3. September 2018

40 Jahre Deutsche Bank in Südkorea und Thailand

Anfang September 1978 wurde die Vertretung der Deutschen Bank in Ostasien durch die Eröffnung von Filialen in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul und der thailändischen Hauptstadt Bangkok erheblich erweitert.

Die Filialen liefen jedoch unter dem Namen der European Asian Bank (Eurasbank), an der neben der Deutschen Bank als Hauptanteilseigner zunächst fünf, später sechs europäische Partnerbanken beteiligt waren, um gemeinsam neue Absatzmärkte in Ostasien zu erschließen. Hauptsitz der Bank war Hamburg. Ulrich Cartellieri vertrat die Interessen der Deutschen Bank im Vorstand der Eurasbank.

1977 prüfte die Eurasbank die Voraussetzungen für die Eröffnung einer Niederlassung in Südkorea. Nachdem das dortige Finanzministerium der Errichtung einer Filiale in Seoul grundsätzlich zugestimmt hatte, stellte die Bank den formellen Lizenzantrag. Begründet wurde dieser Schritt mit der wachsenden Finanzierungsnachfrage für koreanische Industrieprojekte und den dezidierten Wünschen der in dem Land aktiven deutschen Firmen. Zu dieser Zeit wuchs der Außenhandel der Bundesrepublik mit Südkorea stark.

Am 4. September 1978 eröffnete die Eurasbank in Seoul eine Filiale und war damit die erste deutsche Bank, die in Korea tätig wurde. Zur Eröffnungsfeier im Hyatt-Hotel war Deutsche-Bank-Vorstand Hans-Otto Thierbach aus Frankfurt angereist.

Filiale Seoul der European Asian Bank, 51-1 Namchang-Dong Chung-Ku, Anfang der 1980er Jahre

Seoul war in kurzer Zeit zu einem interessanten Bankplatz geworden. 1967 waren dort nur sechs Auslandsbanken tätig, zehn Jahre später hatte sich die Zahl auf 40 erhöht. Nach Auffassung des koreanischen Finanzministers bot sich für viele eine Perspektive, längerfristig in Seoul tätig sein zu können.

Ähnlich verlief die Entwicklung in Thailand, nur dass dort erste Sondierungen, eine Filiale zu eröffnen, bis ins Jahr 1960 zurückreichten. Entsprechende Pläne wurden damals jedoch verworfen und erst 1977 wieder aufgegriffen. In jenem Jahr sprach der thailändische Finanzminister die Empfehlung aus, der Eurasbank eine Filiale in Bangkok zu genehmigen. Als Gegenleistung sollte die Thai Farmers Bank eine Filiale in Hamburg errichten.

Die Eurasbank erhielt am 3. Juli 1978 eine Lizenz und konnte am 8. September 1978 ihre Arbeit in einem Bürogebäude im Innern von Bangkok aufnehmen. Wie in Südkorea war sie die erste deutsche Bank, die mit einer eigenen Niederlassung in dem Land ansässig wurde.

Der Präsident der Bank of Thailand (rechts) Snoh Unakul gratuliert dem Vorstandssprecher der Deutschen Bank Wilfried Guth zur Eröffnung der Filiale Bangkok. In der Mitte Ulrich Cartellieri, damals Mitglied des Vorstands der European Asian Bank und von 1981 bis 1997 Vorstandsmitglied der Deutschen Bank.

Anlässlich der Eröffnung am 8. September 1978 fand im Großen Ballsaal des Hotels Oriental, das mehrfach als das beste Hotel der Welt ausgezeichnet wurde, ein Empfang statt. Der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Wilfried Guth, und Michael Böhm, Ulrich Cartellieri und Bernard Stentzel vom Vorstand der Eurasbank nahmen daran teil.

Filiale Bangkok der European Asian Bank in der 28/1 Surasak Road im Eröffnungsjahr 1978

1986 erhöhte die Deutsche Bank ihre Beteiligung an der Eurasbank von 60 auf 70 Prozent und änderte den Namen des Instituts in Deutsche Bank (Asia). 1988 folgte die vollständige Verschmelzung der Deutsche Bank (Asia) mit der Deutsche Bank AG.

Seit der Eröffnung der ersten Niederlassungen in Südkorea und Thailand hat die Deutsche Bank ihre Präsenz in diesen Ländern kontinuierlich ausgebaut.