22. März 2016

Karl von Rohr: Ohne freiheitliche Wirtschaftsordnung kann eine Bank nicht funktionieren

Deutsche Bank-Vorstandsmitglied Karl von Rohr hat vergangene Woche den „DENKRAUM Für Soziale Marktwirtschaft” in der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main eröffnet.

Mit einem Plädoyer für die Soziale Marktwirtschaft hat Vorstandsmitglied Karl von Rohr in dieser Woche ein Diskussionsforum mit dem Titel „Denkraum für Soziale Marktwirtschaft“ eröffnet, das verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren einen offenen Dialog über gegenwärtige Herausforderungen ermöglichen soll. „Die Soziale Marktwirtschaft hat nichts von ihrer Faszination verloren“, sagte von Rohr vor rund 150 Zuhörern an der Goethe-Universität Frankfurt, wo in dieser Woche die erste Veranstaltung der Denkraum-Reihe stattgefunden hat. Sie habe sich als überlegene Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung erwiesen, und auch die tägliche Realität der Deutschen Bank sei untrennbar mit ihr verbunden. „Ohne die freiheitliche Wirtschaftsordnung, ohne das staatliche Bekenntnis zum Wettbewerb und zur freien Preisbildung kann eine Bank nicht funktionieren. Wir wissen um den immensen Wert dieser Freiheit, gleichzeitig sind wir uns der Verantwortung bewusst, die wir als Großkonzern in diesem System tragen.“

Karl von Rohr beim „DENKRAUM Für Soziale Marktwirtschaft” Eine Wirtschaftsordnung sei aber nicht statisch, fuhr von Rohr fort, sondern müsse kontinuierlich weiterentwickelt werden. „Auch die Soziale Marktwirtschaft sieht sich Herausforderungen ausgesetzt, auf die wir Antworten finden müssen. Es bedarf einer zeitgemäßen Definition! Diese zu entwickeln ist ein Gemeinschaftswerk, bei dem alle Kräfte zusammenarbeiten müssen.“

Initiativen wie der „Denkraum für Soziale Marktwirtschaft“ seien wichtige Foren für den gesellschaftlichen Dialog, an dem sich die Deutsche Bank gern beteilige, um gemeinsam mit den Initiatoren, dem Frankfurter Allgemeinen Forum und der auf Veränderungsprozesse spezialisierten IFOK GmbH, und den weiteren Partnern eine entsprechende Diskussion anzustoßen.

Mit Blick auf das Thema „Demografie und Wandel“ betonte von Rohr, dass die negativen Folgen einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung kein „unentrinnbares Schicksal“ darstellten. Vielmehr sei der ständige Zustrom junger, motivierter und qualifizierter oder qualifizierbarer Arbeitskräfte seit Jahrzehnten ein Wachstumstreiber. „Vor diesem Hintergrund ist der aktuelle Flüchtlingsstrom eine große Chance, weil er das Arbeitskräftepotenzial kräftig erhöht. Schaffen wir es, dieses Potenzial zu nutzen, können wir den langfristigen Abwärtstrend beim Wirtschaftswachstum zumindest abmildern.“

In diesem Sinn plädierte von Rohr während der anschließenden Podiumsdiskussion mit Nicola Beer, Generalsekretärin der FDP, Roland Tichy, Vorsitzender des Vorstands der Ludwig-Erhard-Stiftung e.V. und Holger Steltzner, Herausgeber der F.A.Z., für die Einführung eines Zuwanderungsgesetzes, das qualifizierte Migration nach Deutschland zielgerichtet fördert.

Die Expertise von Deutsche Bank Research floss in einen Workshop ein, der ebenfalls Teil des Veranstaltungsprogramms war. Dieter Bräuninger, Senior Economist, erörterte im Dialog mit weiteren Experten die Frage, welches wirtschaftliche Potenzial im demografischen Wandel liegt und wie Deutschland angesichts steigender Arbeitskosten langfristig konkurrenzfähig bleiben kann.

Das Ziel der Initiative „Denkraum für Soziale Marktwirtschaft“ ist, Entscheidern aus Politik und Wirtschaft, zivilgesellschaftlichen Multiplikatoren und interessierten Bürgern eine Debatte über die Bedeutung der einst von Ludwig Erhard eingeführten Wirtschaftsordnung zu ermöglichen. Die Deutsche Bank ist Hauptpartner dieser Initiative und zugleich Themenpate der Auftaktveranstaltung in Frankfurt, die sich mit dem Aspekt „Demografie und Wandel“ beschäftigte. Welche Bedeutung dieser offene und vielfältige Dialog für neue Impulse in Politik und Wirtschaft hat, macht Thorsten Strauß, Global Head of Communications, CSR & Public Affairs und Beiratsmitglied des „Denkraums Soziale Marktwirtschaft“, deutlich: „Die Soziale Marktwirtschaft war und ist ein Gemeinschaftswerk, bei dem alle Kräfte zusammenarbeiten müssen: Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft. Es braucht Zeit und Raum zum Nachdenken über die aktuellen Herausforderungen und über eine moderne Interpretation unseres Wirtschaftsmodells.“

Im Lauf der kommenden Monate werden in Leipzig und München weitere Denkraum-Veranstaltungen folgen, dann zu den Themen Globalisierung und digitale Transformation. Bei einer anschließenden Jahreskonferenz in Berlin werden die Erkenntnisse aller bereits erfolgten Denkräume zusammengefasst und die erarbeiteten Thesen der jeweiligen Diskussionen vorgestellt. Im Dialog zwischen Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft werden Handlungsempfehlungen vor dem Hintergrund der Ideale der Sozialen Marktwirtschaft festgehalten. Ergänzend zu diesen Veranstaltungen bietet die Website www.denkraum-soziale-marktwirtschaft.de die Möglichkeit, sich im sogenannten Online-Denkraum auszutauschen und über das Thema Soziale Marktwirtschaft zu informieren.