10. November 2017

Was Klimarisiken für Unternehmen bedeuten

Nicolas Moreau Die Deutsche Asset Management (Deutsche AM) hat zusammen mit dem kalifornischen Beratungsunternehmen Four Twenty Seven ein grundlegend neues Verfahren für das Risikomanagement von Klimafaktoren entwickelt. Dieses Verfahren gibt darüber Auskunft, welche Unternehmen an welchen Standorten Klimarisiken ausgesetzt sind und welchen Einfluss das auf diese Unternehmen hat.

So können die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Klimakatastrophe auf ihren Geschäftsbetrieb, auf die Lieferkette und auf den Absatz untersucht werden. Die Daten können beispielsweise zeigen, wie sich ein steigender Meeresspiegel auf die küstennahe Öl- und Gasinfrastruktur auswirkt, wie Fluten die Lieferketten unterbrechen oder wie extreme Hitze die Leistungskraft der Beschäftigten in der Landwirtschaft und im Baugewerbe beeinflussen können..

„Diese neuen Daten sind entscheidende Schritte auf dem Weg zu unserem Ziel, die wachsenden Risiken für Anleger zu thematisieren. Die Investment-Branche sollte sich dafür einsetzen, dass Unternehmen sowohl ihre regelmäßigen als auch ihre außergewöhnlichen Klimarisiken offenlegen. Wir sind verpflichtet zu verstehen, was mehr Tropenstürme und Hitzewellen für die Bewertung von Unternehmen und Anlagerisiken bedeuten“, sagt Nicolas Moreau, Vorstandsmitglied der Deutschen Bank und Leiter der Deutschen AM.

Four Twenty Seven erfasst mehr als eine Million Unternehmensstandorte weltweit und ermittelt die Klimarisiken für jedes einzelne Unternehmen, wie zum Beispiel Hitzewellen, Fluten und Wirbelstürme. Die Deutsche AM kann die Daten ab sofort nutzen, um neue Produkte zu entwickeln und Unternehmen nach Klimarisiken zu bewerten.

Der neue Ansatz und die Bedrohung von Investmentfonds durch die Klimaveränderungen wird in einem aktuellen Forschungsbericht von Four Twenty Seven und Deutsche AM beschrieben, der nun zum Weltklimagipfel „COP23“ in Bonn erscheint. Auch wenn keine Region der Erde von den Risiken des Klimawandels verschont ist, hebt der Forschungsbericht speziell die Risiken in Asien als besonders gefährdete Region hervor. So leben derzeit 145 Millionen Chinesen in Gebieten, die vom steigenden Meeresspiegel betroffen sein werden.