Frankfurt am Main, 31. Januar 2013

Umsetzung der neuen Strategie prägt Jahresabschluss 2012


Update zur Strategie 2015+

  • Management treibt Umsetzung der neuen Strategie durch Etablierung der Non-Core Operations Unit (NCOU) und Operational Excellence Programm (OpEx) voran
  • Maßnahmen schlagen sich in spezifischen buchhalterischen Effekten nieder, vor allem Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und andere immaterielle Vermögenswerte, sowie weitere spezifische Aufwendungen. Die Ergebnisse waren zudem beeinflusst von Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten. Insgesamt führte dies im 4. Quartal 2012 zu einem Verlust vor Steuern von 2,6 Mrd €
  • Im 4. Quartal lag der Gewinn vor Steuern - bereinigt um Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, andere immaterielle Vermögenswerte sowie Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten von insgesamt 2,9 Mrd € - bei 0,3 Mrd €. Dazu trugen die Kerngeschäftsfelder der Bank 1,0 Mrd € bei
  • 2012 lag der Gewinn vor Steuern - bereinigt um Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, andere immaterielle Vermögenswerte sowie Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten von insgesamt 3,5 Mrd € im Jahr 2012 - bei 4,9 Mrd €. Dazu trugen die Kerngeschäftsfelder der Bank 6,5 Mrd € bei
  • Zugleich beschleunigte das Management den Risikoabbau und die Kapitalbildung, was zu einer pro Forma Tier-1-Kernkapitalquote nach Basel 3 (volle Umsetzung) von 8,0% führte; Management strebt nun 8,5% zum 31. März 2013 an
  • OpEx mit Einsparungen von 0,4 Mrd € im 2. Halbjahr 2012 auf gutem Weg
  • Implementierung eines klaren Regelwerks für einen tiefgehenden, langfristigen Kulturwandel
  • Neugestaltung einer nachhaltigen und anerkannten Vergütungspraxis
  • Variable Vergütung für das Gesamtjahr verringerte sich im Verhältnis zu den Erträgen auf 9% und damit den tiefsten Stand seit langem
  • Bardividende von 0,75 € je Aktie vorgeschlagen


Ergebnisse im Gesamtjahr 2012

  • Gewinn vor Steuern von 1,4 Mrd € (2011: 5,4 Mrd €), Gewinn nach Steuern 0,7 Mrd € (2011: 4,3 Mrd €)
  • Erträge von 33,7 Mrd €, nach 33,2 Mrd € im Jahr 2011
  • Zinsunabhängige Aufwendungen stiegen um 4,6 Mrd € auf 30,6 Mrd €, signifikant beeinflusst durch Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie andere immaterielle Vermögenswerte von 1,9 Mrd €, Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten von 1,6 Mrd € und weiteren spezifischen Aufwendungen
  • Eigenkapitalrendite vor Steuern (bezogen auf das durchschnittliche Active Equity) bei 2,4% (2011: 10,3%)
  • Aufwand-Ertrags-Relation von 90,8% (2011: 78,2%)
  • Tier-1-Kernkapitalquote nach Basel 2.5 zum 31. Dezember 2012 bei 11,6% (2011: 9,5%)


Ergebnisse im 4. Quartal 2012

  • Verlust vor Steuern von 2,6 Mrd € (4. Quartal 2011: Verlust vor Steuern von 0,4 Mio €), Verlust nach Steuern von 2,2 Mrd € (4. Quartal 2011: Gewinn nach Steuern von 0,2 Mrd €)
  • Erträge stiegen um 14% auf 7,9 Mrd € im Vergleich zum 4. Quartal 2011 (6,9 Mrd €)
  • Zinsunabhängige Aufwendungen stiegen um 3,3 Mrd € auf 10,0 Mrd €, signifikant beeinflusst durch Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie andere immaterielle Vermögenswerte von 1,9 Mrd €, Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten von 1,0 Mrd € und anderen spezifischen Aufwendungen
Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DE / NYSE: DB) hat heute vorläufige und nicht testierte Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2012 sowie Eckpunkte der Umsetzung ihrer Strategie 2015+ bekannt gegeben.

Jürgen Fitschen und Anshu Jain, Co-Vorsitzende des Vorstands und des Group Executive Committees, sagten: „Dies ist die umfassendste Umgestaltung der Deutschen Bank in der jüngeren Zeit. Mit der Initiierung der Strategie 2015+ im September haben wir einen wohlüberlegten, aber manchmal unbequemen Wandel auf den Weg gebracht, um langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein. Gleichzeitig haben wir einen grundlegenden kulturellen Wandel in der Bank eingeleitet. Diese Aufgabe wird uns nicht nur die nächsten Monate, sondern über Jahre hinweg beschäftigen.

Während einige Maßnahmen zur Umsetzung der Strategie 2015+ erwartungsgemäß einen beträchtlichen Einfluss auf unsere Zahlen im vierten Quartal hatten, betrachten wir die ersten Ergebnisse als ermutigend. Dies gilt besonders für die erreichte Tier-1-Kernkapitalquote von 8,0% – bei voller Umsetzung von Basel 3. Dies entspricht einer Kapitalerhöhung von mindestens 8 Mrd € für das Jahr 2012. Unsere Geschäftsbereiche erzielten starke operative Ergebnisse. Wir sind bei unserem Operational Excellence Programm gut vorangekommen und haben im zweiten Halbjahr 2012 rund 400 Mio € an Kosteneinsparungen erreicht.“

Im vierten Quartal 2012 hat die Deutsche Bank die Umsetzung ihrer im September 2012 veröffentlichten Strategie 2015+ weiter vorangetrieben. Zum 31. Dezember 2012 betrug die pro forma Tier-1-Kernkapitalquote (Core-Tier-1) nach Basel 3 (volle Umsetzung) 8,0%, gegenüber weniger als 6% zum Jahresende 2011. Sie lag damit deutlich über dem von der Bank für das Ende des vierten Quartals kommunizierten Ziel von 7,2%. Diese Entwicklung spiegelt vor allem die erfolgreiche Umsetzung der Portfolio-Optimierung und des Risikoabbaus außerhalb des Kerngeschäfts sowie Modell- und Prozessverbesserungen wider. Die Bank erhöhte ihre Tier-1-Kapitalquote nach Basel 2.5 auf den höchsten je erreichten Stand von 15,3%, gegenüber 12,9% zum Jahresende 2011.

Im zweiten Halbjahr 2012 hat die Bank bereits eine Reduzierung der risikogewichteten Aktiva-Äquivalente nach Basel 3 von 80 Mrd € erreicht, gegenüber dem erklärten Ziel von 90 Mrd € zum 31. März 2013.

In Folge dessen erhöht die Deutsche Bank ihr Ziel einer pro-forma Tier-1-Kernkapitalquote nach Basel 3 (volle Umsetzung) von 8,0% auf 8,5% per 31. März 2013.

Die Kerngeschäftsfelder der Bank erzielten insgesamt starke operative Ergebnisse. Die Konzernerträge stiegen im Geschäftsjahr 2012 auf 33,7 Mrd €, nach 33,2 Mrd € im Vorjahr. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank im Jahr 2012 auf 1,7 Mrd €, nach 1,8 Mrd € im Vorjahr. 2012 lag der Gewinn vor Steuern - bereinigt um Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, andere immaterielle Vermögenswerte sowie Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten von insgesamt 3,5 Mrd € - bei 4,9 Mrd €. Dazu trugen die Kerngeschäftsfelder der Bank 6,5 Mrd € bei.

Im 4. Quartal lag der Gewinn vor Steuern - bereinigt um Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte, andere immaterielle Vermögenswerte sowie Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten von insgesamt 2,9 Mrd € - bei 0,3 Mrd €. Dazu trugen die Kerngeschäftsfelder der Bank 1,0 Mrd € bei.

Wie erwartet wirkten sich mehrere Entscheidungen der Bank im Zusammenhang mit der Umsetzung ihrer Strategie 2015+ materiell auf die Finanzergebnisse im vierten Quartal 2012 aus. Im vierten Quartal hat die Bank Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte und auf sonstige immaterielle Vermögenswerte von insgesamt 1,9 Mrd € verbucht. Diese standen insbesondere im Zusammenhang mit Geschäftsaktivitäten, die von Corporate Banking & Securities (CB&S) und Asset and Wealth Management (AWM) vor dem Geschäftsjahr 2003 erworben wurden, sowie mit Aktivitäten, die der NCOU zugeordnet wurden. Die Wertminderungen spiegelten die Implementierung der strategischen Initiativen wider, einschließlich des beschleunigten Risikoabbaus außerhalb des Kerngeschäfts, der Umsetzung des Operational Excellence Programms und der Einführung einer neuen divisionalen Struktur inklusive der Schaffung eines spezifischen NCOU-Segments. Sie reflektieren auch den Einfluss der Marktbedingungen auf Parameter, die bei der Bewertung dieser Geschäftsaktivitäten zu berücksichtigen sind. Die Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie auf andere immaterielle Vermögenswerte haben die Tier-1-Kernkapitalquote der Bank nach Basel 3 (volle Umsetzung) nicht beeinflusst.

Im vierten Quartal hat die Bank im Zusammenhang mit signifikanten Rechtsstreitigkeiten (über 100 Mio €) zudem Aufwendungen in Höhe von 1,0 Mrd € verbucht, was auf nachteilige Gerichtsurteile und Entwicklungen in aufsichtsrechtlichen Untersuchungen zurückzuführen ist.

Die Zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen im vierten Quartal 2012 gegenüber dem Vorjahresquartal um 3,3 Mrd € auf 10,0 Mrd €, signifikant beeinflusst durch Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte sowie andere immaterielle Vermögenswerte von 1,9 Mrd € und Aufwendungen für signifikante Rechtsstreitigkeiten von 1,0 Mrd €. Die um die oben genannten Sondereffekte bereinigten Zinsunabhängige Aufwendungen lagen im vierten Quartal bei 7,1 Mrd € im Vergleich zu 6,4 Mrd € im vierten Quartal 2011. Die bereinigten Zinsunabhängigen Aufwendungen enthielten im vierten Quartal weitere spezifische Belastungen von 0,9 Mrd €, die sich aus Restrukturierungs- und anderen Kosten von 0,4 Mrd € für die Umsetzung des Operational Excellence Programms und die Integration der Postbank sowie anderen Belastungen im Zusammenhang mit Turnaround-Maßnahmen im Firmenkundengeschäft in den Niederlanden und IT-Abschreibungen in AWM zusammensetzten. Die Bank erreichte die für das Jahresende 2012 angekündigten Ziele für das Operational Excellence Programm durch Einsparungen von 0,4 Mrd €.

Auf berichteter Basis verzeichnete die Bank für das vierte Quartal einen Verlust vor Steuern von rund 2,6 Mrd € (viertes Quartal 2011: Verlust vor Steuern von 0,4 Mrd €) beziehungsweise einen Verlust nach Steuern von 2,2 Mrd € (viertes Quartal 2011: Gewinn nach Steuern von 0,2 Mrd €). Für das Gesamtjahr 2012 verzeichnete die Bank ein Ergebnis vor Steuern von 1,4 Mrd € (2011: 5,4 Mrd €) und einen Jahresüberschuss von 0,7 Mrd € (2011: 4,3 Mrd  €).

Das Management ist fest entschlossen, einen tiefgehenden Kulturwandel bei der Deutschen Bank umzusetzen. Kurzfristig wird die Bank ihre Vergütungspraxis überarbeiten und die Kontrollmechanismen weiter stärken. Die Bank hat den Bonus Pool deutlich reduziert. Die variable Vergütung für das Gesamtjahr verringerte sich auf einen Anteil von 9% an den Erträgen – das niedrigste Niveau seit vielen Jahren. Zusätzlich hat das von Jürgen Hambrecht geleitete Vergütungs-Kommission eine Reihe von Empfehlungen abgegeben, die bereits in die Vergütung für das Jahr 2012 eingeflossen sind. Die Kommission hat beispielsweise empfohlen, den aufgeschobenen Anteil der Vergütung zu verringern, um damit die Vergütungskosten in künftigen Jahren zu reduzieren. Sie hat ferner angeregt, dass die Leistung für die Kunden eine größere Rolle bei der Festlegung der Vergütung einnimmt. Längerfristige Maßnahmen für einen tiefgehenden Kulturwandel schließen Integrität gegenüber Kunden, operationelle Disziplin und siloübergreifende Zusammenarbeit ein. Die Bank hat in diesem Zusammenhang den seit Jahren umfassendsten Dialog mit ihren Mitarbeitern geführt.

Vorstand und Aufsichtsrat beabsichtigen, der Hauptversammlung am 23. Mai 2013 eine Bardividende für 2012 von 0,75 € je Aktie vorzuschlagen.

Vorläufige und nicht testierte Ergebnisse [Hinweis: Tabelle 1 ist im Anhang verfügbar]

Kapital, Funding und Liquidität [Hinweis: Tabelle 2 ist im Anhang verfügbar]

Die Tier-1-Kernkapitalquote nach Basel 2.5 der Bank stieg zum 31. Dezember 2012 auf 11,6% von 10,7% per Ende des dritten Quartals 2012. Dieser Anstieg war hauptsächlich auf um 32 Mrd € geringere risikogewichtete Aktiva als auch reduzierte Kapitalabzugsposten für Verbriefungen zurückzuführen, beides Resultate der erfolgreichen Maßnahmen des Managements sowie des Programms zum Risikoabbau.

Die Pro-forma-Tier-1-Kernkapitalquote nach Basel 3 (volle Umsetzung) von 8,0% zum 31. Dezember 2012 spiegelt die Maßnahmen zur Risikominderung im vierten Quartal 2012 in Höhe von 55 Mrd € wider. Darin enthalten sind die vorgenannten Effekte aus Basel 2.5.

Die Liquiditätsreserven überstiegen 230 Mrd € von denen ca. 50% in Barsalden und -Äquivalenten gehalten wurden. Seit Dezember 2012 beinhaltet die Definition der gruppenweiten Liquiditätsreserven auch Reserven, die von der Postbank AG gehalten werden und per Jahresende mehr als 25 Mrd € ausmachten.

Im vierten Quartal 2012 hat die Bank weitere 1,9 Mrd € an Kapitalmarkt-Emissionen begeben, die zu einem Jahresgesamtvolumen von 17,9 Mrd € führen. Der durchschnittliche Aufschlag über den relevanten variablen Referenzzinssätzen für die Emissionen betrug für das Gesamtjahr 2012 64 Basispunkte mit einer durchschnittlichen Laufzeit von 4,2 Jahren.

2013 hat die Bank einen moderaten Refinanzierungsbedarf von bis zu 18 Mrd €. Diesen beabsichtigt sie, über ihre verschiedenen Absatzkanäle wie Benchmarkemissionen, Privatplatzierungen sowie ihrem Retailnetzwerk einzuwerben.

Die Verschuldungsquote (bereinigt) ist bei 21 stabil geblieben, da die Verringerung der bereinigten Vermögenswerte um 82 Mrd € durch ein niedrigeres Eigenkapital (bereinigt) ausgeglichen wurde.

Segmentergebnisse

Die Bank hat ihre neue Segmentstruktur im vierten Quartal 2012 eingeführt. Diese beinhaltet die Schaffung des neuen Unternehmensbereichs Non-Core Operations Unit (NCOU). Die NCOU wurde durch die Übertragung der Managementverantwortung für nicht zum Kerngeschäft gehörende Aktivitäten und die Allokation von Portfolios sowie einzelner Vermögenswerte geschaffen, die den Auswahlkriterien für die NCOU entsprachen. Die Implementierung der neuen Segmentstruktur führte zu einem integrierten Bereich Asset and Wealth Management (AWM). Dieser umfasst jetzt auch das passive Fondsgeschäft, sowie das Geschäft mit alternativen Anlagen für Dritte, das von Corporate Banking & Securities (CB&S) übertragen wurde. Dazu gehören unter anderem börsengehandelte Fonds. Bereits veröffentlichte Finanzdaten für den Zeitraum ab 2011 wurden entsprechend angepasst.

Corporate Banking & Securities (CB&S) [Hinweis: Tabelle 3 ist im Anhang verfügbar]

Die Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,0 Mrd € (43%). Dies beinhaltet 516 Mio €, die sich aus einer Verfeinerung der Bewertungsmethodik für Debt Valuation Adjustment (DVA) auf bestimmte derivative Verbindlichkeiten im Berichtsquartal ergaben. Ohne diese Auswirkungen der DVA stiegen die Erträge gegenüber dem Vergleichsquartal um 517 Mio € (22%).Die Erträge stiegen im Wesentlichen im Emissions- und Beratungsgeschäft im Vergleich zum Vorjahresquartal um 271 Mio € (63%). Diese Entwicklung ist vor allem auf höhere Erträge im Emissionsgeschäft (Debt und Equity) im Zusammenhang mit gestiegener Emmissionstätigkeit von Unternehmensanleihen und Aktien zurückzuführen. Des Weiteren stiegen die Erträge in Sales & Trading (Debt und sonstige Produkte) gegenüber dem Vorjahresquartal um 157 Mio € (12%), obwohl darin 186 Mio € im Zusammenhang mit einem Credit Value Adjustment (CVA) enthalten sind, die sich aus einer Verfeinerung der Bewertungsmethodik sowie aus einer Reduzierung der risikogewichteten Aktiva ergeben. Der Anstieg war insbesondere im Bereich Flow Credit aufgrund verbesserter Marktbedingungen zu verzeichnen.

Die Zinsunabhängigen Aufwendungen stiegen um 1,9 Mrd € (92%) gegenüber dem vierten Quartal 2011, aufgrund einer Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 1,2 Mrd € im Berichtsquartal. Ohne diese Wertminderung stiegen die Zinsunabhängigen Aufwendungen um 708 Mio €. Dies war im Wesentlichen bedingt durch höhere Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, Umsetzungskosten im Zusammenhang mit OpEx im Berichtsquartal und höhere leistungsabhängige Vergütungen aufgrund eines höheren Anteils aufgeschobener Vergütung im Vorjahr. Zusätzlich trugen nachteilige Wechselkursänderungen zum Kostenanstieg bei. Dieser Anstieg wurde durch geringere Aufwendungen für leistungsunabhängige Vergütungen, die sich aus der Umsetzung von OpEx ergaben, teilweise ausgeglichen. Im Vergleich zum dritten Quartal 2012 stiegen die Zinsunabhängigen Aufwendungen um 1,1 Mrd €. Auch dies war hauptsächlich auf die vorgenannte Wertminderung auf immaterielle Vermögenswerte, sowie auf Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten zurückzuführen. Ohne diese Wertminderung verringerten sich die Zinsunabhängigen Aufwendungen gegenüber dem Vorquartal um 117 Mio (4%). Verantwortlich dafür waren geringere Umsetzungskosten in Zusammenhang mit OpEx, sowie Einsparungen aufgrund gestiegener Effizienz, einschließlich niedrigerer Vergütungsaufwendungen im Rahmen von OpEx.

Das Ergebnis vor Steuern ging gegenüber dem Vorjahresquartal um 858 Mio € zurück. Dazu trugen vor allem die vorgenannten Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte, Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, sowie Umsetzungskosten für OpEx bei, die teilweise durch höhere Erträge ausgeglichen wurden.

Global Transaction Banking (GTB) [Hinweis: Tabelle 4 ist im Anhang verfügbar]

Im vierten Quartal 2012 hat GTB Maßnahmen zur Neuausrichtung des in den Niederlanden erworbenen Firmenkundengeschäfts eingeleitet. Diese Effekte, sowie die Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten führten im Berichtszeitraum insgesamt zu Netto-Belastungen in Höhe von 534 Mio €, so dass die Vergleichbarkeit mit Ergebnissen aus vorangegangenen Quartalen eingeschränkt ist. Die Maßnahmen im Zusammenhang mit der Neuausrichtung umfassen eine Ausgleichszahlung für eine Kreditabschirmung durch den Verkäufer, eine Wertberichtigung auf immaterielle Vermögenswerte und die Bildung von Rückstellungen für Restrukturierungsaufwendungen.

Die Erträge stiegen im vierten Quartal 2012 um 137 Mio € (15%) gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Erträge im Berichtsquartal beinhalteten den positiven Effekt der vorgenannten Ausgleichszahlung. Außerhalb der Niederlande verzeichnete GTB stabile Erträge aufgrund starker Geschäftsvolumina in einem anhaltend niedrigen Zinsumfeld.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank gegenüber dem vierten Quartal 2011 um 11 Mio € (18%). Dieser Rückgang war hauptsächlich auf niedrigere Aufwendungen in Trade Finance zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorquartal stieg die Risikovorsorge im Kreditgeschäft um EUR 18 Mio € (53%), insbesondere im Zusammenhang mit dem in den Niederlanden erworbenen Firmenkundengeschäft, sowie aufgrund höherer Aufwendungen in Trade Finance.
 
Die Zinsunabhängigen Aufwendungen lagen im vierten Quartal infolge der oben genannten Neuausrichtung und aufgrund einer Aufwendung für Rechtsstreitigkeiten um 668 Mio € (111%) über dem Vorjahresquartal. Gegenüber dem Vorquartal stiegen die Zinsunabhängigen Aufwendungen um 628 Mio € infolge der vorgenannten Aufwendungen, die teilweise durch einen niedrigeren Personalaufwand kompensiert wurden.

Der Verlust vor Steuern von 259 Mio € im Berichtsquartal war auf Effekte aus der Neuausrichtung und auf eine Aufwendung für Rechtsstreitigkeiten zurückzuführen. Ohne diese Sondereffekte lag das Ergebnis vor Steuern im Berichtszeitraum über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Asset and Wealth Management (AWM) [Hinweis: Tabelle 5 ist im Anhang verfügbar]

Im vierten Quartal 2012 gingen die Erträge gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 72 Mio € (6%) zurück. Ursächlich für diesen Rückgang waren vor allem Effekte aus Marktwertschwankungen in Höhe von 65 Mio € bei Investments, die Leistungen im Zusammenhang mit dem Versicherungsgeschäft von Abbey Life decken und in den Zinsunabhängigen Aufwendungen kompensiert werden, 52 Mio € im Zusammenhang mit RREEF aufgrund leistungsabhängiger Einmaleffekte 2011, sowie niedrigere Erträge in Höhe von 34 Mio € im Bereich Alternative Fund Solutions infolge der gesunkenen Nachfrage nach Hedgefondsprodukten. Teilweise kompensiert wurde dieser Rückgang durch höhere Erträge aus dem Beratungs-/Brokeragegeschäft in Höhe von 58 Mio € im Wealth Management in Asien und Amerika.

Die Zinsunabhängigen Aufwendungen nahmen um 403 Mio € (42%) gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Ursächlich für diese Zunahme waren Wertminderungen im Zusammenhang mit Scudder in Höhe von 202 Mio €, IT-bezogene Wertminderungen in Höhe von 90 Mio € sowie Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten, die teilweise durch niedrigere Aufwendungen im Zusammenhang mit dem oben genannten Effekt in Bezug auf Abbey Life ausgeglichen wurden. Gegenüber dem Vorquartal erhöhten sich die Zinsunabhängigen Aufwendungen um 249 Mio € (23%) vor allem infolge der vorgenannten Effekte. Dieser Anstieg wurde teilweise durch niedrigere Restrukturierungskosten im Zusammenhang mit OpEx und geringere Vergütungsaufwendungen für Maßnahmen aus der Implementierung von OpEx kompensiert.

Der Verlust vor Steuern in Höhe von 260 Mio € im Berichtsquartal war vor allem auf die oben genannten Wertminderungen zurückzuführen.  

Private & Business Clients (PBC) [Hinweis: Tabelle 6 ist im Anhang verfügbar]

Die Erträge sanken im Vergleich zum vierten Quartal 2011 um 175 Mio € (7%). Ursächlich dafür war vor allem ein Ertragsrückgang von 209 Mio € (18%) in Consumer Banking Germany. Dieser war auf geringere Effekte aus der Kaufpreisallokation, niedrigere Auflösungen von vor der Konsolidierung gebildeter Risikovorsorge sowie auf das Niedrigzinsumfeld zurückzuführen. In Advisory Banking gingen die Erträge aus dem Einlagengeschäft und Zahlungsverkehr gegenüber dem Vorjahresquartal um 23 Mio € (4%) zurück. Dieser Rückgang resultierte vorwiegend aus gesunkenen Margen. Im Kreditgeschäft stiegen die Erträge hingegen aufgrund höherer Margen in Advisory Banking International um 10 Mio € (2%). Im Beratungs-/Brokeragegeschäft erhöhten sich die Erträge um 33 Mio € (17%), insbesondere im Brokeragegeschäft in Advisory Banking Germany.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank im Vergleich zum vierten Quartal 2011 um 67 Mio € (24%). Dieser Rückgang betraf hauptsächlich die Postbank. Auflösungen von vor der Konsolidierung gebildeter Risikovorsorge in Höhe von 16 Mio € wurden im Zinsüberschuss ausgewiesen. Gegenüber dem dritten Quartal 2012 stieg die Risikovorsorge im Kreditgeschäft um 27 Mio € (15%) im Wesentlichen bei der Postbank.

Die Zinsunabhängigen Aufwendungen reduzierten sich gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 31 Mio € (2%). Im Vergleich zum Vorquartal stiegen sie um 64 Mio € (3%), was aus gestiegenen Umsetzungskosten im Zusammenhang mit der Postbank-Integration und Aufwendungen bezüglich OpEx resultiert.

Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich gegenüber dem Vergleichsquartal 2011 um 38 Mio € (12%). In Advisory Banking Germany ging es aufgrund höherer Kosten im Zusammenhang mit der Postbank-Integration um 85 Mio € zurück und in Consumer Banking Germany sank es infolge geringerer Erträge um 45 Mio €. In Advisory Banking International stieg das Ergebnis vor Steuern hingegen um 92 Mio €. Ursache hierfür waren die gestiegenen anteiligen Gewinne aus der Beteiligung an der Hua Xia Bank und höhere Margen bei Kreditprodukten in Europa.  

Non-Core Operations Unit (NCOU) [Hinweis: Tabelle 7 ist im Anhang verfügbar]

Die Performance des Unternehmensbereichs NCOU resultiert in jeder Periode hauptsächlich aus Einmaleffekten, deren Art und zeitlicher Verteilung. Die im vierten Quartal 2012 ausgewiesenen Erträge verringerten sich durch Einmaleffekte, resultierend aus der Überarbeitung des CVA-Modells, Verlusten aus der Veräußerung von kapitalintensiven Verbriefungspositionen sowie verschiedenen Wertminderungen. Teilweise ausgeglichen wurde diese Entwicklung durch einen Gewinn aus der Veräußerung der Beteiligung an EADS. Das vierte Quartal 2011 beinhaltete eine Abschreibung von 407 Mio € in Zusammenhang mit Actavis.

Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft sank im Berichtsquartal gegenüber dem vierten Quartal 2011 um 31 Mio € (23%). Im Vergleich zum Vorquartal war ein Rückgang um 196 Mio € (65%) zu verzeichnen. Dieser Rückgang war im Wesentlichen auf geringere Rückstellungen für das gemäß IAS 39 umgewidmete Portfolio zurückzuführen.

Die Zinsunabhängigen Aufwendungen sanken gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 56 Mio € (5%). Während das Berichtsquartal eine Abschreibung des Geschäfts- oder Firmenwerts von 400 Mio € beinhaltete, wurde das vierte Quartal 2011 durch 135 Mio € Abschreibungen auf Immobilien, 97 Mio € im Zusammenhang mit der BHF Bank, sowie zusätzlichen Abwicklungskosten beeinflusst.

Consolidation & Adjustments (C&A) [Hinweis: Tabelle 8 ist im Anhang verfügbar]

Der Verlust vor Steuern in Höhe von 697 Mio € im vierten Quartal 2012 beinhaltete vor allem Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten. Zusätzlich 133 Mio € Aufwendungen für Bankenabgaben in Großbritannien und Deutschland. Des Weiteren führten die Unterschiede in den Bilanzierungsmethoden zwischen Managementberichterstattung und gemäß IFRS zu negativen Effekten von ungefähr 60 Mio €. Diese waren hauptsächlich auf Zinssatzänderungen, die sich auf ökonomisch abgesicherte Positionen auswirkten, sowie die Umkehrung von Bewertungseffekten aus Vorperioden zurückzuführen.

Die vollständige Presse-Information, inclusive Tabellen, ist hier abrufbar.


Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Deutsche Bank AG
Presseabteilung

Armin Niedermeier
Tel: +49 69-910 33402
E-Mail: armin.niedermeier@db.com

Christian Streckert
Tel: +49 69-910 38079
E-Mail: christian.streckert@db.com


Die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2012 werden heute in einer Presse-Konferenz um 10.00 Uhr erläutert (MEZ). Die Konferenz wird im Internet übertragen:
https://www.deutsche-bank.de/de/content/company/jahrespressekonferenz.htm

Die angegebenen Zahlen sind vorläufig und nicht testiert. Der Geschäftsbericht 2012 wird am 15. April 2013 veröffentlicht. Weitere Informationen finden sich in einem Datenanhang (Financial Data Supplement), der angehängt oder im Internet unter www.deutsche-bank.de/ir/finanztabellen verfügbar ist.  


Diese Presse-Information enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind Aussagen, die nicht Tatsachen der Vergangenheit beschreiben. Sie umfassen auch Aussagen über unsere Annahmen und Erwartungen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen, Schätzungen und Prognosen, die der Geschäftsleitung der Deutschen Bank derzeit zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen gelten deshalb nur an dem Tag, an dem sie gemacht werden. Wir übernehmen keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse anzupassen.

Zukunftsgerichtete Aussagen beinhalten naturgemäß Risiken und Unsicherheitsfaktoren. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Solche Faktoren sind etwa die Verfassung der Finanzmärkte in Deutschland, Europa, den USA und andernorts, in denen wir einen erheblichen Teil unserer Erträge aus dem Wertpapierhandel erzielen und einen erheblichen Teil unserer Vermögenswerte halten, die Preisentwicklung von Vermögenswerten und Entwicklung von Marktvolatilitäten, der mögliche Ausfall von Kreditnehmern oder Kontrahenten von Handelsgeschäften, die Umsetzung unserer strategischen Initiativen, die Verlässlichkeit unserer Grundsätze, Verfahren und Methoden zum Risikomanagement sowie andere Risiken, die in den von uns bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) hinterlegten Unterlagen dargestellt sind. Diese Faktoren haben wir in unserem SEC-Bericht nach „Form20-F“ vom 20. März 2012 unter der Überschrift „Risk Factors“ im Detail dargestellt. Kopien dieses Berichtes sind auf Anfrage bei uns erhältlich oder unter www.deutsche-bank.com/ir verfügbar.



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Letzte Änderung: 2.9.2013
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