11. November 2016

Christian Sewing: Uns geht es um Vielfalt in allen Bereichen

Über 250 Gäste feiern den zehnten Geburtstag der Charta der Vielfalt in Berlin

In Berlin feierten am Mittwochabend mehr als 250 Gäste das zehnjährige Jubiläum der „Charta der Vielfalt“, der bekanntesten Unternehmensinitiative zur Förderung von Vielfalt in Unternehmen und Institutionen in Deutschland unter der Schirmherrschaft von Angela Merkel.

Staatsministerin Aydan Özoğuz gratulierte der Charta dazu, bereits vor einem Jahrzehnt die wirtschaftliche Bedeutung von Vielfalt für Unternehmen erkannt zu haben und mittlerweile eine gefragte Anlaufstelle für Unternehmen in ganz Deutschland zu sein. Vielfalt sei inzwischen ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für die Unternehmen, bekräftigte auch Ana-Cristina Grohnert, Managing Partner Talent bei Ernst & Young und zugleich Vorstandsvorsitzende der Charta der Vielfalt e.V.

„Mir geht es um Vielfalt in allen Bereichen“, sagte Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Christian Sewing in einem Interview, das er für die Festschrift anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Charta der Vielfalt gab. Das schließe Vielfalt der Geschäftsmodelle der Bank, die Vielfalt der Zugangswege für Kunden sowie die Vielfalt der Mitarbeiter ein. „Wir setzen auf hochwertige Filialen und gleichermaßen auf alle Möglichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt“, so Sewing.

Zudem brauche die Bank „Kollegen mit unterschiedlichen Werdegängen, Kompetenzen und Persönlichkeiten“ und müsse „lernen, andere Meinungen und Arbeitsweisen wertzuschätzen“, so Sewing weiter. „Und das wird den Weg zu unserer neuen Deutschen Bank ganz entscheidend prägen“.

Die Deutsche Bank war eines der Gründungsmitglieder, die 2006 mit der Charta eine regelmäßige Austauschplattform für Unternehmen aller Größen – vom mittelständischen Unternehmen bis zum weltweit tätigen Großunternehmen – schaffen wollten. Die Gründung und Unterstützung der Charta der Vielfalt ist nur eine der zahlreichen Diversity-Initiativen der Bank. Die Vielfalt der Mitarbeiter zu fördern und diese auch konkret in Innovationen für Kunden umzusetzen, war und ist ein wichtiges strategisches Ziel der Bank.

Der Plan der Gründungsunternehmen ist aufgegangen: Inzwischen haben mehr als 2350 Unternehmen die Charta der Vielfalt unterschrieben. Eine neue Studie belegt nun auch, dass das Topmanagement der Unterzeichnerunternehmen die Vielfalt mehr fördert und strategischer sowie zukunftsorientierter angeht. Zudem geben 59 Prozent der befragten Unterzeichner an, dass Respekt und Wertschätzung zu ihrer Unternehmenskultur gehörten. „Dies ist ein schöner Beleg für die erfolgreiche Arbeit der Charta“, sagt Gernot Sendowski von der Deutschen Bank, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Charta der Vielfalt. „So wie wir ist auch die Mehrheit der befragten Unternehmen davon überzeugt, dass die Vielfalt ihrer Belegschaft sie zukunftsfähiger macht, da dies unter anderem Offenheit und Lernfähigkeit fördert“, so Sendowski.

An den Festabend schließt sich die diesjährige Diversity-Konferenz der Charta an. Unter dem Motto „Wie Diversity zum Erfolg wird“ diskutieren mehr als 300 Experten neueste Entwicklungen – wie man zum Beispiel unbewussten Vorurteilen durch positive Anreize begegnet und was Vielfalt für eine digitalisierte und durch demografischen Wandel geprägten Arbeitswelt bedeutet.