir alle acht Beratungscenter eröffnet und bedienen die Kunden dort auch abends und am Wochenende. In mehr als 500 Filialen bieten wir mittlerweile Videoberatung an. Gleichzeitig sind die Gespräche zur Integration der Postbank und des Privat- und Firmenkundengeschäfts in Deutschland gut gestartet. Auch die Vorbereitungen für den Börsengang unseres Vermögensverwalters Deutsche Asset Management verlaufen vielversprechend. Und wir haben unsere Unternehmens- und Investmentbank weiter fokussiert – so haben wir im Kapitalmarktgeschäft inzwischen 18 der 20 Länder verlassen, in denen wir nicht mehr vor Ort vertreten sein wollen.”

John Cryan in einer Nachricht an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 27. April 2017

Deutsche Bank passt Strategie an und beschließt Kapitalerhöhung

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Die geplanten Maßnahmen umfassen:

  • Die Postbank soll nicht veräußert, sondern mittelfristig mit dem Privat- und Firmenkundengeschäft und dem Geschäfts mit vermögenden Kunden der Deutschen Bank zusammengelegt werden.
  • Das Kapitalmarktgeschäft, die Transaktionsbank und die Unternehmensfinanzierung (Corporate Finance) soll in einer integrierten Unternehmens- und Investmentbank zusammengefasst werden.
  • Bestimmte Altbestände an Bilanzpositionen im Kapitalmarktgeschäft (rund 20 Milliarden Euro an risikogewichteten Aktiva (RWA) - ohne operationelles Risiko - und 60 Milliarden Euro an für die Verschuldungsquote relevanter Bilanzsumme) sollen abgebaut und veräußert werden. Derzeit belastet dieses Portfolio die Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTe) in der neuen Unternehmens- und Investmentbank um rund 200 Basispunkte pro Jahr
  • Diese Altbestände sollen gesondert verwaltet und bis 2020 auf ein Volumen reduziert werden, das rund 12 Milliarden Euro an RWA – ohne operationelles Risiko - und rund 31 Milliarden Euro an für die CRD4-Verschuldungsquote relevanter Bilanzsumme entspricht. Die Veräußerung soll beschleunigt werden, soweit dies wirtschaftlich sinnvoll ist.
  • Ein Minderheitsanteil der Deutschen Asset Management (Deutsche AM) soll in den nächsten 24 Monaten an die Börse gebracht werden.
  • Veräußerungen von Geschäften, die rund 10 Milliarden an RWA und rund 30 Milliarden Euro an für die Verschuldungsquote relevanter Bilanzsumme binden. Die Mehrheit dieser Veräußerungen soll innerhalb der kommenden 18 Monate abgeschlossen werden
  • Die Veräußerungen sowie der Teil-Börsengang der Deutsche AM dürften bis zu zwei Milliarden Euro an zusätzlichem Kapital generieren
  • Die Aufwendungen für Restrukturierung und Abfindungen aus den geplanten Maßnahmen werden sich auf schätzungsweise zwei Milliarden Euro belaufen und zwischen 2017 und 2021 bilanziell verarbeitet werden. Rund 70% dieser Aufwendungen dürften in den kommenden beiden Jahren verbucht werden. Alle anderen Aufwendungen für diese Maßnahmen werden in den bereinigten* Kosten ausgewiesen.

Neue Finanzziele:

  • Im Jahr 2018 bereinigte Kosten von 22 Milliarden Euro und weitere Reduzierung auf rund 21 Milliarden Euro bis 2021. Beide Ziele schließen die bereinigten Kosten der Postbank mit ein
  • Nachsteuerrendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) von 10% in einem normalisierten Geschäftsumfeld.
  • Es wird eine wettbewerbsfähige Ausschüttungsquote ab dem Geschäftsjahr 2018 angestrebt.
  • Harte Kernkapitalquote (volle Umsetzung ) deutlich über 13 Prozent.
  • Verschuldungsquote von 4,5 Prozent.

*Bereinigte Kosten sind definiert als zinsunabhängige Aufwendungen nach IFRS, ohne Berücksichtigung von Kosten für Abfindungen und Restrukturierung, für Rechtsstreitigkeiten und für Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert sowie auf immaterielle Vermögenswerte