3. Juni 2016

Wirkungsfonds – erster Zuschussfonds für Social Startups

Deutsche Bank, SAP und Social Impact etablieren ein gemeinsames Programm. Erstmals wurden Fonds-Mittel an zwei Social Startups vergeben, die sich für die Verbesserung der Lebenssituation geflüchteter Menschen in Deutschland einsetzen.

Die ausgezeichneten Projekte Chancen gestalten und CLIMB Gemeinsam wirken: Die Projektpartner Deutsche Bank, SAP und Social Impact unterstützen mit dem Programm Wirkungsfonds soziale Startups, die sich zum Ziel gesetzt haben, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Teilhabe von geflüchteten Menschen in Deutschland zu verbessern. Neben Qualifizierungsleistungen werden im ersten Programmjahr insgesamt 200.000 Euro als Zuschuss für die Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle gewährt. Es ist der erste Fonds in Deutschland, der Social Startups nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt.

Das große Engagement in Deutschland zur Unterstützung von geflüchteten Menschen hat weltweit Beachtung gefunden. Besonders hervorzuheben ist, dass man sich hierbei nicht auf die klassischen Unterstützungsstrukturen verlassen hat, sondern überall in Deutschland neue Initiativen und soziale Unternehmen entstanden sind, die sich dieser Aufgabe angenommen haben. Nun gilt es, diese Strukturen zu stabilisieren. Hierfür bedarf es Unterstützung in Form von Qualifizierung und Beratung aber auch finanzielle Hilfe, da Sozialunternehmen keinen Zugang zu klassischen Finanzierungsinstrumenten haben.

2016 können mindestens neun Social Startups am gemeinsamen Qualifizierungsprogramm teilnehmen und Mittel aus dem Wirkungsfonds erhalten. Für die Teilnahme am Programm werden Stipendiaten und Alumni der Social Impact Stipendienprogramme ausgewählt und bei der Entwicklung und Professionalisierung ihrer Finanzierungsstrategie unterstützt. Deutsche Bank und SAP stellen zudem einen Betrag von insgesamt 200.000 Euro für die innovativsten Projekte zur Verfügung.

Am 1. Juni 2016 präsentierten die drei Finalisten der ersten Runde im Social Impact Lab Frankfurt ihre Geschäfts- und Finanzierungskonzepte, an denen sie gemeinsam mit Experten von SAP, Deutsche Bank und Social Impact in den letzten Wochen gearbeitet haben.

Die Expertenjury - unter Teilnahme von Philipp Gossow (Chief Operating Officer Germany, Deutsche Bank), Gabriele Hartmann (Head of Corporate Social Responsibility Middle and Eastern Europe, SAP), Björn Strüwer (Geschäftsführer Roots of Impact) und Norbert Kunz (Geschäftsführer Social Impact gGmbH) - entschied über die Ausschüttung von 25.000 Euro für das Mentoring Programm „Chancen gestalten“ sowie 25.000 Euro für „CLIMB“, ein innovatives Lernferienprogramm.

Die ausgezeichneten Projekte

Chancen gestalten

Chancen gestalten setzt sich für ein gesellschaftliches Miteinander zwischen Geflüchteten und Ortsansässigen ein. Dies verfolgt Chancen gestalten unter anderem durch Eins-zu-Eins Mentoring-Beziehungen zwischen Geflüchteten und Gleichaltrigen mit dem Ziel die Mentees in Praktikums- und Ausbildungsplätze zu vermitteln und während der Ausbildung zu begleiten. Zudem setzt sich Chancen gestalten durch Informationsstände, Podiumsdiskussionen und vielem mehr für die Sensibilisierung von Ortsansässigen bezüglich des Themas Flucht und Asyl ein.

CLIMB

CLIMB steht für clever lernen, immer motiviert bleiben. Und dieser Name ist Programm. Mit einem innovativen pädagogischen Programm begeistert CLIMB bei zweiwöchigen Lernferien Grundschulkinder mit und ohne Fluchterfahrung und junge Erwachsene in den Ferien fürs Lernen. Es zeigt Kindern, was in ihnen steckt, macht junge LehrerInnen stark und gestalten mit ihnen gemeinsam eine buntere, gerechtere Bildungslandschaft überall in Deutschland.

Die Projektpartner

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank unterstützt innovative Ideen von Gründern. Ein Unternehmen gründen und damit gleichzeitig einen guten Zweck verfolgen – dieses Anliegen haben immer mehr Menschen in Deutschland. Die Deutsche Bank unterstützt diese Sozialunternehmen mit diversen Programmen. In dem Qualifizierungsprogramm „Ready For Finance“ bieten Mitarbeiter der Deutschen Bank außerdem systematische Beratung und Begleitung der Social Startups an, um den Zugang zu Kapital zu erleichtern.

SAP

SAP setzt sich seit Jahren erfolgreich mit unterschiedlichen Programmen für gemeinnützige Initiativen ein, die neue Ideen in den Bereichen Bildung und Entrepreneurship umsetzen. Das Ziel: Chancen für alle zu schaffen und die Zukunft unserer Gesellschaft nachhaltig positiv zu beeinflussen. Bereits 2011 entstand aus der Zusammenarbeit von SAP und Social Impact sowohl das erste Social Impact Lab in Deutschland als auch ein gemeinsames Stipendienprogramm zur Unterstützung von Social Startups. Mehr als 200 SAP Mitarbeiter unterstützen als Mentoren, Workshopleiter und Fachberater die Social Startups bei der Entwicklung und Implementierung sozialer Geschäftsmodelle.

Social Impact gGmbH

Die gemeinnützige Social Impact GmbH entwickelt Produkte und Dienstleitungen, die zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und zum sozialen Ausgleich beitragen. Sie war u.a. maßgeblich an der Entwicklung von sozialen Innovationen in den Themenfeldern Qualifizierung und Gründungsunterstützung von sozial benachteiligten Personengruppen und an der Entwicklung des deutschen Mikrofinanzierungsangebotes beteiligt. Seit 2012 konzentriert sich die Social Impact auf die Entwicklung einer Infrastruktur zur Förderung von sozialen Innovationen. Im Mittelpunkt des Angebotes steht der Aufbau von Social Impact Labs und die Unterstützung von Social Startups.

Kontakt

Social Impact gGmbH
Gabriela Spangenberg
E-Mail: spangenberg@socialimpact.eu

(Foto: Melanie Akerboom)