Berlin, 02. Mai 2011

Frühjahrsbefragung der größten Familienunternehmen in Deutschland: Familienunternehmen wollen Exporte steigern / Indien ist Wachstumsmarkt der Zukunft


Die Familienunternehmen in Deutschland sind in hohem Maß auf Auslandsmärkten aktiv und erwarten auch für dieses Jahr eine Steigerung ihrer Exporte. Indien entwickelt sich aus Sicht der Familienunternehmen zum Wachstumsmarkt der Zukunft. China, heute schon der zweitwichtigste Markt für Familienunternehmen, wird Frankreich als bedeutendsten Absatzmarkt ablösen. Die Unternehmen profitieren bei ihrem Auslandsengagement von den Stärken des Wirtschaftsstandorts Deutschland, den sie durchweg positiv bewerten. Viele Familienunternehmen fürchten jedoch, dass sich die Eurokrise negativ auf ihre Geschäftstätigkeit auswirken wird. Das sind die wichtigsten Ergebnisse einer aktuellen Befragung „Die größten Familienunternehmen in Deutschland – Befragung Frühjahr 2011“, die Deutsche Bank, BDI und das Institut für Mittelstandsforschung, IfM, Bonn heute in Berlin vorgestellt haben. Befragt wurden rund 400 der 2.688 größten Familienunternehmen in Deutschland.

Wirtschaftsstandort Deutschland

Deutschland hat die Wirtschafts- und Finanzkrise mit seiner exportgetriebenen Wirtschaft schneller und erfolgreicher hinter sich gelassen als die meisten Industrieländer. Hierzu haben auch die großen Familienunternehmen beigetragen, die sich aus Deutschland heraus im internationalen Wettbewerb gut behauptet haben. Die Befragung zeigt, dass mehr als drei Viertel (84,2 Prozent) der  Familienunternehmen den Wirtschaftsstandort Deutschland positiv bewerten. Fast jeder vierte Unternehmer (23,4 Prozent) beurteilte die Attraktivität Deutschlands sogar als deutlich höher im Vergleich zum Ausland. Hierzu beigetragen hat, dass Deutschland hinsichtlich der Lohnstückkosten gegenüber anderen Volkswirtschaften erheblich an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen hat. Die wirtschaftlichen Aussichten für 2011 bewerten die Unternehmen positiv. Für dieses Jahr planen zwei Drittel der Befragten (66 Prozent) die Investitionsbudgets zu erhöhen und neue Mitarbeiter einzustellen (67,4 Prozent).

„Wenn Deutschland im Kern ein starkes Industrieland bleiben soll, wozu die industriellen Familienunternehmen ihren Teil beitragen, dann müssen die Standortvorteile gesichert und ausgebaut werden. Konjunkturell bedingt herrscht derzeit allgemeine Zuversicht. Trotzdem dürfen wir strukturelle Probleme in Deutschland nicht übersehen. Zentral gehören dazu die seit Jahren rückläufigen Investitionen am Standort Deutschland“, sagte Arndt G. Kirchhoff, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses.

Auslandsaktivitäten der größten deutschen Familienunternehmen

Neun von zehn Familienunternehmen vertreiben Produkte und Dienstleistungen auf internationalen Märkten. Für mehr als ein Drittel der Familienunternehmen (35,4 Prozent) zählt Frankreich heute zu den drei wichtigsten Absatzmärkten - vor China (27,4 Prozent) und den USA (25,3 Prozent). Hinsichtlich der Einschätzung zukünftiger Wachstumsmärkte wird sich Indien zum Wachstumsmarkt der Zukunft entwickeln und zum fünftwichtigsten Handelspartner aufsteigen. China wird zum wichtigsten Exportland, vor Frankreich, den USA und Russland.

„Der Weg ins Ausland ist für viele Unternehmen nicht nur eine geschäftliche, sondern auch eine finanzielle Herausforderung. Die Banken in Deutschland haben durch die Finanzierung des Außenhandels - auch durch die Finanz- und Wirtschaftskrise hinweg - die notwendigen Voraussetzungen für das internationale Wachstum deutscher Unternehmen geschaffen,“ sagte Jürgen Fitschen, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank, anlässlich der Vorstellung der Ergebnisse.

Ein Drittel der Unternehmen, die bereits international aktiv sind, wollen auf weiteren Auslandsmärkten aktiv werden. Angeführt wird die Wunschliste von Indien (19,5 Prozent) und China (16,5 Prozent). „Die Devise der Familienunternehmen lautet somit: Go East“, so Prof. Frank Wallau, IfM Bonn. Als Hemmnisse für ein Engagement auf diesen Auslandsmärkten werden die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesen Ländern genannt (22,6 Prozent) sowie Handelsbeschränkungen bzw. Zölle (21,1 Prozent) und die Auswahl verlässlicher Partner (20,3 Prozent).

Knapp zwei Drittel der auslandsaktiven Unternehmen (64,5 Prozent) verfügen heute bereits über Vertriebs- und Servicestätten und fast die Hälfte (48,5 Prozent) über mindestens eine Produktionsstätte im Ausland. Mit den Auslandsaktivitäten nimmt auch die internationale Zahlungsabwicklung zu. Über 40 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Eurokrise einen negativen Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeit hat. Unternehmen fürchten einen Rückgang ihrer Absatzzahlen in den durch die Krise besonders hart getroffenen Euro-Ländern sowie steigende Kosten für Energie- und Rohstoffimporte.


Informationen über die Befragung:
„Die größten Familienunternehmen in Deutschland – Befragung Frühjahr 2011“ hat das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) Anfang 2011 im Auftrag der Deutsche Bank AG und des Bundesverbands der Deutschen Industrie e.V. (BDI) erstellt. Hierzu wurden 404 der 2.688 größten Familienunternehmen in Deutschland befragt mit einem Jahresumsatz von über 50 Mio. Euro. Der Schwerpunkt der aktuellen Befragung liegt auf den aktuellen und zukünftigen Auslandsaktivitäten der größten deutschen Familienunternehmen. Daneben beurteilen die befragten Unternehmen den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Vergleich und die Bedeutung des Euro für ihre Geschäftstätigkeit.


Ergebnisse der Frühjahrsbefragung 2011: "Die größten Familienunternehmen in Deutschland - Daten, Fakten, Potenziale"


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Letzte Änderung: 2.9.2013
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