21. Januar 2016

Vermögensanlage breit aufstellen

Angesichts starker Schwankungen am Kapitalmarkt ist eine breite Vermögensaufteilung, die sogenannte Diversifizierung, das Gebot der Stunde. Private Anleger können auf verschiedenen Wegen zu einem diversifizierten Portfolio gelangen. Neue Online-Services spielen dabei eine wichtige Rolle, sagen die Experten der Deutschen Bank

Hohe Schwankungen an den Börsen sind derzeit ein Merkmal der Kapitalmärkte – das zeigt auch der deutsche Aktienmarkt. Der Index VDax, der die Schwankungsbreite des Dax abbildet, hat seit anderthalb Jahren klar ansteigende Tendenzen uns erreichte zuletzt im Sommer 2012 Spitzenwerte. Die Ursachen sind vielfältig: Verunsicherung über die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur, Herdenverhalten und die wachsende Zahl von Anlegern mit kleinen Risikobudgets – die bei Kursverlusten zum Verkauf zwingen – gehören dazu.

Risikostreuung als Fundament

Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, erwartet nicht, dass die Volatilität an den Kapitalmärkten – sei es am Aktien-, Renten- oder Ölmarkt – kurzfristig abnehmen wird. Private Anleger benötigen deshalb eine Strategie, um in einem Umfeld erhöhter Marktschwankungen ein angemessenes Verhältnis von Renditechance und Risiko zu erzielen. „Die einfachste und effizienteste Möglichkeit, das Portfolio auf mehr Volatilität einzustellen, ist die breite Risikostreuung über unterschiedliche Anlageklassen, Regionen, Branchen und Währungen. Sie sollte gewissermaßen das Fundament eines jeden Depots darstellen“, so Stephan. In einem derart diversifizierten Portfolio können sich Schwankungen verschiedener Anlagen langfristig ausgleichen. Voraussetzung ist allerdings eine möglichst niedrige Korrelation der Anlagen: Nur wenn die Kurse nicht im Gleichlauf schwanken, ist ein positiver Diversifizierungseffekt zu erwarten.

Anleger, die ihre Vermögensanlagen breit aufstellen wollen, stehen vor zwei Herausforderungen: ein mit Blick auf die eigenen Anlageziele optimales Portfolio zusammenzustellen und es laufend zu aktualisieren. Denn Risikostreuung funktioniert langfristig nur so gut, wie Anleger in der Lage sind, auf einschneidende Marktereignisse schnell und präzise zu reagieren. In der Praxis bedeutet dies: Sie benötigen stets aktuelle, individuell angepasste Marktinformationen – oder ein professionelles Fondsmanagement, das ihnen die Beobachtung der Märkte und die einzelnen Anlageentscheidungen abnimmt.

Mit und ohne Garantie: Professionelles Management

Für Anleger, die Risikostreuung und Marktbeobachtung in die Hände eines professionellen Anlagemanagers legen wollen, können Multi-Asset-Fonds und dynamische Garantiefondskonzepte geeignet sein. Ein Multi-Asset-Fonds investiert in verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Renten oder Rohstoffe. Die einzelnen Investments werden nach Regionen und Anlageklassen breit gestreut und laufend an das Marktumfeld angepasst. Anleger werden so von Entscheidungen entlastet und können sich auf eine professionelle Diversifizierung ihres Vermögens verlassen.

Dynamische Garantiefonds gehen noch einen Schritt weiter: Sie teilen das Anlagevermögen in eine Wertsteigerungs- und eine Kapitalerhaltungskomponente auf. In guten Marktphasen lässt der Manager einen größeren Teil des Vermögens in die meist aktienlastige Wertsteigerungskomponente fließen, um möglichst hohe Renditechancen wahrzunehmen. Fallen die Märkte, setzt er dagegen stärker auf Kapitalerhalt, also zum Beispiel auf Geldmarktpapiere und Anleihen hoher Bonität. Garantiefonds können damit auch für eher sicherheitsorientierte Anleger und für Einsteiger am Kapitalmarkt geeignet sein.

Online und offline: Informationen für aktive Anleger

Anleger, die ihr Portfolio selbst zusammenstellen und managen wollen, können sich die benötigten Informationen online oder in der Bankfiliale besorgen. Tatsächlich ist ein Gespräch mit dem Bankberater vor Ort oft sinnvoll, um die persönlichen Anlageziele und Erwartungen zu klären und in konkrete Anlageempfehlungen zu übersetzen. Alternativ können Anleger ihre Strategie auch im Internet entwickeln: Neue Online-Instrumente erlauben es den Nutzern, Eckdaten wie Anlagebetrag, Risikoneigung und Sparziele direkt einzugeben. Sie erhalten dann Vorschläge für die Aufteilung des Vermögens – und können auf Wunsch auch gleich investieren.

Um aktive Kunden beim laufenden Vermögensmanagement zu unterstützen, stellen moderne Online-Banking-Angebote individuelle Informations-Dienste zur Verfügung. Anleger können so zum Beispiel ausgewählte Wertpapiere beobachten, sich an Fälligkeitstermine erinnern lassen und aktuelle Marktanalysen abrufen. Die Nutzer erhalten die gewünschten Informationen per E-Mail direkt auf ihr Mobilgerät oder den PC und können dann selbst entscheiden, ob sie Veränderungen am Portfolio vornehmen wollen. Diese Services erlauben es Nutzern, besser mit dem Tempo der Märkte mitzuhalten – gerade in Zeiten erhöhter Volatilität ein unschätzbarer Vorteil für aktive Anleger.