Frankfurt am Main, 15. Juni 2009

Unternehmen haben bei Risikomanagement Nachholbedarf


Deutsche Bank Studie beleuchtet Bedeutung des Risikomanagements bei Unternehmen

  • Einschätzung von Unternehmensrisiken hängt ab von Unternehmensgröße und der Region
  • Jedes zweite Unternehmen sieht Risiken durch Schwankungen der Rohstoffpreise, Währungsrisiken werden unterschätzt

Unternehmen in Deutschland haben Nachholbedarf beim Risikomanagement. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von 400 Unternehmen, die die Deutsche Bank veröffentlicht hat. Abhängig von der Unternehmensgröße und der Region messen Unternehmen dem Risikomanagement unterschiedlich große Bedeutung bei.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen anschaulich, welche Risiken für Unternehmen vor dem Hintergrund der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise im Zentrum stehen. Erstaunlich ist, dass trotz der großen wirtschaftlichen Herausforderungen sehr viele Unternehmen auf ein Risikomanagement verzichten und wichtige Gefahrenquellen wie Währungsrisiken weiterhin unterschätzt werden – obwohl Unternehmen sich der großen Bedeutung eines Risikomanagements bewusst sind“, so Ulrich Schürenkrämer, Mitglied der Geschäftsleitung Firmenkunden Deutschland und des Management Committee Deutschland der Deutschen Bank.

Für 82 Prozent der befragten Unternehmen ist das Thema Risikomanagement sehr wichtig oder wichtig. Dabei messen größere Unternehmen dem Thema eine höhere Bedeutung bei (89 Prozent) als kleinere Unternehmen (75 Prozent). Unternehmen im Osten Deutschlands bewerten das Thema dabei tendenziell am wichtigsten (83 Prozent). Obwohl Risikomanagement für Unternehmen wichtig ist, hat nur knapp die Hälfte der kleineren Unternehmen ein systematisches Risikomanagement. Bei den größeren Unternehmen hingegen sind es 75 Prozent. Auffällig ist, dass es im Westen Deutschlands die meisten Unternehmen ohne ein Risikomanagement gibt (42 Prozent).

Währungsrisiken werden unterschätzt

Für die meisten Unternehmen stehen Absatzrisiken (73 Prozent) und Ausfallrisiken (64 Prozent) an erster Stelle. Erstaunlich ist, dass Währungsrisiken trotz der großen Währungsschwankungen im Zuge der Finanzkrise als gering eingeschätzt werden. Für 80 Prozent der kleineren und rund Dreiviertel der größeren Unternehmen sind Währungsrisiken kein Thema. 

Rohstoffpreisrisiken spielen eine Rolle – Zinsrisiken werden als weniger bedeutend eingeschätzt

Einheitlich beurteilen große und kleinere Unternehmen die Gefahr, die durch Rohstoffpreisschwankungen ausgeht. Für rund die Hälfte aller Unternehmen sind Rohstoffrisiken ein Thema. Bemerkenswert ist, dass Zinsrisiken eine untergeordnete Rolle spielen. 26 Prozent der kleineren und 31 Prozent der größeren Unternehmen sehen darin eine Gefahr für ihr Unternehmen. Für kleinere Unternehmen sind Liquiditätsrisiken (52 Prozent) wichtiger als für größere Unternehmen (43 Prozent).
In der Reihenfolge der Bedeutung werden als Risiken genannt: Absatzrisiken, Ausfallrisiken, Risiken durch Schwankungen der Rohstoffpreise, Liquiditätsrisiken, Energiepreisrisiken, Währungsrisiken und Zinsrisiken.

Regionale Unterschiede bei der Einschätzung von Risiken

Mit Blick auf die regionale Verteilung sind für 79 Prozent der süddeutschen Unternehmen Absatzrisiken von zentraler Bedeutung, bei ostdeutschen Unternehmen hingegen sind es nur 60 Prozent. Westdeutsche Betriebe sehen stärker ihre Liquidität gefährdet (54 Prozent), norddeutsche Unternehmen (35 Prozent) und ostdeutsche Unternehmen (43 Prozent) haben beim Thema Liquidität weniger Sorgen. Rohstoffpreisrisiken sind für mehr westdeutsche Unternehmen ein Thema (60 Prozent) als für norddeutsche (53 Prozent) und ostdeutsche Unternehmen (55 Prozent).

Trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise will weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen in puncto Risikomanagement Änderungen vornehmen. Von den Unternehmen, die ihr Risikomanagement ändern, sind die meisten aus dem Osten (42 Prozent) und Westen Deutschlands (40 Prozent). Nur 27 Prozent der Unternehmen mit Änderungswunsch kommen aus dem Norden.

Die Untersuchung

Die Deutsche Bank hat von Februar bis März 2009 Interviews mit 400 Unternehmen geführt. Befragt wurden Finanzentscheider  in 200 Unternehmen mit einem Umsatz von 1 Million bis 25 Millionen Euro und 200 Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 25 Millionen Euro.

Die Region Nord umfasst Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Die Region West umfasst die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Bayern und Baden-Württemberg wurden in der Region Süd zusammen gefasst. Der Osten Deutschlands beinhaltet in der Studie die Länder Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachen-Anhalt, Sachsen und Thüringen.

Die vollständige Studie ist erhältlich über die Pressestelle der Deutschen Bank.


Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Deutsche Bank
Presseabteilung
Frank Hartmann
Tel.: 069-910 84752


Über die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank ist eine weltweit führende Investmentbank mit einem starken und erfolgreichen Privatkundengeschäft sowie sich gegenseitig verstärkenden Geschäftsfeldern. Führend in Deutschland und Europa, wächst die Bank verstärkt in Nordamerika, Asien und anderen Wachstumsmärkten. Mit 80.277 Mitarbeitern in 72 Ländern bietet die Deutsche Bank weltweit einen umfassenden Service. Ziel der Bank ist es, der global führende Anbieter von Finanzlösungen für anspruchsvolle Kunden zu sein und damit nachhaltig Mehrwert für Aktionäre und Mitarbeiter zu schaffen.

http://www.deutsche-bank.de/




Twitter

Folgen Sie der Deutschen Bank auf Twitter
twitter.com/DeutscheBank

Social Media

Die Deutsche Bank stellt über verschiedene Social-Media-Plattformen aktuelle Informationen bereit. Folgen Sie unseren Tweets, betrachten Sie aktuelle Videos und Fotos oder wählen Sie einfach Ihren persönlich bevorzugten Kanal. mehr

RSS & Podcast


Empfangen Sie aktuelle Presse-Informationen der Deutschen Bank in Echtzeit mit unserem RSS-Newsfeed und Podcast. mehr

Footer Navigation:
Letzte Änderung: 2.9.2013
Copyright © 2014 Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main