12. Juli 2018

Deutsche Bank erhält in China die wichtige Lizenz als Underwriter im Interbanken-Anleihemarkt

Die Genehmigung eröffnet neue Möglichkeiten, Unternehmenskunden bei der Emission von Anleihen im Reich der Mitte zu unterstützen

 Die Deutsche Bank hat von der National Association of Financial Market Institutional Investors (NAFMII) die Genehmigung erhalten, als Underwriter für Unternehmensanleihen im chinesischen Interbanken-Anleihemarkt (Interbank Bond Market, kurz: CIBM) zu agieren. Die Genehmigung ermöglicht es der Bank, Fremdfinanzierungsinstrumente sowohl für Onshore- als auch für Offshore-Emittenten zu zeichnen. Die Bank ist in China auf CIBM und China Bond Connect bereits als Finanzdienstleister zugelassen, der Kauf- und Verkaufskurse für Anleihen stellen kann („Market Maker“) sowie als sogenannter Bond Settlement Agent.

„Wir freuen uns sehr, dass wir diese Lizenz erhalten haben. Diese festigt unseren Status als eine von nur einer Handvoll ausgewählter ausländischer Banken in China“, sagte Vorstandsmitglied Werner Steinmüller, der das Geschäft in Asien-Pazifik verantwortet. „Die Fähigkeit, Offshore- und Onshore-Kunden bei der Emission von Anleihen in China zu unterstützen, stellt eine wichtige zusätzliche Facette unseres Angebots im drittgrößten Anleihenmarkt der Welt dar. Wir bleiben unserer wegweisenden Plattform in China treu und wollen unser Angebot für unsere Kunden in diesem wichtigen Markt weiter ausbauen.“

Nach Angaben des Finanzinformationsdienstleisters Wind erreichte der Interbanken-Anleihemarkt per Ende Juni 2018 ein Gesamtvolumen von über 78,7 Billionen Renminbi (umgerechnet rund 11 Billionen Euro) mit einem Netto-Neuemissionsvolumen von 4,1 Billionen Renminbi (525 Milliarden Euro) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres, wovon zehn Prozent an ausländische Investoren gingen. Die Deutsche Bank rechnet damit, dass Investoren in den kommenden fünf Jahren zwischen 4,6 bis 5,3 Billionen Renminbi in Anleihen investieren (600 bis 680 Milliarden Euro), davon 700 Milliarden Renminbi (90 Milliarden Euro) im Jahr 2018.

Der so genannte Panda-Anleihenmarkt gewinnt für internationale Firmenkunden an Bedeutung, die ihr Inlandsgeschäft onshore – also in China – finanzieren wollen. Die People's Bank of China hatte im vergangenen Jahr neue Regeln für grenzüberschreitende Finanzierungen veröffentlicht, die es erleichtern, über Panda-Anleihen aufgenommene Mittel für die Finanzierung von Geschäften in China zu verwenden und gleichzeitig die Überweisung von Erträgen ins Ausland zu ermöglichen.

Als einer der weltweit führenden Akteure im Geschäft mit Anleihen und Währungen hat die Deutsche Bank eine bedeutende Rolle bei der weiteren Öffnung der chinesischen Kapitalmärkte gespielt, und die Bank ist bestrebt, zur weiteren Entwicklung des Marktes beizutragen. Ende Mai 2017 gehörte die Deutsche Bank auf Basis der NAFMII-Daten per Mai 2017 zu den drei größten ausländischen Abwicklungsstellen im Interbanken-Anleihemarkt, sowohl was die Anzahl der Kunden als auch den Gesamtbestand in Kundendepots betrifft.