Frankfurt am Main, 12. Dezember 2006

Kapitalmarktausblick 2007: Investmentumfeld bleibt im nächsten Jahr positiv


Weltwirtschaftswachstum etwas schwächer – China und Indien zunehmend in der Rolle der Wachstumslokomotive – Zufrieden stellende Performance an den Rentenmärkten – Aktien mit weiterem Potenzial – Alternative Investments bleiben im Fokus

Die Weltwirtschaft wird im nächsten Jahr etwas schwächer wachsen als 2006. Dabei dürften die USA ihre Rolle als Wachstumslokomotive nach und nach verlieren, weil der Anteil der Emerging Markets deutlich zunehmen sollte, stellt die Deutsche Bank in ihrem Kapitalmarktausblick 2007 fest. Klaus Martini, Global Chief Investment Officer für Privatkunden der Deutschen Bank, hat am heutigen Dienstag vor der Presse in Frankfurt gesagt: „China und Indien als Wachstumszentren in den Emerging Markets führen trotz der erwarteten Konjunkturabkühlung in den USA zu einem stabilen Weltwirtschaftswachstum. Die Inflation dürfte im kommenden Jahr wegen positiver Basiseffekte und anhaltender Disinflation als Folge der Globalisierung rückläufig sein. Der US-Dollar sollte tendenziell weiter abwerten.“

Nicht nur für die globalen Rentenmärkte sieht Martini eine solide Performance, sondern auch für die Aktienmärkte, die trotz bereits guter Entwicklung weiteres Aufwärtspotenzial haben sollten: „Die Aktienmärkte profitieren von moderaten Bewertungsniveaus, positiver Gewinnentwicklung, weiterhin niedrigen Renditen am Rentenmarkt und zunehmenden M&A-Aktivitäten.“ Von den Alternativen Investments seien vor allem Hedgefonds interessant. Bei Rohstoffen erfordere das volatilere Umfeld eine größere Flexibilität der Anleger.

In diesem Investmentumfeld empfiehlt Martini privaten Anlegern eine risiko-adjustierte Vermögensaufteilung: „Chancen nutzen und Risiken begrenzen ist die Devise.“ Dafür sollten alle Anlageklassen in die strategische Asset Allocation einbezogen werden, also außer Aktien und Renten auch Alternative Investments wie Hedgefonds, Private Equity und Rohstoffe. „Darüber hinaus ist es wichtig, zunehmend auf Anlagethemen zu setzen anstatt das Portfolio ausschließlich nach Ländern und Branchen auszurichten“, betonte Martini.

China und Indien treiben globales Wachstum

Auch für 2007 rechnet die Deutsche Bank mit einem kräftigen Weltwirtschafts-wachstum. Nach 5 Prozent im Jahr 2006 sei für 2007 von 4 Prozent auszugehen. Bemerkenswert ist dabei die regionale Verschiebung: „Die USA dürften ihre Rolle als Wachstumslokomotive mit einem Anteil von nur noch etwa 12 Prozent am Wachstum der Weltwirtschaft nach und nach abgeben, während China und Indien zusammen auf über 40 Prozent kommen sollten“, erklärte Martini.

Inflationsgipfel überschritten – Notenbanken gehen getrennte Wege

Die Inflation hat ihren Gipfel überschritten. Positive Basiseffekte durch den extremen Rohstoffpreisanstieg in diesem Jahr und zyklische Gründe, wie beispielsweise die nachlassende globale Nachfrage, sprechen für niedrigere Inflationsraten in 2007. Zudem dürften Globalisierungseffekte die Preise weiter niedrig halten. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank (Fed) dürften bei der Geldpolitik künftig getrennte Wege gehen. Die Fed müsste den Zinsgipfel erreicht haben, eine Zinssenkung im ersten Halbjahr ist wahrscheinlich. Auf 12-Monats-Sicht sieht die Deutsche Bank den US-Leitzins bei 4,50 Prozent (zurzeit 5,25 Prozent). Die EZB hingegen dürfte im ersten Quartal einen weiteren Zinsschritt auf dann 3,75 Prozent machen. Die sinkende Inflationsrate, die Konjunkturabschwächung und der starke Euro sprechen jedoch gegen eine weitere drastische Zinserhöhung und eine Überreaktion der EZB.

Der US-Dollar hat aufgrund des enormen Leistungsbilanzdefizits der USA gegenüber dem Euro weiter abgewertet, sodass der Euro die wichtige Marke von 1,30 in den vergangenen Tagen überschritten hat. Höhere US-Zinsen und das Interesse der asiatischen Zentralbanken an kompetitiven Währungen sollten aber einen Crash des US-Dollars verhindern. „Deshalb ist eine geordnete und überschaubare Abwertung des US-Dollars zu erwarten“, erklärte Martini.

Renditen an Rentenmärkten weiter auf niedrigem Niveau

„An den Rentenmärkten ist mit einer zufrieden stellenden Performance zu rechnen“, sagte Helmut Kaiser, Global Chief Investment Strategist für Privatkunden der Deutschen Bank. Allerdings gebe es hier Unterschiede: Während Unternehmensanleihen relativ teuer seien, dürften ausgewählte Emerging-Markets-Anleihen insgesamt weiterhin attraktiv bleiben. Aus strukturellen Gründen – beispielsweise niedrige Inflationsraten und Anlagen von Ersparnissen aus den Emerging Markets sowie den Erdöl exportierenden Ländern – geht Kaiser weiterhin von niedrigen Renditen an den Rentenmärkten aus.

Aktienmärkte noch günstig bewertet

Auch nach der sehr positiven Entwicklung der Aktienmärkte in diesem Jahr sieht Martini gute Chancen für weitere Kurssteigerungen in 2007. „Einerseits sind die Aktienmärkte günstig bewertet, andererseits treiben vor allem die zunehmenden M&A-Aktivitäten die globalen Aktienmärkte“, stellte Martini fest. „Dabei ist verstärkt zu beobachten, dass europäische Unternehmen aktiv in die Übernahmeaktivitäten eingreifen.“ Trotz dieser günstigen Ausgangssituation und niedriger Volatilität der Aktienmärkte sowohl in den USA als auch in Europa sollten Anleger nicht sorglos sein.

Alternative Investments selektiv weiterhin interessant

Aufgrund der günstigen Diversifikationseigenschaften Alternativer Investments ist die Nachfrage nach dieser Anlageklasse ungebrochen. Fast die Hälfte der Hedgefondsstrategien erzielte 2006 zweistellige Gewinne, „die Stil- und Manager-auswahl bleibt aber auch 2007 entscheidend für den Anlageerfolg“, betonte Martin Keller, Global Head Hedge Fund Investments bei der Deutschen Bank. Bei den Rohstoffen dürften Industriemetalle wegen des anhaltend hohen Bedarfs bei begrenztem Angebot ein gutes Preispotenzial haben. Eine Abschwächung der globalen Konjunktur könnte sich jedoch negativ auf die Preise auswirken.


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Letzte Änderung: 2.9.2013
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