7. November 2018

Einschätzung von Deutsche Bank Research zu den Kongresswahlen in den USA

Torsten Slok, internationaler Chefvolkswirt der Deutschen Bank:

"Bei den Zwischenwahlen in den USA übernehmen die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus, der Senat bleibt in den Händen der Republikaner. Während die gegenläufigen Mehrheiten in der Regel zu einem politischen Stillstand im Kongress führen, sind die Auswirkungen auf die Aktienmärkte wohl eher positiv: Historisch gesehen haben sich Aktien gut entwickelt, wenn der Kongress gespalten war. Wir erwarten, dass sich dieses Muster nun wiederholt.

Noch ist es zu früh für eine Vorhersage, wie es politisch weitergehen wird. Für die Märkte ist es wichtig, was bei den Themen Handel, Gesundheit, Einwanderung und Steuern geschieht.

Während die Handelspolitik die Inflation, das Bruttoinlandsprodukt und viele Einzelwerte beeinflusst, prägt die Gesundheitspolitik die Preisentwicklung in der medizinischen Versorgung und ist für viele Unternehmen in diesem Sektor von Bedeutung. Die US-Einwanderungspolitik steht vor der Herausforderung, die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt und den anhaltenden Lohndruck zu regulieren. Für die Ausgabe von Staatsanleihen und die langfristige Entwicklung der Zinssätze spielt die Steuerpolitik eine Rolle."