15. Dezember 2016

Standard & Poor's kündigt CreditWatch für deutsche Banken an

Standard & Poor's (S&P) hat die deutschen Banken auf „CreditWatch“ gesetzt angesichts des im vergangenen Jahr beschlossenen deutschen Abwicklungsmechanismusgesetzes, das am 1. Januar 2017 wirksam wird.

Das langfristige Emittentenrating der Deutschen Bank wurde auf „CreditWatch positiv“ (mögliche Heraufstufung) gesetzt:
–   Dies spiegelt den Anstieg der verlustabsorbierenden Puffer aufgrund des Abwicklungsmechanismusgesetzes wider.
–   Es stärkt die Kreditwürdigkeit der Deutschen Bank bei der großen Mehrheit der Kunden.
–   Das derzeitige Rating der Deutschen Bank liegt bei BBB+.
–   Vorrangige Instrumente, die nicht von einer Einbeziehung in die Abwicklung betroffen wären, dürften entsprechend dem langfristigen Emittentenrating bewertet werden.

Das langfristige Emittentenrating von S&P zeigt deren zukunftsorientierte Einschätzung der generellen Kreditwürdigkeit und der Fähigkeit, alle finanziellen Verpflichtungen zu erfüllen:
–   Das neue deutsche Abwicklungsgesetz stärkt die Position von Einlegern und nahezu allen Gegenparteien.
–   S&P ist die einzige größere Ratingagentur, die noch kein Rating für Einlagen und Gegenparteien eingeführt hat. Sie beabsichtigt dies aber im kommenden Jahr zu tun.

Die vorrangigen unbesicherten Schuldtitel der deutschen Banken wurden auf „CreditWatch developing“ (mögliche Herabstufung) gesetzt:
–   Aufgrund des Abwicklungsgesetzes können vorrangige unbesicherte Schuldtitel in eine Abwicklung einbezogen werden.
–   Aktuelles Rating der Deutschen Bank: BBB+.
–   Die einfachen vorrangigen unbesicherten Anleihen der Deutschen Bank würden wahrscheinlich als „senior subordinated“ eingestuft werden mit einem Rating von BBB-.
–   Dies ist kein Deutsche Bank spezifisches Thema. Es betrifft alle deutschen Banken, die der neuen Gesetzgebung unterliegen.

Die Ratings der Deutschen Bank würden in beiden Kategorien im „Investment Grade“-Bereich bleiben, falls es zu einer Umsetzung des „CreditWatch“ kommt.

Die kurzfristigen Ratings bleiben unverändert bei P-2.

Momentan bleiben alle Ratings auf dem derzeitigen Stand. Der „CreditWatch“ wird wahrscheinlich im ersten Quartal 2017 mit einer Rating-Entscheidung abgeschlossen.

Die Position der Deutschen Bank war nie so stark wie heute:
–   Einleger und Gegenparteien sind aufgrund des Abwicklungsgesetzes durch einen Puffer von 111 Milliarden Euro an Verlustabsorptionskapazität (TLAC) geschützt. Das sind rund 30 Milliarden Euro mehr als die regulatorischen Vorgaben für 2019.
–   Die Liquiditätsreserven betragen rund 200 Milliarden Euro und sind damit in den Nachkrisenjahren mehr als verdreifacht worden.
–   Das Eigenkapital beträgt 62 Milliarden Euro und ist damit in den Nachkrisenjahren fast verdoppelt worden.
–   Sowohl die Risikovorsorge wie auch das Marktrisiko (VaR) sind auf historischen Tiefstständen.
–   Die Level 3-Aktiva wurden in den Nachkrisenjahren um mehr als 70 Prozent verringert, die nicht zum Kerngeschäft gehörenden Aktiva seit der Bildung der NCOU um über 90 Prozent.
–   Die Deutsche Bank hat eine Finanzierungsbasis von über 900 Milliarden Euro, die zu über 70 Prozent aus sehr stabilen Quellen besteht. Der Finanzierungsplan 2016 ist abgeschlossen.