Frankfurt am Main, 05. Dezember 2007

Kapitalmarktausblick 2008: Die Welt im Wandel - Teil 2


Weltwirtschaft bleibt stabil – Rückkehr der Inflation nur Zwischenspiel –
Rentenmärkte: Weiterhin relativ unattraktiv – Aktien: Kurzfristig erhöhte Unsicherheit – mittel- bis langfristig positiver Ausblick – Alternative Investments: Gute Aussichten für Hedgefonds und ausgewählte Rohstoffe

Starke Preis- und Kursbewegungen vieler Anlageklassen haben in den vergangenen Wochen Investoren auf allen Finanzmärkten in Atem gehalten. Die Notierungen für Rohöl durchbrachen innerhalb kurzer Zeit die Marke von 90 US-Dollar, der Goldpreis sprang über 800 US-Dollar, für Kunstwerke wurden bei Auktionen Rekorderlöse erzielt. Und trotz der US-Hypothekenkrise blieben die Aktienmärkte erstaunlich stabil. Keine Frage: Neue Akteure bestimmen das Geschehen an den Finanzmärkten mit. „Das rasant wachsende Vermögen neuer Investorengruppen wie Petrodollarinvestoren, asiatische Zentralbanken und Hedgefonds sucht attraktive Investments“, so Klaus Martini, Global Chief Investment Officer für Privatkunden der Deutschen Bank, heute  vor der Presse in Frankfurt. „Die Welt befindet sich weiterhin in einem tief greifenden Wandel.“

Gleichzeitig führt der wirtschaftliche Aufstieg der Emerging Markets zu einer Verschiebung der Wachstumszentren und der Kapitalströme von den Industrieländern zu den Emerging Markets. So hat die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von den USA in den vergangenen Jahren deutlich abgenommen. „Bereits im Jahr 2007 entfallen 75 Prozent des Weltwirtschaftswachstums auf die Emerging Markets, davon 30 Prozent allein auf China, das 2008 zur drittgrößten Volkswirtschaft der Welt aufsteigen dürfte“, sagte Martini. „Diese Entwicklung wird weiter voranschreiten und das Marktgeschehen im Jahr 2008 bestimmen.“

Entsprechend dürfte die Weltwirtschaft auch in den nächsten Jahren robust bleiben und durchschnittlich um etwa 4,5 Prozent jährlich wachsen. „Die Subprimekrise ist noch nicht vorbei und es besteht weiter die Gefahr einer Rezession in den USA“, stellte Martini fest. Gleichwohl sieht Martini eine Stabilisierung der US-Konjunktur in 2008. Gründe hierfür sind: Zinssenkungen, Exportwachstum und die gute Verfassung der US-Industrie. Insgesamt rechnet er in den USA mit einer Wachstumsdelle im Winterhalbjahr und einer anschließenden Erholung gegen Ende 2008.

Rückkehr der Inflation nur Zwischenspiel

Die Inflation ist in den vergangenen Monaten in Euroland und den USA wegen des gestiegenen Ölpreises in die Höhe geschnellt. Sie dürfte in den nächsten Wochen in den USA bei über 4 Prozent und in Euroland bei über 3 Prozent liegen. Im Verlauf des Jahres 2008 wird sich die Teuerung aber wieder zurückentwickeln: Die globale Arbeitsteilung hält die Preise für Waren und Löhne strukturell noch niedrig. Der Eintritt der Schwellenländer in den internationalen Arbeits- und Kapitalmarkt hat in den vergangenen 20 Jahren zu einer Vervierfachung des weltweiten Arbeitskräftepotenzials geführt. Hinzu kommen Deregulierungen und wichtige politische Reformen.

„Der US-Dollar dürfte kurzfristig schwach bleiben und die Marke von 1,50 gegenüber dem Euro testen. Mittelfristig gibt es Gründe für eine Stabilisierung des Greenbacks: bessere US-Konjunktur, auslaufende Zinssenkungen und Abbau der Zwillingsdefizite“, sagte Martini. „Der Yen bleibt Spielball der Carry Trades.“

Die Geldpolitik der großen Notenbanken bleibt uneinheitlich. In den USA ist mit weiteren Zinssenkungen zu rechnen, um eine zu starke Abkühlung der Konjunktur zu vermeiden. Die Europäische Zentralbank dürfte den Leitzins zunächst unverändert lassen, im Jahr 2008 aber senken. Für Japan geht die Deutsche Bank von einer langsamen Steigerung aus – der Leitzins dürfte in zwölf Monaten bei 1 Prozent liegen.

Rentenmärkte: Weiterhin relativ unattraktiv

„Anleihen bleiben weiterhin relativ unattraktiv“, sagte Dr. Helmut Kaiser, Global Chief Investment Strategist für Privatkunden der Deutschen Bank. Er geht davon aus, dass die Renditen am Anleihenmarkt mittelfristig wieder steigen werden, nachdem sich die globalen Kapitalmärkte beruhigt haben und die ´Flucht in Qualität´ nachgelassen hat.

Aktien: Kurzfristig erhöhte Unsicherheit – mittel- bis langfristig positiver Ausblick

Die Aktienmärkte werden derzeit von gegenläufigen Einflüssen getrieben: Auf der einen Seite belasten das schwächere Wirtschaftswachstum in den USA, die steigenden Kapitalkosten und die Tatsache, dass das Gewinnwachstum seinen Gipfel erreicht hat. Auf der anderen Seite wirken sich die Zinssenkungen der US-Notenbank, die robuste Weltwirtschaft und die reichlich vorhandene sowie weiter wachsende Liquidität positiv aus. „Auch die günstigen Bewertungen der meisten Aktienmärkte, die mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen zwischen 12 und 14 deutlich niedriger sind als im Jahr 2000, sprechen für einen mittel- bis langfristig positiven Ausblick für Aktien“, stellte Martini fest. Selektion sei jedoch in den Emerging Markets geboten, weil einige Märkte hoch bewertet seien. „Im Fall potenzieller Kursübertreibungen nach oben empfehlen wir die taktische Absicherung von Aktienbeständen und temporäre Gewinnmitnahmen“, sagte Martini. Generell bevorzugt er Large Caps gegenüber Small Caps und Growth-Aktien gegenüber Value-Aktien.

Gute Aussichten für Hedgefonds und ausgewählte Rohstoffe

Aufgrund der günstigen Diversifikationseigenschaften Alternativer Investments ist die Nachfrage nach dieser Anlageklasse ungebrochen. So konnten Hedgefonds auch das schwierige 3. Quartal positiv abschließen. „Die Performance seit Jahresbeginn entspricht den Erwartungen“, stellte Martini fest, „und auf Dollar-Basis wird sie für 2007 die des Jahres 2006 voraussichtlich knapp erreichen.“

Bei den Rohstoffen dürften Agrarrohstoffe wie Sojabohnen, Mais und Weizen das größte Preispotenzial haben. Die Gründe: China und Indien, einst große Exporteure von Getreide, sind heute Nettoimporteure von Mais und Weizen. Neben der Verwendung für Nahrungsmittel gewinnt die Produktion alternativer Energien aus Agrarrohstoffen zunehmend an Bedeutung. Die globalen Vorräte sind auf Tiefstständen und der Klimawandel führt zu volatileren Ernteerträgen. Darüber hinaus sollte die Nachfrage nach Gold weiterhin auf hohem Niveau bleiben. Mittelfristig ist ein Preis von 1000 US-Dollar / Unze durchaus möglich.


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Letzte Änderung: 2.9.2013
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