Frankfurt am Main, 17. Juni 2008

Kapitalmarktausblick 2008/2009: Die Welt im Wandel – Teil 3 Im Bann der Inflation


Inflation und Ölpreis – Weltwirtschaft 2008 und 2009 trotz Widrigkeiten robust – Realverzinsung von Staatsanleihen unattraktiv – Bewertung von Aktien im historischen Vergleich niedrig – Rohstoffe mit weiterem Potenzial – Hedgefonds als stabilisierender Faktor

Die internationalen Kapitalmärkte werden zunehmend von Inflationssorgen bestimmt. Höhere Energie- und Lebensmittelpreise bewirken Kostendruck, die Löhne in den Emerging Markets bewegen sich aufwärts, und der schwache US-Dollar lässt die Importpreise in den USA steigen. Inzwischen liegt die Gesamtinflationsrate im Euroraum über 3 Prozent, in den USA sogar über 4 Prozent. In den Emerging Markets wird die Inflation besonders von steigenden Nahrungsmittelpreisen getrieben.

Die Situation der 70er-Jahre mit bis zu zweistelligen Inflationsraten in den Industrieländern sollte sich dennoch nicht wiederholen, so die Einschätzung der Finanzmarktexperten der Deutschen Bank bei ihrem heutigen Pressegespräch in Frankfurt. „Die Öffnung der Volkswirtschaften im Zuge der Globalisierung leistet einen wesentlichen Beitrag zur Begrenzung der Inflation“, betonte Klaus Martini, Global Chief Investment Officer für Privatkunden der Deutschen Bank. „So beträgt der Anteil der Weltexporte am globalen Bruttoinlandsprodukt derzeit 25 Prozent und hat sich damit seit den 70er-Jahren fast verdreifacht.“

Ölpreis: Die große Unbekannte

Der Ölpreis hat in den vergangenen Monaten die Schwelle von 130 US-Dollar/Barrel überschritten und damit wesentlich zum weltweiten Inflationsdruck beigetragen. Sinkende Reserven in den OPEC-Ländern, mangelnde Investitionen und politische Probleme in einigen Förderstaaten könnten das Angebot weiter verknappen. „Der Ölpreis bleibt die große Unbekannte für die Weltwirtschaft“, sagte Martini. „Insgesamt erwarten wir, dass die Produktion mit der wachsenden Nachfrage vor allem aus Asien nicht Schritt halten kann.“ Auf der anderen Seite sind Bemühungen um eine effiziente Energienutzung im Gange und alternative Energien sollten an Bedeutung gewinnen. Fazit: Der Ölpreis dürfte deshalb hoch bleiben und langfristig weiter steigen.

Weltwirtschaft: Trotz Widrigkeiten robust

Trotz Finanzmarktkrise und Ölpreisanstieg zeigt sich die Weltwirtschaft 2008 erstaunlich robust. Dr. Helmut Kaiser, Global Chief Investment Strategist für Privatkunden der Deutschen Bank, betonte: „Wir erwarten in den USA keine Rezession, allerdings auch keine rasche Erholung. Die Konjunktur im Euroraum dürfte sich 2008 und 2009 abkühlen. Den Emerging Markets sollte es gelingen, sich weiter von der US-Wirtschaft abzukoppeln und ihr Wachstum auf hohem Niveau zu stabilisieren.“ Nachdem die Weltwirtschaft in den Jahren 2006 und 2007 um jeweils knapp 5 Prozent gewachsen ist, erwartet die Deutsche Bank für 2008 und 2009 eine Wachstumsrate von jeweils etwa 3,5 Prozent. Für Deutschland sagen die Experten nach einem starken 1. Quartal 2008 eine deutliche Abschwächung des Wachstums im Jahresverlauf voraus.

Rentenmarkt: Selektive Chancen bei Unternehmensanleihen

Der langfristige Trend einer schwächeren Realverzinsung von US- und Euro-Staatsanleihen hat sich fortgesetzt. Sie bleiben damit im Vergleich zu anderen Anlageklassen unattraktiv. Dagegen weisen Unternehmensanleihen erstmals seit Jahren wieder attraktive Risikoprämien auf und können bei guter Bonität interessante Anlagechancen bieten.

Aktienmarkt günstig bewertet und Margenhöchststände erreicht

„Aktuell belasten Faktoren wie der steigende Ölpreis, die restriktive Geldpolitik und unsichere Konjunkturaussichten den Markt“, betonte Martini. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der bedeutenden Indizes liegt heute unter dem langfristigen Durchschnitt. Aktien sind damit heute so günstig bewertet wie zuletzt Anfang der 90er-Jahre. „Entscheidend wird jedoch sein, wie sich die Gewinnschätzungen, die im Verlauf der ersten Monate des Jahres weiter nach unten revidiert wurden, entwickeln, und ob die Rekordmargen der vergangenen Jahre gehalten werden können“, sagte Martini.

Alternative Investments bleiben attraktiv

Die Unsicherheit über die konjunkturelle Situation spricht nach Einschätzung der Deutschen Bank derzeit dafür, einen bedeutenden Anteil von Alternativen Investments – insbesondere Hedgefonds – im Portfolio zu halten. „Hedgefonds haben sich in der Finanzkrise gut behauptet. Seit Mitte 2007 haben sie sich im Durchschnitt deutlich stabiler entwickelt als der Aktienmarkt“, unterstrich Martini. Ausgewählte Strategien wie systematische Makrofonds (CTAs) konnten seit dem vergangenen Sommer sogar zweistellige Renditen erzielen.


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Letzte Änderung: 2.9.2013
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