Frankfurt am Main, 31. Juli 2008

Deutsche Bank: Gewinn nach Steuern im 2. Quartal 2008 von 645 Mio Euro


  • Gewinn vor Steuern von 642 Mio Euro
  • Corporate Banking & Securities: Verlust vor Steuern von 311 Mio Euro nach Wertanpassungen von 2,3 Mrd Euro
  • Spürbare Reduktion von Engagements in kritischen Bereichen
  • Solides Ergebnis der “stabilen” Geschäftsbereiche (Global Transaction Banking, Private Clients and Asset Management): Gewinn vor Steuern von 854 Mio Euro
  • Starke Nettomittelzuflüsse von 10 Mrd Euro
  • Kernkapitalquote (Tier 1) von 9,3% liegt deutlich oberhalb der Zielbandbreite
  • Bilanzsumme um 159 Mrd Euro auf 1.991 Mrd Euro verringert

Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DE/ NYSE: DB) hat für das zweite Quartal 2008 einen Gewinn nach Steuern von  645 Mio € beziehungsweise von 1,27 € je Aktie ausgewiesen, nach 1,8 Mrd € beziehungsweise 3,60 € je Aktie im zweiten Quartal 2007. Der Gewinn vor Steuern betrug 642 Mio €, nach 2,7 Mrd € im zweiten Quartal 2007. Im Zusammenhang mit verbrieften Wohnungsbaukrediten (größtenteils Alt-A), so genannten Monoline-Versicherern, gewerblichen Immobilien, Krediten und Kreditzusagen im Leveraged-Finance-Geschäft sowie anderen Positionen wurden Wertanpassungen von 2,3 Mrd € vorgenommen. Die Kernkapitalquote (Tier 1) nach Basel II lag zum Ende des Quartals bei 9,3%. 

Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands, sagte: "Das zweite Quartal 2008 hat die Bankenbranche erneut vor große Herausforderungen gestellt. Das schwierige Marktumfeld belastete besonders das Ergebnis in unserem Investment Banking, die „stabilen“ Geschäftsfelder stellten jedoch wieder ihre nachhaltige Ertragskraft unter Beweis. Trotz weiterer Wertkorrekturen haben wir einen soliden Gewinn erwirtschaftet. Zudem haben wir im Berichtsquartal unsere starke Eigenkapitalbasis bewahrt und Engagements in kritischen Bereichen spürbar reduziert. Seit dem Beginn der Kreditkrise  vor einem Jahr hat die Deutsche Bank 3,1 Mrd € Gewinn nach Steuern erwirtschaftet. Das zeigt unsere Stärke auch in schwierigen Zeiten.“

Er fügte hinzu: „Mit Blick auf die zweite Jahreshälfte 2008 bleiben wir vorsichtig. Die Deutsche Bank hat sich eindeutige Prioritäten gesetzt: Wir halten an unserem strikten Kosten-, Risiko- und Kapitalmanagement fest und werden unsere Engagements in kritischen Bereichen weiter zurückfahren. Wir setzen alles daran, von unserem vergleichsweise guten Abschneiden in der Krise zu profitieren und Marktanteile zu gewinnen. Wir werden unser Kerngeschäft sowohl durch Wachstum aus eigener Kraft als auch durch sinnvolle Übernahmen weiter ausbauen, dabei aber stets diszipliniert bleiben.“


Wesentliche Ergebnisgrößen

Die ERTRÄGE beliefen sich im zweiten Quartal 2008, nach negativen Marktwertanpassungen von 2,3 Mrd € in Corporate Banking & Securities (CB&S), auf 5,4 Mrd € gegenüber 8,8 Mrd € im Vorjahresquartal.

Der Konzernbereich Corporate and Investment Bank (CIB) erzielte Erträge von 2,9 Mrd € im Vergleich zu 6,0 Mrd € im zweiten Quartal 2007.

In CB&S wurden, unter Berücksichtigung der vorgenannten Marktwertanpassungen von 2,3 Mrd €, Erträge von 2,2 Mrd € im Vergleich zu 5,3 Mrd € im Vorjahresquartal ausgewiesen. In Sales & Trading (Debt und sonstige Produkte) blieben die Erträge im Berichtsquartal mit 602 Mio € unter dem Wert des Vorjahresquartals von 2,9 Mrd €. Die auf diesen Bereich entfallenden negativen Marktwertanpassungen von 2,1 Mrd € bezogen sich auf die folgenden Positionen: Verbriefte Wohnungsbaukredite (1,0 Mrd €), spezialisierte Anleiheversicherer („Monoline-Versicherer“, 0,5 Mrd €), gewerbliche Immobilienfinanzierung (0,3 Mrd €, nach Berücksichtigung spezifischer Absicherungsgeschäfte) sowie Abschreibungen auf Vermögenswerte, die als zur Veräußerung verfügbar bilanziert sind (0,2 Mrd €). Die Erträge im Handel mit Kreditprodukten waren gegenüber dem Vorjahresquartal rückläufig, während die Erträge im Devisenhandel und im Geldmarkt- und Zinsgeschäft im Vergleich zum Vorjahresquartal ausgebaut werden konnten. Dieses Ertragswachstum konnte die vorgenannten negativen Ertragsentwicklungen jedoch nur teilweise ausgleichen. Im Bereich Sales & Trading (Equity) lagen die Erträge mit 830 Mio € unter dem Wert des Vorjahresquartals von 1,4 Mrd €. Der Rückgang war vorwiegend auf niedrigere Erträge im Handel mit Aktienderivaten, infolge einer geringeren Kundennachfrage nach strukturierten Produkten und schwierigen Marktbedingungen im Korrelationshandel zurückzuführen und konnte durch Ertragssteigerungen im Prime-Services-Geschäft nicht ausgeglichen werden. Im Beratungsgeschäft sanken die Erträge aufgrund schwächerer M&A-Aktivitäten im zweiten Quartal 2008 auf 125 Mio € gegenüber 256 Mio € im Vorjahresquartal. Die Erträge aus dem Emissionsgeschäft beliefen sich auf 266 Mio €, gegenüber 638 Mio € im zweiten Quartal 2007. Diese Entwicklung beinhaltet negative Marktwertanpassungen von 200 Mio € im Leveraged-Finance-Geschäft. Darüber hinaus trugen auch geringere Marktaktivitäten bei Aktienemissionen zu diesem Rückgang bei. In den Erträgen von CB&S war im zweiten Quartal 2008 ein Gewinn von 13 Mio € aus Änderungen der Credit Spreads für bestimmte langfristige Verbindlichkeiten der Bank enthalten, auf welche die Fair Value Option angewendet wurde. Der Anwendungsumfang der Fair Value Option auf unsere eigenen Verbindlichkeiten blieb gegenüber früheren Berichtsperioden unverändert. Der aufgrund der Fair-Value-Bewertung eigener Verbindlichkeiten seit dem 1. Januar 2007 insgesamt verzeichnete Ertrag belief sich auf etwas über 100 Mio €.

Die Erträge im Unternehmensbereich Global Transaction Banking (GTB) stiegen gegenüber dem zweiten Quartal 2007 um 2 % auf 671 Mio €. Diese Zunahme resultierte im Wesentlichen aus höheren Erträgen im Bereich Trade Finance und aus Investmenterträgen.

Der Konzernbereich Private Clients and Asset Management (PCAM) erreichte im Berichtsquartal Erträge von 2,4 Mrd € gegenüber 2,6 Mrd € im zweiten Quartal 2007.

Im Unternehmensbereich Asset and Wealth Management (AWM) sanken die Erträge gegenüber dem Vorjahresquartal um 16 % auf 962 Mio €. Diese Entwicklung resultierte vor allem aus niedrigeren Provisionserträgen, die zum Teil auf sich verschlechternde Marktbedingungen zurückzuführen waren. Zudem ergaben sich gegenüber dem Vorjahresquartal niedrigere Erträge aus dem Verkauf von Geschäftsfeldern und aus Investments.

Der Unternehmensbereich Private & Business Clients (PBC) konnte seine Erträge gegenüber dem zweiten Quartal 2007 um 2 % auf 1,5 Mrd € steigern. Die Erträge aus dem Brokeragegeschäft und Portfolio/Fund Management gingen infolge der sich verschlechternden Bedingungen an den Aktienmärkten zurück. Diese Abnahme konnte jedoch durch ein Ertragswachstum im Kredit- und Einlagengeschäft, aus der Vermittlung von Versicherungsprodukten sowie im Zahlungsverkehr und bei sonstigen Dienstleistungen mehr als ausgeglichen werden.

Die Erträge im Konzernbereich Corporate Investments (CI) lagen mit 296 Mio € um 14 % über dem Wert des Vorjahresquartals. Diese Zunahme spiegelt hauptsächlich Gewinne aus Teilverkäufen unseres Industriebeteiligungsportfolios sowie den Verkauf anderer Beteiligungen wider, die jedoch zum Teil durch Marktwertverluste aus unserer Option zur Erhöhung der Beteiligung an der Hua Xia Bank in China kompensiert wurden. Das Berichtsquartal enthielt Dividendenerträge von 111 Mio € gegenüber 130 Mio € im Vorjahresquartal.

Im ersten Halbjahr 2008 erwirtschaftete die Bank Erträge von 10,0 Mrd €. Darin waren negative Marktwertanpassungen in CB&S von 2,7 Mrd € im ersten Quartal 2008 und von 2,3 Mrd € im Berichtsquartal enthalten. In den ersten sechs Monaten des Vorjahres lagen die Erträge bei 18,4 Mrd €.

Die RISIKOVORSORGE IM KREDITGESCHÄFT belief sich im zweiten Quartal 2008 auf 135 Mio € gegenüber 81 Mio € im zweiten Quartal 2007. Hierin spiegeln sich niedrigere Auflösungen und Eingänge aus abgeschriebenen Krediten im Unternehmensbereich CB&S sowie eine gestiegene Risikovorsorge im Unternehmensbereich PBC wider. Die Zunahme in PBC war vor allem auf das organische Wachstum des Unternehmensbereichs im Konsumentenkreditgeschäft (hauptsächlich in Polen) und gestiegene Risikokosten in Spanien zurückzuführen.

In den ersten sechs Monaten 2008 lag die Risikovorsorge im Kreditgeschäft bei 249 Mio € gebenüber 178 Mio € in der ersten Jahreshälfte 2007.

Die ZINSUNABHÄNGIGEN AUFWENDUNGEN sanken von 6,0 Mrd € im zweiten Quartal 2007 um 23 % auf 4,6 Mrd € im Berichtsquartal. Der Personalaufwand fiel gegenüber dem zweiten Quartal 2007 um 31 % auf 2,7 Mrd €. Dieser Rückgang resultierte in erster Linie aus niedrigeren leistungsabhängigen Vergütungen aufgrund des Rückgangs der operativen Ergebnisse. Diese leistungsabhängigen Vergütungen berücksichtigen sowohl die Ergebnisse des jeweiligen Unternehmensbereichs als auch das Ergebnis des Konzerns. Im zweiten Quartal 2008 ergaben sich in den Unternehmensbereichen Anpassungen der Abgrenzungen für solche Aufwendungen, die auf das niedrigere Konzernergebnis zurückzuführen waren. Der Sach- und sonstige Aufwand fiel gegenüber dem zweiten Quartal 2007 um 14 % auf 1,8 Mrd €. In dieser Entwicklung spiegeln sich Währungskurseffekte, geringere Aufwendungen im Zusammenhang mit Rechtsstreitigkeiten und Maßnahmen zur Kostensenkung wider. Die Aufwendungen im Versicherungsgeschäft stiegen im Berichtsquartal auf 119 Mio € gegenüber 27 Mio € im Vorjahresquartal. Dies war hauptsächlich auf Verpflichtungen gegenüber Versicherungsnehmern aus dem von Abbey Life erworbenen geschlossenen Versicherungsgeschäft zurückzuführen. Diesen Aufwendungen stehen entsprechende Erträge in den Sonstigen Produkten in CB&S gegenüber.

Die zinsunabhängigen Aufwendungen beliefen sich im ersten Halbjahr 2008 auf 9,4 Mrd € und waren damit 24 % niedriger als der Wert im Vergleichszeitraum des Vorjahres von 12,3 Mrd €.

Das ERGEBNIS VOR STEUERN belief sich im Berichtsquartal auf 642 Mio € gegenüber 2,7 Mrd € im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) lag bei 9 %. Gemäß unserer Zielgrößendefinition, bei der bestimmte signifikante Gewinne in Höhe von 242 Mio € im Berichtsquartal und 131 Mio € im Vorjahresquartal unberücksichtigt bleiben, ergab sich im zweiten Quartal 2008 ein Ergebnis vor Steuern von 404 Mio € gegenüber 2,6 Mrd € im zweiten Quartal 2007. Die Eigenkapitalrendite vor Steuern gemäß Zielgrößendefinition (basierend auf dem durchschnittlichen Active Equity) belief sich auf 5 % gegenüber 34 % im zweiten Quartal 2007.

Das Ergebnis vor Steuern lag im ersten Halbjahr 2008 bei 388 Mio € im Vergleich zu 5,9 Mrd € im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Der GEWINN NACH STEUERN lag im Berichtsquartal bei 645 Mio € nach 1,8 Mrd € im Vorjahresquartal. Hierin enthalten war ein Steuerertrag von 3 Mio € gegenüber einem Steueraufwand von 922 Mio € im zweiten Quartal 2007. Der Steuerertrag im Berichtsquartal resultierte im Wesentlichen aus der geografischen Verteilung des Konzernergebnisses und der erfolgreichen Beilegung ausstehender Steuerverfahren, denen ein höherer Steueraufwand im Zusammenhang mit aktienbasierten Vergütungen infolge des gesunkenen Aktienkurses gegenüberstand. Das Ergebnis je Aktie (verwässert) ging von 3,60 € im Vorjahresquartal auf 1,27 € im Berichtsquartal zurück.

Im ersten Halbjahr 2008 betrug der Gewinn nach Steuern 504 Mio € nach 3,9 Mrd € im ersten Halbjahr 2007.

Die gemäß Basel II ausgewiesene KERNKAPITALQUOTE lag am Ende des Berichtsquartals mit 9,3 % über den Werten zum Ende des ersten Quartals 2008 von 9,2 % und zum Ende des zweiten Quartals 2007 von 8,4 % (gemäß Basel I). Die risikogewichteten Aktiva beliefen sich am Ende des Quartals auf 305 Mrd € und waren im Vergleich zu 303 Mrd € am Ende des ersten Quartals 2008 leicht gestiegen. Das Kernkapital (Tier-1) betrug zum Ende des Berichtsquartals 28,3 Mrd €. Die Dividendenabgrenzung entsprach im zweiten Quartal, ebenso wie im ersten Quartal, 25 % der für 2007 pro Aktie gezahlten Dividende und belief sich damit für das erste Halbjahr 2008 auf 2,25 € pro Aktie. Die Bilanzsumme betrug am Ende des Berichtsquartals 1.991 Mrd € und ging im zweiten Quartal 2008 um 159 Mrd € zurück. Dies war in erster Linie auf gesunkene Marktwerte von derivativen Finanzinstrumenten und einen Rückgang bei Reverse Repo- und Wertpapierleihegeschäften zurückzuführen. Unseren Emissionsplan für das Gesamtjahr 2008 konnten wir bereits im zweiten Quartal abschließen. In diesem Zusammenhang wurden im ersten Halbjahr 2008 insgesamt 40 Mrd € an Liquidität mit Fälligkeiten von über einem Jahr aufgenommen.

Segmentüberblick

Konzernbereich Corporate and Investment Bank (CIB)

Corporate Banking & Securities (CB&S)

In SALES & TRADING (Debt und sonstige Produkte) lagen die Erträge im zweiten Quartal 2008 mit 602 Mio € um 2,3 Mrd € (79 %) unter dem Wert des Vergleichszeitraums 2007. Dieser Rückgang war hauptsächlich auf negative Marktwertanpassungen von 2,1 Mrd € zurückzuführen, die bei verbrieften Wohnungsbaukrediten (1,0 Mrd €), gewerblichen Immobilienkrediten (309 Mio €), durch zusätzliche Bewertungsanpassungen für Monoline-Versicherer (530 Mio €) und aus Wertminderungen von zur Veräußerung verfügbaren Positionen (203 Mio €) entstanden.

Ohne Berücksichtigung dieser Wertanpassungen lagen die Erträge trotz schwieriger Marktbedingungen nur leicht unter dem Niveau des Vorjahresquartals. Im kreditbezogenen Geschäft gingen die Erträge im Quartalsvergleich aufgrund geringerer Aktivität bei strukturierten Produkten und einem schwächeren Eigenhandelsergebnis zurück. Demgegenüber stiegen die Erträge im Devisen-, Geldmarkt- und Zinsproduktgeschäft im Vergleich zum Vorjahresquartal infolge hoher Kundenvolumina und einer günstigen Marktpositionierung. Im Vergleich zum ersten Quartal 2008 gingen sie allerdings, wie auch in den Vorjahren, aufgrund saisonaler Einflüsse zurück. Im Berichtsquartal wurden wir als weltweit führender Anbieter von Lösungen im Derivate- und Risikomanagement (Euromoney Magazine), als größter Derivatehändler für institutionelle Investoren (Risk Magazine) und führendes Derivatehaus in Asien (Asia Risk) ausgezeichnet.

SALES & TRADING (EQUITY) erwirtschaftete im Berichtsquartal Erträge von 830 Mio €, was einem Rückgang von 573 Mio € (41 %) gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Die Erträge im Aktienderivategeschäft lagen aufgrund geringerer Kundenaktivität bei strukturierten Produkten und anhaltend schwieriger Marktbedingungen im Korrelationshandel deutlich unter denen des zweiten Quartals 2007. Das Prime-Brokerage-Geschäft entwickelte sich weiter positiv und sowohl bei Bestands- als auch bei Neukunden konnten signifikante Umsatzsteigerungen erreicht werden. Die Erträge aus dem designierten Eigenhandelsgeschäft gingen gegenüber dem Vorjahresquartal leicht zurück.

Die Erträge aus dem Emissions- und Beratungsgeschäft beliefen sich im Berichtsquartal auf 391 Mio € im Vergleich zu 895 Mio € im Vorjahresquartal. Dieser Rückgang war auf die anhaltend schwache Nachfrage nach Beratungs- und Finanzierungsprodukten zurückzuführen, die von deutlich niedrigeren Volumina im Vergleich zum zweiten Quartal 2007 geprägt war. Obgleich die Erträge im Beratungsgeschäft im Einklang mit dem Gesamtmarkt zurückgingen, konnten wir unseren Marktanteil und in den Ranglisten für angekündigte Transaktionsvolumina unsere Position verbessern. Infolgedessen erreichten wir in Europa Rang zwei und erzielten in den Vereinigten Staaten mit einem vierten Rang unser bisher bestes Ergebnis. Im Emissionsgeschäft (Equity) fielen die Erträge infolge wesentlich niedrigerer Marktvolumina, wobei eine kleine Anzahl von großen Transaktionen mehr als die Hälfte der Marktaktivitäten ausmachte. Im Emissionsgeschäft (Debt) stiegen die Erträge aus dem Investment-Grade-Geschäft trotz schwieriger Marktbedingungen, und wir konnten einen Platz unter den fünf Besten in der weltweiten Rangliste behaupten. Insgesamt wurden die Erträge aus dem Emissionsgeschäft (Debt) durch ein geringes Neugeschäft im Leveraged-Finance-Bereich negativ beeinflusst. (Quellen für alle Positionen, Marktvolumina und Informationen zu Provisionsaufkommen: Thomson Financial, Dealogic).

Auf Leveraged-Finance-Kredite und Finanzierungszusagen wurden im Berichtsquartal Wertanpassungen (nach Berücksichtigung darauf entfallender Provisionserträge) von 200 Mio € vorgenommen, die durch diesbezüglichen Zinserträge von 151 Mio € teilweise ausgeglichen wurden. Bei der Reduzierung der Volumina im Bereich Leveraged Finance wurden gute Fortschritte erzielt. So lag am Ende des zweiten Quartals 2008 der Bestand von Engagements, die vor dem Beginn der Kreditkrise eingegangen wurden, 42 % unter dem Wert zum 30. Juni 2007.

Die Erträge aus dem Kreditgeschäft beliefen sich im Berichtsquartal auf 312 Mio € und waren um 98 Mio € (46 %) höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dies war hauptsächlich auf einen Rückgang der Credit Spreads bei den Investment-Grade-Krediten zurückzuführen, die wir zum Fair Value bewerten.

Die Erträge aus sonstigen Produkten von 47 Mio € für das zweite Quartal 2008 lagen über dem Wert des Vorjahresquartals, in dem negative Erträge von 93 Mio € ausgewiesen wurden. Diese Entwicklung reflektiert Prämieneinnahmen aus dem von Abbey Life erworbenen geschlossenen Versicherungsgeschäft, das wir im vierten Quartal 2007 erworben haben. Diese Ertragspositionen werden grundsätzlich in den zinsunabhängigen Aufwendungen, unter den Aufwendungen im Versicherungsgeschäft, ausgeglichen und bleiben damit ohne wesentlichen Einfluss auf unseren Gewinn.

Bei der RISIKOVORSORGE IM KREDITGESCHÄFT verzeichnete CB&S im zweiten Quartal 2008 eine Nettoauflösung von 14 Mio € im Vergleich zu einer Nettoauflösung von 42 Mio € im Vorjahresquartal.

Die ZINSUNABHÄNGIGEN AUFWENDUNGEN beliefen sich im zweiten Quartal 2008 auf 2,5 Mrd  € und waren damit um 1,1 Mrd € (30 %) niedriger als im Vorjahresquartal. Dieser Rückgang war in erster Linie auf gesunkene leistungsabhängige Vergütungen im Einklang mit dem Geschäftsergebnis zurückzuführen.

Das Ergebnis vor Steuern in CB&S war im Berichtsquartal ein Verlust in Höhe von 311 Mio €. Im Vorjahresquartal war ein Gewinn von 1,8 Mrd € erzielt worden.

Global Transaction Banking (GTB)

Die ERTRÄGE in GTB erreichten mit 671 Mio € einen Rekordwert für ein zweites Quartal. Sie lagen um 15 Mio € über dem Wert des Vergleichsquartals 2007. Diese Entwicklung war auf den Bereich Trade Finance und auf höhere Investmenterträge zurückzuführen. Der Ertragszuwachs in Trade Finance resultierte aus gestiegenen Volumina im Dokumentenakkreditivgeschäft sowie aus einem Ausbau des garantiebezogenen Geschäfts im asiatisch-pazifischen Raum und in Europa. Ebenso trugen zum Ertragswachstum Assets under Custody bei, die um 3 % gegenüber dem 30. Juni 2007 anstiegen. Dies war auf höhere Volumina im Geschäft mit Neu- und Bestandskunden zurückzuführen. Den beschriebenen positiven Faktoren standen Effekte aus einem schwächeren US-Dollar, einem niedrigeren Zinsniveau in den Vereinigten Staaten und schwierigeren Marktbedingungen teilweise entgegen.

Bei der RISIKOVORSORGE IM KREDITGESCHÄFT ergab sich im Berichtsquartal eine Nettoauflösung von 4 Mio €, während im Vorjahresquartal keine Nettorisikovorsorge gebucht wurde.

Die ZINSUNABHÄNGIGEN AUFWENDUNGEN waren mit 383 Mio € im zweiten Quartal 2008 um 27 Mio € (7 %) niedriger als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Dieser Rückgang spiegelt eine Reduzierung der leistungsabhängigen Vergütungen infolge der Ertragslage des Konzerns, gesunkene transaktionsbezogene Kosten, die aus unseren Maßnahmen zur Effizienzsteigerung resultierten, sowie eine anhaltende Kostendisziplin wider.

Das ERGEBNIS VOR STEUERN erreichte mit 283 Mio € einen Rekordwert für ein zweites Quartal und lag um 37 Mio € (15 %) über dem Wert des Vorjahresquartals. Diese Erhöhung war zum Teil auf die oben genannte Reduzierung der leistungsabhängigen Vergütungen infolge der Ertragslage des Konzerns zurückzuführen.


Konzernbereich Private Clients and Asset Management (PCAM)

Asset and Wealth Management (AWM)

Im zweiten Quartal 2008 beliefen sich die ERTRÄGE im Unternehmensbereich AWM auf 962 Mio €. Dies entspricht einem Rückgang von 177 Mio € (16 %) gegenüber dem zweiten Quartal 2007. Die Erträge aus dem PORTFOLIO/FUND MANAGEMENT im Geschäftsbereich Asset Management (AM) gingen um 82 Mio € (14 %) und im Geschäftsbereich Private Wealth Management (PWM) um 12 Mio € (11 %) zurück. In beiden Geschäftsbereichen war der Ertragsrückgang im zweiten Quartal 2008 in erster Linie auf den Einfluss anhaltend schlechter Marktbedingungen, auf volumenabhängige Provisionen sowie auf den starken Euro zurückzuführen. Diese Rückgänge wurden nur teilweise durch den Effekt anhaltender Zuflüsse von Invested Assets ausgeglichen.

Im BROKERAGEGESCHÄFT blieben die Erträge trotz der negativen Marktbedingungen und trotz des starken Euros im Wesentlichen auf Vorjahresniveau. Die Erträge aus dem KREDIT-/EINLAGENGESCHÄFT waren im Vergleich zum zweiten Quartal 2007 ebenfalls nahezu unverändert. Die Erträge aus SONSTIGEN PRODUKTEN lagen mit 58 Mio € um 83 Mio € (59 %) unter dem Wert des Vorjahresquartals. Dieser Rückgang war vor allem auf höhere Veräußerungsgewinne im Vorjahresquartal zurückzuführen, das einen Gewinn von 48 Mio € aus der Veräußerung des australischen AM-Operations-Geschäfts enthielt. Diesen standen im Berichtsquartal in geringerem Umfang Gewinne aus der Veräußerung von europäischen AM-Geschäftsaktivitäten entgegen. Die Ergebnisse aus Investments lagen ebenfalls unter dem Wert des zweiten Quartals 2007. Effekte aus fondsgebundenen Versicherungsverträgen, denen ein gegenläufiger Effekt in den zinsunabhängigen Aufwendungen gegenübersteht, trugen zusätzlich zu diesem Rückgang bei.

Die ZINSUNABHÄNGIGEN AUFWENDUNGEN lagen im zweiten Quartal 2008 mit 720 Mio € um 125 Mio € (15 %) unter dem Vorjahresquartal. Die Hauptursache für den Rückgang war eine niedrigere leistungsabhängige Vergütung als Folge der Ertragslage des Segments und des Konzerns. Des Weiteren trugen der Einfluss des starken Euros, ein geringerer Sachaufwand und niedrigere Aufwendungen im Versicherungsgeschäft zu dieser Entwicklung bei.

Das ERGEBNIS VOR STEUERN in AWM belief sich auf 242 Mio € im Vergleich zu 292 Mio € im zweiten Quartal 2007.

Die INVESTED ASSETS stiegen im zweiten Quartal 2008 um 2 Mrd € auf 700 Mrd €. Die Zunahme war auf Nettomittelzuflüsse von 8 Mrd € zurückzuführen, von denen 6 Mrd € in PWM und 1 Mrd € in AM generiert wurden. Diesen Nettomittelzuflüssen standen negative Marktwertentwicklungen gegenüber.

Private & Business Clients (PBC)

Die ERTRÄGE im Unternehmensbereich PBC erreichten den Rekordwert von 1,5 Mrd € und lagen damit um 36 Mio € (2 %) über dem Wert des zweiten Quartals 2007. Die Erträge im Bereich ZAHLUNGSVERKEHR, KONTOFÜHRUNG UND SONSTIGE FINANZDIENSTLEISTUNGEN stiegen um 36 Mio € (16 %), vor allem bei der Vermittlung von Versicherungsprodukten, bei Zahlungsverkehrs- und Kontoführungsdienstleistungen. Die Erträge aus dem KREDIT-/EINLAGENGESCHÄFT verbesserten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 24 Mio € (3 %), insbesondere aufgrund deutlich gestiegener Volumina im Einlagengeschäft. Diese Entwicklung wurde durch einen Rückgang der Erträge im BROKERAGEGESCHÄFT um 55 Mio € (16 %) und im PORTFOLIO/FUND MANAGEMENT um 3 Mio € (6 %) fast vollständig ausgeglichen. Beide Kategorien wurden durch die anhaltenden negativen Marktbedingungen im zweiten Quartal 2008 beeinträchtigt. Die Erträge aus SONSTIGEN PRODUKTEN verbesserten sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 35 Mio € (49 %). Das Berichtsquartal enthielt einen Gewinn im Zusammenhang mit dem Verkauf von Geschäftsaktivitäten von 10 Mio € und einen Gewinn aus der Veräußerung von Mastercard-Aktien von 9 Mio €.

Die RISIKOVORSORGE IM KREDITGESCHÄFT belief sich im zweiten Quartal 2008 auf 144 Mio €. Der Anstieg um 20 Mio € (16 %) gegenüber dem Vorjahresquartal resultierte aus organischem Wachstum im Konsumentenkreditgeschäft, vornehmlich in Polen, und gestiegenen Risikokosten in Spanien.

Die ZINSUNABHÄNGIGEN AUFWENDUNGEN lagen im Berichtsquartal mit 1,0 Mrd € um 15 Mio € (2 %) unter dem Wert des zweiten Quartals 2007. Der Rückgang war auf niedrigere leistungsabhängige Vergütungen infolge der Ertragslage im Konzern zurückzuführen. Diesen standen höhere Personalaufwendungen aufgrund höherer Mitarbeiterzahlen gegenüber.

Das ERGEBNIS VOR STEUERN des zweiten Quartals 2008 erreichte einen Wert von 328 Mio € und übertraf damit das Vorjahresquartal um 31 Mio € (11 %), was teilweise auf die rückläufigen leistungsabhängigen Vergütungen zurückzuführen war.

Im Berichtsquartal sind die Geschäftsvolumina in PBC sowohl im Kredit- als auch im Einlagengeschäft gestiegen. Die INVESTED ASSETS betrugen zum Ende des zweiten Quartals 198 Mrd € und waren damit nahezu unverändert im Vergleich zum Ende des ersten Quartals 2008. Im zweiten Quartal 2008 generierte PBC Nettomittelzuflüsse in Höhe von 3 Mrd €. Dem standen negative Marktwertentwicklungen in Höhe von 2 Mrd € gegenüber.

Im zweiten Quartal 2008 konnte PBC 161.000 neue Kunden, vor allem in Deutschland, Italien und Polen, gewinnen, und damit die Gesamtzahl der Kunden auf 14,1 Mio steigern.

Konzernbereich Corporate Investments

Das Ergebnis vor Steuern belief sich im zweiten Quartal 2008 auf 275 Mio € nach 233 Mio € im zweiten Quartal des Vorjahres. Im Berichtsquartal wurden aus unserem Industriebeteiligungsportfolio Verkaufsgewinne von 145 Mio € im Zusammenhang mit der Reduzierung unserer Anteile an der Daimler AG und Allianz SE erzielt. Des Weiteren trugen ein Gewinn von 96 Mio € aus dem Verkauf unserer Beteiligung an der Arcor AG & Co. KG sowie Dividendenerträge von 111 Mio € zum Ergebnis bei. Marktwertverluste, einschließlich der Effekte aus der Option zur Erhöhung unserer Beteiligung an der Hua Xia Bank Co. Ltd., wirkten sich im Berichtsquartal negativ aus. Im Vorjahr beinhaltete das zweite Quartal einen Gewinn von 126 Mio € im Zusammenhang mit der Sale-und-Leaseback-Transaktion für unsere Immobilie 60 Wall Street in New York sowie Dividendenerträge in Höhe von 130 Mio €.


Consolidation & Adjustments

Im zweiten Quartal 2008 verzeichnete Consolidation & Adjustments einen VERLUST VOR STEUERN von 176 Mio € gegenüber einem Verlust vor Steuern von 120 Mio € im Vorjahresquartal. Das Berichtsquartal enthielt höhere negative Anpassungen aus Bewertungsunterschieden zwischen den für die Managementberichterstattung angewandten Bilanzierungsmethoden und den Rechnungslegungsstandards nach IFRS als das Vorjahresquartal. Das zweite Quartal 2007 beinhaltete zudem Aufwendungen für Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und im Zusammenhang mit dem Kauf eines von der Bank genutzten Gebäudes.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Deutsche Bank AG Presseabteilung

Armin Niedermeier  069/910-33402
Christian Streckert  069/910-38079


Anhang:
Auszüge aus dem Zwischenbericht zum 30. Juni 2008


Der vollständige Zwischenbericht zum 30. Juni 2008 kann im Internet abgerufen werden: www.deutsche-bank.de/2Q2008. Ebenso ein Zahlenanhang (nur englisch): www.deutsche-bank.de/ir/financial-supplements.
 

Heute um 9.00 Uhr (MEZ) findet eine Telefonkonferenz zum Quartalsergebnis statt. Die Konferenz wird im Internet übertragen: www.deutsche-bank.de/ir/video-audio.


Diese Presse-Information enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Zukunftsgerichtete Aussagen sind Aussagen, die nicht Tatsachen der Vergangenheit beschreiben. Sie umfassen auch Aussagen über unsere Annahmen und Erwartungen. Diese Aussagen beruhen auf Planungen, Schätzungen und Prognosen, die der Geschäftsleitung der Deutschen Bank derzeit zur Verfügung stehen. Zukunftsgerichtete Aussagen gelten deshalb nur an dem Tag, an dem sie gemacht werden. Die Deutsche Bank übernimmt keine Verpflichtung, solche Aussagen angesichts neuer Informationen oder künftiger Ereignisse anzupassen.

Zukunftsgerichtete Aussagen beinhalten naturgemäß Risiken und Unsicherheitsfaktoren. Eine Vielzahl wichtiger Faktoren kann dazu beitragen, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von zukunftsgerichteten Aussagen abweichen. Solche Faktoren sind etwa die Verfassung der Finanzmärkte in Deutschland, Europa, den USA und andernorts, wo die Deutsche Bank einen erheblichen Teil ihrer Erträge aus dem Wertpapierhandel erzielt, der mögliche Ausfall von Kreditnehmern oder Kontrahenten von Handelsgeschäften, die Umsetzung unserer Managementagenda, die Verlässlichkeit unserer Grundsätze, Verfahren und Methoden zum Risikomanagement sowie andere Risiken, die in den von uns bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) hinterlegten Unterlagen dargestellt sind. Diese Faktoren sind im SEC-Bericht nach „Form 20-F“ vom 26. März 2008 unter der Überschrift „Risk Factors“ im Detail dargestellt. Dieses Dokument ist auf Anfrage bei der Bank erhältlich oder unter www.deutsche-bank.com/ir verfügbar.





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Letzte Änderung: 2.9.2013
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