Frankfurt am Main, 28. November 2011

Finanzierung für Kommunen wird teurer


Deutsche Bank-Umfrage unter Kommunen in Deutschland / Basel III erschwert Bedingungen für Kommunalkredite

Deutsche Kommunen stellen sich schon jetzt auf schwierigere und teurere Finanzierungsbedingungen ein. Vor allem größere Kommunen befürchten, dass sich die Konditionen der Banken verschärfen und künftig weniger Kredit für die Finanzierung von Städten und Kommunen zur Verfügung steht. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Deutschen Bank unter Kommunen.

„Kommunen werden sich nicht mehr ausschließlich durch Bankkredit finanzieren können und sind deshalb gut beraten, ihre Finanzierungsgrundlage zu verbreitern und sich eine Finanzierung über den Bankkredit hinaus zu erschließen“, sagt Jens Michael Otte, Leiter Öffentlicher Sektor und Institutionen Deutschland bei der Deutschen Bank. Er betont, dass die Kommunalfinanzierung für die Deutsche Bank ein wichtiger Geschäftsbereich sei und die Bank in diesem Segment weiter wachsen wolle.

Die Mehrheit der befragten Kommunen geht davon aus, dass sich die regulatorischen Vorgaben an Banken durch Basel III auf die Kommunal-finanzierung auswirken werden (77 Prozent). Dabei erwarten vor allem größere Kommunen Auswirkungen (87 Prozent gegenüber 65 Prozent bei den kleineren Kommunen), gerade hinsichtlich steigender Kosten für die Finanzierung (69 Prozent gegenüber 53 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Kommunen (52 Prozent) geht davon aus, dass zukünftig weniger Banken für die Finanzierung der Städte und Gemeinden zur Verfügung stehen. Die neuen Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften durch Basel III verpflichten Banken, bei der Kreditvergabe zukünftig mehr hartes Eigenkapital vorzuhalten. Dadurch dürfte sich der Spielraum der Banken bei der Kreditvergabe einschränken.

„Jede Kommune sollte ein ureigenes Interesse haben zu verstehen, wie Kapitalgeber ihre aktuelle Situation bewerten. Investoren wollen über die Finanzsituation und zu erwartenden Entwicklungen umfassend informiert sein. Durch Verfahren zur Bonitätseinschätzung erhalten Kommunen einen 360-Grad-Blick auf ihre Stärken und Schwächen und werden attraktiver für Investoren bei der Platzierung von Schuldscheinen und Anleihen“, erläutert Jens Michael Otte.

Im Rahmen der Befragung sagten knapp 60 Prozent der Kommunen, dass sie  vom Einsatz alternativer Finanzierungsinstrumente abseits des Kredits eine breitere Finanzierungsgrundlage erwarten (57 Prozent). Bislang planen jedoch nur 18 Prozent der Befragten ihre Finanzierungsgrundlage zu verbreitern und weitere 18 Prozent haben dies bereits getan. Insgesamt bewerten drei Viertel der Kommunen den Einsatz alternativer Finanzierungsinstrumente positiv (76 Prozent). Fast die Hälfte erhofft sich dadurch eine geringere Abhängigkeit vom klassischen Bankkredit (46 Prozent) und eine Entlastung des Haushalts (40 Prozent). Am häufigsten nutzen Kommunen Leasingmodelle (73 Prozent). Deutlich weniger genutzt werden Schuldscheindarlehen (21 Prozent), Öffentlich-Private Partnerschaften (9 Prozent) und Factoring bzw. der Verkauf von Forderungen (7 Prozent).

Nur in größeren Kommunen hat sich die Mehrzahl der Verantwortlichen (62 Prozent) bislang mit Bonitätseinstufungen für Kommunen durch Banken beschäftigt. In kleineren Kommunen ist es gerade einmal ein Viertel. Ähnlich verhält es sich mit der Bedeutung der Verfahren zur Bonitätseinschätzung durch Banken: Unter den großen Kommunen haben diese Verfahren für 27 Prozent eine sehr große oder große Bedeutung. Bei kleineren Kommunen sagen nur 13 Prozent, dass diese Verfahren für sie relevant seien. Die Deutsche Bank hat bereits vor zehn Jahren eine Systematik zur internen Risikoeinschätzung  der Bonität von Kommunen eingeführt. 

Die Untersuchung:
Im Rahmen der Umfrage wurden Interviews mit 200 Kommunen geführt. Befragt wurden kommunale Finanzentscheider in 85 Kommunen mit weniger als 50.000 Einwohnern, 60 Kommunen mit einer Einwohnerzahl zwischen 50.000 und 100.000 sowie 55 Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern.

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Letzte Änderung: 2.9.2013
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