18. Oktober 2015

Deutsche Bank beschließt umfassende organisatorische und personelle Neuordnung

Die Deutsche Bank (XETRA: DBKGn.DE / NYSE: DB) verändert ihren Konzernaufbau und ihre Führungsstruktur grundlegend. Wie der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung heute in Frankfurt beschlossen hat, werden die Konzernsparten neu zugeschnitten. Dies geht mit einer Neuordnung der Führungsgremien und personellen Veränderungen im Top-Management der Bank einher.

Leitgedanke des Aufsichtsrats beim Umbau ist, im Sinne der Strategie 2020 die Komplexität im Management der Bank zu verringern und damit den Kundenbedürfnissen sowie den Anforderungen der Aufsichtsbehörden besser gerecht zu werden.

Im Mittelpunkt der Neuorganisation steht der bisherige Unternehmensbereich Corporate Banking & Securities (CB&S), der in zwei Bereiche aufgeteilt wird. Mit Wirkung zum 1. Januar 2016 geht in der neuen Unternehmenskunden- und Investmentbank (Corporate & Investment Banking) die Unternehmensfinanzierung (Corporate Finance) und die Transaktionsbank (Global Transaction Banking) auf.

Die Handelsaktivitäten aus CB&S werden im neuen Unternehmensbereich Globale Märkte (Global Markets) zusammengefasst. Die Bezeichnung CB&S wird aufgegeben.
Weitere Veränderungen betreffen die Vermögensverwaltung (Deutsche Asset & Wealth Management). Die Betreuung der wohlhabenden Privatkunden (Private Wealth Management) wird aus einer eigenständigen Einheit heraus in der Privat- und Geschäftskundenbank erfolgen. Die Deutsche Asset Management wird sich ausschließlich auf die institutionellen Kunden und das Fondsgeschäft konzentrieren.

Mit dem Konzernumbau gehen auch weitreichende Veränderungen in der Führungsstruktur einher. Das Group Executive Committee wird ebenso aufgelöst wie zehn der derzeit 16 Vorstandsausschüsse. Ab 1. Januar 2016 werden alle vier Unternehmensbereiche direkt im Vorstand vertreten sein. Der dann auf zehn Mitglieder erweiterte Vorstand wird durch vier Generalbevollmächtigte ergänzt.

Neues Vorstandsmitglied zum 1. Januar 2016 wird Jeff Urwin, der bislang gemeinsam mit Colin Fan an der Spitze von CB&S stand. Urwin verantwortet künftig die Unternehmenskunden- und Investmentbank. Das langjährige Vorstandsmitglied Stefan Krause, bislang für die Transaktionsbank und die Restrukturierungseinheit (NCOU) verantwortlich, wird als Folge dieses Umbaus sein Amt zum 31. Oktober 2015 niederlegen.

Werner Steinmüller bleibt Geschäftsleiter der Globalen Transaktionsbank und berichtet an Urwin. Er wird als Nachfolger Krauses zur Wahl als Aufsichtsratsvorsitzender der Postbank AG vorgeschlagen.
Colin Fan, der bislang Co-Chef von CB&S war, legt mit Wirkung zum 19. Oktober 2015 sein Amt nieder. Sein Nachfolger wird Garth Ritchie, der als Vorstand ab Januar 2016 die Sparte Globale Märkte verantworten wird. Ritchie hat bislang die Geschäfte mit Aktien (Equities) geleitet.

Die Vorstandsverantwortung für das Deutsche Asset Management übernimmt ab 1. Januar 2016 Quintin Price, der bislang Mitglied des globalen Managementkomitees des Vermögensverwalters BlackRock war und dort den Bereich "Alpha Strategies" geleitet hat. Michele Faissola, bisher Leiter Deutsche Asset & Wealth Management, wird nach einer Übergangszeit die Bank verlassen.

Vorstand Christian Sewing steht künftig nicht nur an der Spitze der Privat- und Geschäftskundenbank, sondern verantwortet auch die Betreuung der vermögenden Privatkunden. Fabrizio Campelli, der bislang die Abteilung für Konzernentwicklung geleitet hat, wird diesen Bereich operativ führen und an Christian Sewing berichten.

Zudem hat Stephan Leithner darum gebeten, mit Wirkung zum 31. Oktober 2015 den Vorstand verlassen zu dürfen, da er im neuen Jahr eine Aufgabe in der Private Equity Branche übernehmen möchte. Der Aufsichtsrat hat diesem Wunsch entsprochen. Leithners Ressortverantwortung umfasste das Europageschäft sowie die Bereiche Personal, Regulierung (GRAD) und den Kampf gegen die Finanzkriminalität.

Die Verantwortung für die Bereiche von Stefan Krause und Stephan Leithner wird wie folgt aufgeteilt:
Sylvie Matherat (derzeit Leiterin Government & Regulatory Affairs bei der Deutschen Bank und ehemaliges Mitglied des Direktoriums der Banque de France) übernimmt als Chief Regulatory Officer die neue Vorstandsverantwortung für die Bereiche Regulierung, Compliance und den Kampf gegen die Finanzkriminalität. Die Generalbevollmächtigte Nadine Faruque, die global für Compliance verantwortlich ist, wird an Matherat berichten.

Karl von Rohr, bisher Chief Operating Officer für das globale Management der Regionen, wird als Chief Administrative Officer die Vorstandsverantwortung für Corporate Governance und das Personalressort übernehmen. Er wird damit Arbeitsdirektor der Deutsche Bank AG. Außerdem verantwortet von Rohr künftig auch den Rechtsbereich, für den bislang der Co-Vorstandsvorsitzende John Cryan verantwortlich zeichnete.

John Cryan übernimmt die Vorstandsverantwortung für die Restrukturierungseinheit NCOU.
Für die Infrastruktur ist außerdem künftig Kim Hammonds als Chief Operating Officer (derzeit Global Chief Information Officer und Co-Head Group Technology & Operations der Deutschen Bank und vormals Chief Information Officer bei Boeing) zuständig. Ihre Aufgabe wird die konsequente Erneuerung der Informationssysteme sein. Um die Krediterfahrung zu erwerben, die gemäß Kreditwesengesetz für eine Vorstandsposition erforderlich ist, wird Hammonds zum Jahresbeginn 2016 zunächst als Generalbevollmächtigte beginnen. Sie soll spätestens in einem Jahr in den Vorstand nachrücken.

Der bisherige Chief Operating Officer Henry Ritchotte wird zum Jahresende den Vorstand verlassen und für die Deutsche Bank eine neue Digitalbank aufbauen. Details dazu wird der Vorstand zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.

Neben Faruque und Hammonds wird ab dem 1. November dieses Jahres Jacques Brand Generalbevollmächtigter mit Berichtslinie zu den Co-Vorstandsvorsitzenden John Cryan und Jürgen Fitschen. Brand zeichnet verantwortlich für das Geschäft in Nordamerika und wird Aufsichtsratsvorsitzender der Intermediate Holding Company für das US-Geschäft, die neu geschaffen wurde. Die Verantwortung für das globale Management der Regionen verbleibt bei Fitschen.

 

 

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