15. November 2016

Tagebuch-App für Autisten gewinnt 24-Stunden-Hackathon von Deutscher Bank und Autistica

Die Deutsche Bank und Autistica haben einen Prototypen für eine App entwickelt, die jungen Menschen mit Autismus helfen soll, ihre Ängste zu verstehen und zu bewältigen.

Mehr als 150 IT- und Design-Spezialisten der Deutschen Bank traten in einem Programmierwettbewerb (Hackathon) gegeneinander an, um einen Prototypen für eine Smartphone-App zu bauen. Unterstützt wurden sie von jungen Frauen aus dem Förderprogramm Student to STEMette, Technologiestudenten und Autisten, die derzeit ein Praktikum bei der Bank absolvieren.

Die App stützt sich unter anderem auf Methoden aus der Angsttherapie, die vom King‘s College in London entwickelt und durch Autistica finanziert werden. Diese gemeinnützige Organisation unterstützt die Erforschung von Autismus und wurde 2016 als eines von zwei Unternehmen im Rahmen des „Charity of the Year“-Programms der Deutschen Bank in Großbritannien gekürt.

Eine Jury, bestehend aus Vertretern von Deutscher Bank, Autistica und dem King‘s College bewertete die 18 Entwürfe vor allem nach drei Kriterien: Welche Informationen liefert die App, damit Nutzer ihre Ängste besser verstehen können? Welche Ratschläge erhalten Nutzer, um Panikattacken zu bewältigen? Und inwiefern werden langfristige Strategien zum Umgang mit Ängsten vermittelt?

„Wenn ein Nutzer der App signalisiert, dass er gerade Angst hat, dann reagiert unsere App: Sie motiviert den Autisten zu Atemübungen und versucht, ihn an Glücksmomente zu erinnern, die im Tagebuch aufgezeichnet sind“, erklärt Juliusz Wiatrak, IT-Mitarbeiter der Deutschen Bank und Sprecher des Gewinnerteams „The Graduates“. „Über die App können Nutzer außerdem Daten über ihre Krankheit teilen, damit Autismus noch besser erforscht werden kann.“

„Der Prototyp für diese App ist ein Beispiel dafür, wie Hackathons die Art und Weise verändern können, wie wir arbeiten – wie wir Teams bilden, Probleme angehen und die Fähigkeiten von Mitarbeitern zielgerichtet nutzen“, kommentiert Kim Hammonds, Vorstandsmitglied und Group Chief Operating Officer der Bank.

Die Deutsche Bank wird Autistica sämtliche Daten und Entwicklungen des Wettbewerbs zur Verfügung stellen, damit die Organisation Sponsoren gewinnen kann, um den Prototypen weiterzuentwickeln.

„Wir hätten nicht im Traum daran gedacht, was die Teilnehmer auf dem Hackathon alles konzipiert und entwickelt haben – überwältigend, was innerhalb von 24 Stunden möglich ist“, sagt John Spiers, Vorstandschef von Autistica. „Diese Ideen können wir nun mit potenziellen Geldgebern teilen.”

An dem Hackathon, der am 9. und 10. November stattfand, nahmen Teams aus London, Frankfurt, Bangalore, Bukarest, Cary, Pune und St. Petersburg teil.


Zusätzliche Informationen:

Autistica ist Geldgeber und Promoter im Bereich der medizinischen Forschung über die Ursachen von Autismus, die Verbesserung der Diagnose und die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden und Interventionen. Die Forschungstätigkeit von Autistica wird von Familien gesteuert. Damit soll sichergestellt werden, dass für die Menschen, die an Autismus leiden, entscheidende Fortschritte erzielt werden. Autistica hat seit ihrer Gründung in 2004 Gelder in Höhe von GBP 10 Mio. aufgebracht, um die Autismusforschung dabei zu unterstützen, allen Betroffenen ein längeres, gesünderes und glücklicheres Leben zu ermöglichen.

Autismus
Einer von hundert britischen Bürgern leidet an Autismus, einer lebenslangen Entwicklungsstörung, die das zwischenmenschliche Verhalten und die Kommunikation beeinträchtigt. Autismus beeinflusst auch die Wahrnehmung der Umwelt. Es handelt sich um eine Spektrumsstörung. Diese besagt, dass sich an Autismus leidende Menschen in Situationen, in denen alle Menschen ähnlich reagieren, atypisch verhalten. Es gibt autistische Menschen, die ein selbstständiges Leben führen können. Viele aber haben Lernschwächen oder leiden an Begleitsymptomen. Sie müssen ihr Leben lang von geschulten Kräften betreut werden. Hinzu kommen die mit zunehmendem Alter zu erwartenden gesundheitlichen Probleme.

Charities of the Year
Seit über 15 Jahren ermöglicht das Programm Charities of the Year Mitarbeitern der Deutschen Bank in Großbritannien gemeinnützige Organisationen vorzuschlagen, die sie dann über einen Zeitraum von 1-2 Jahren gemeinsam unterstützen – sei es durch Fundraising-Aktionen oder durch inhaltliche Beratung zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells. Seit 1999 wurden für bislang 24 ausgewählte Organisationen bereits mehr als 16 Mio. Pfund bereitgestellt. Für 2016/17 fiel die Wahl auf Autistica.

Student to STEMette
Das Programm Student to STEMette bietet Schülerinnen, die sich auf den Realschulabschluss oder das Abitur vorbereiten, zusätzliche Kurse in den MINT-Fächern (Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften, Technik), um dem sinkenden Frauenanteil in diesen Themenfeldern zu begegnen. Über ein viermonatiges intensives Mentoringprogramm lernen sie Frauen in technischen Berufen als Vorbilder kennen und erfahren mehr über Berufsbilder im Finanzsektor. Die Initiative fördert damit nicht nur Talente im MINT-Bereich, schärft das Bewusstsein für Vielfalt und zeigt neue Karriereperspektiven auf.

Über die Deutsche Bank
Die Deutsche Bank bietet vielfältige Produkte und Leistungen im Firmenkundengeschäft und Investmentbanking, Privatkundengeschäft, Transaction Banking und in der Vermögensverwaltung an. Zu ihren Kunden gehören Unternehmen, die Öffentliche Hand, institutionelle Anleger, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Privatkunden. Die Deutsche Bank ist Deutschlands führende Bank. Sie hat in Europa eine starke Marktposition und ist in Amerika und der Region Asien-Pazifik maßgeblich vertreten.


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