14. September 2016

Neues Datenlabor in Dublin: Ein „Bienenstock“ für mehr frische Ideen

Kim Hammonds – The Hive Kim Hammonds trägt keine Brille. Normalerweise. Anders am vergangenen Freitag in Dublin: Die Frau, die im Vorstand der Deutschen Bank die Informationstechnologie einfacher und moderner machen soll, staunt nicht schlecht, was direkt vor ihren Augen passiert: Da fliegen dreidimensionale, bunte Grafiken ins Bild, gefüttert mit unzähligen Informationen darüber, wie viele Kunden was mit der Bank gemacht haben und was sie wahrscheinlich in Zukunft machen werden.

Die Brille ist echt, und der Inhalt virtuell – und genauso ist es bei dem neuen Gebäude, das Hammonds gerade in Dublin eingeweiht hat und das ab sofort die Heimat des neuen Datenlabors „The Hive“ der Deutschen Bank ist. Der Name bedeutet wörtlich „Bienenstock“. Rund 40 Mitarbeiter arbeiten künftig dort: Spezialisten, die wissen, wie man mit Daten umgeht und was man mit ihnen heutzutage alles machen kann – von der Analyse bis zur Darstellung, eleganter Visualisierung genannt.

Warum dazu ausgerechnet eine digitale Brille nötig ist, wie sie Hammonds ausprobiert hat? „Wer sie aufhat, kommt auf andere Ideen und stellt neue, andere Fragen als jemand, der ganz traditionell vor einem Bildschirm und einer Tastatur sitzt“, erklärt Ray Richardson, der Entwicklungschef in Dublin.

Ray Richardson und Kim Hammonds probieren digitale Brillen aus Genau darum geht es Hammonds: Die Experten sollen fleißig viele Daten sammeln, zusammenfassen, ansprechend aufbereiten und für Mitarbeiter und das Management intuitiv verständlich machen, damit diese schneller und besser entscheiden können. Die Daten selbst fließen aus der ganzen Welt nach Dublin: Die Kollegen in den Geschäftsbereichen der Bank greifen auf die Datenbanken zu, können Altes oder Falsches löschen und Neues eingeben.

Doch das ist nur der Anfang. Die Bank verspricht sich noch mehr davon: „Wir wollen nicht nur unsere IT-Landschaft bereinigen, sondern mit Technologie Geld verdienen. Hier sehe ich für uns richtig viel Potenzial“, sagt Hammonds. Vieles von dem, was sie in Dublin gesehen hat, möchte sie gerne in die ganze Bank tragen: „Denken Sie immer daran, wie wir das, was Sie hier tun, in noch größerem Maßstab nutzen können – wenn uns das gelingt, kommen wir viel schneller voran.“

Die Chancen stehen gut, dass die Mitarbeiter von The Hive künftig weiteren Besuch aus Frankfurt und London bekommen: Hammonds wird bei ihren Vorstandskollegen für eine Reise nach Irland werben. Sie sollen sich die Brille ebenfalls aufsetzen und auf den wandgroßen Bildschirmen miterleben, wie neue Ideen lebendig werden – und man das sogar sehen kann. Nur bei John Cryan braucht sie nicht mehr anklopfen – der Vorstandschef der Bank war schon vier Tage vorher dort.