23. Juni 2016

Strategie 2020: Eine Nachricht von John Cryan

John Cryan, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, hat sich am 23. Juni 2016 mit folgender Botschaft an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewandt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir sind beim Umbau unserer Bank einen großen Schritt vorangekommen. Heute haben wir die erste Etappe der Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern in Deutschland abgeschlossen und für mehrere Bereiche einen Interessensausgleich vereinbart. Dies ist ein wichtiger Baustein, um unsere Bank mit der Strategie 2020 so erfolgreich zu machen, wie wir es uns vorgenommen haben.

Dennoch ist es ein Tag mit gemischten Gefühlen. Denn die heutige Einigung bedeutet auch, dass nun der Stellenabbau in weiten Teilen der Bank in Deutschland beginnt. Damit fallen jetzt auch in unserem Heimatmarkt Arbeitsplätze weg, wie es in anderen Regionen bereits seit einigen Monaten der Fall ist. Dieser Abbau ist schmerzlich, denn dahinter stehen viele Einzelschicksale. Meine Vorstandskollegen und ich bedauern das sehr – wissen wir doch, dass viele von Ihnen über Jahre hinweg nicht nur gute Arbeit geleistet haben, sondern auch der Bank eng und loyal verbunden sind.

Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber wir müssen unsere Kosten senken und dabei gleichzeitig unsere Arbeit neu organisieren. Sonst wird die Deutsche Bank in einer Welt mit extrem niedrigen Zinsen und einer immer strengeren Regulierung nicht nachhaltig profitabel arbeiten können.

Die erste Gruppe der Interessensausgleiche betrifft das Privat- und Firmenkundengeschäft (PCC) sowie die PBC Operations (PBC Ops, ohne DB Direkt GmbH und DB Investment Services GmbH), die Vermögensverwaltung (Wealth Management), das Transaktionsbankgeschäft (GTB), das Risikomanagement, den Finanzbereich und das Service Center Corporates (COO-SCC) innerhalb des Bereichs COO.

In diesen Bereichen werden in Deutschland insgesamt knapp 3.000 Arbeitsplätze wegfallen, der größte Teil davon im Privat- und Firmenkundengeschäft. Wir werden versuchen, betroffenen Mitarbeitern möglichst andere Stellen in der Bank anzubieten. Wo wir Stellen abbauen müssen, gehen wir so sozialverträglich wie möglich vor. Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Betriebsräten für ihre kritische und zugleich konstruktive Haltung bedanken.

Wir werden nun mit den Arbeitnehmervertretern in eine zweite Verhandlungsrunde für weitere Geschäftsbereiche und Funktionen eintreten, die dritte Etappe folgt dann im Herbst. Ein Prozess, der allen Seiten gerecht werden soll, braucht eine gewisse Zeit. Wir arbeiten aber entschlossen daran, dass für alle so bald wie möglich klar wird, wie es weitergeht. Eine lange Phase der Unsicherheit hilft niemandem – weder den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch der Bank oder unseren Kunden.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Umbau unserer Bank bringt tiefe Einschnitte mit sich. Meine Vorstandskollegen und ich sind jedoch überzeugt, dass dies der einzig richtige Weg ist, um in diesem rauen Umfeld auf Dauer zu bestehen. Ihnen allen danke ich für Ihre harte Arbeit und Ihr Engagement, mit dem Sie sich für unseren Umbau einsetzen und weiter für unsere Kunden da sind.

Wir arbeiten an einer besseren Deutschen Bank. Dank Ihrer Unterstützung wird uns das gelingen, davon bin ich überzeugt.

Herzliche Grüße,

Ihr

John Cryan