11. Juni 2018

Höher geht’s nicht: Vikas Dimri bezwingt den Mount Everest

Vor drei Wochen, genau am 18. Mai um 6:18 Uhr, hatte er ihn endlich bezwungen: Vikas Dimri, ein Kollege aus der Privat- und Firmenkundenbank in Indien, war auf dem Gipfel des Mount Everest, dem mit rund 8850 Metern höchsten Berg der Welt. „Ich war völlig überwältigt, als ich oben war“, sagt er. „Ich war allen sehr dankbar, die mich unterstützt haben, sehr erleichtert, dass ich es geschafft hatte – und unermesslich stolz, als ich die indische Flagge und das Logo der Deutschen Bank auf dem Berg hochhalten durfte.“

Flagge zeigen: Vikas Dimri denkt selbst auf dem Gipfel des Mount Everest an die Deutsche Bank

Dimri begann 2009 als Teil seines Fitnessprogramms mit dem Wandern. Während seiner Wanderungen in und um Nepal bemerkte er, wie schlecht die Schuhe waren, die viele Kinder trugen. Das veranlasste ihn, „Happy Feet“ ins Leben zu rufen – eine Spendeninitiative mit dem Ziel, 29.035 Schuhe (ein Paar pro Fuß, den der Everest in englischem Maß hoch ist) für unterprivilegierte Kinder zu spenden.

Einen ersten Blick auf den Everest konnte er bereits im Mai 2014 erhaschen, nachdem er das Everest-Basislager erreicht hatte. Im vergangenen Jahr zwang ihn das schlechte Wetter, seinen ersten Besteigungsversuch abzubrechen – nur wenige hundert Meter vom Gipfel entfernt. Nach einem Jahr intensiver Vorbereitung begann Dimri schließlich am 12. April 2018 seinen zweiten Versuch, den Gipfel zu erklimmen.

Am 17. Mai, über einen Monat nachdem er den Aufstieg begonnen hatte, erreichte er die sauerstoffarme „Todeszone“, in der die meisten Bergsteiger bisher ums Leben gekommen waren. Das letzte Mal, als er dort war, kam er in einen Schneesturm, aber diesmal war das Wetter günstig. „Trotzdem war ich mir nicht sicher, ob ich den Gipfel erreichen und sicher zurückkehren würde. Aber ich wusste, ich würde mein Bestes geben; und wenn das Wetter mitspielt, würde ich am nächsten Morgen auf dem höchsten Punkt der Erde stehen“, sagt Dimri. Nach ein paar Stunden Pause begann er die letzte Etappe, kletterte durch die Nacht, um bei Tagesanbruch den Gipfel zu erreichen – auf den Tag genau ein Jahr, nachdem er hatte aufgeben müssen.

„Im vergangenen Jahr umkehren zu müssen, war sehr anstrengend, aber es hat mich viel über mich selbst gelehrt. Dieses Jahr war ich mental besser vorbereitet, bereit für alles. Wie die Sherpas sagen: Der Berg geht nirgendwo hin. Also trainierte ich noch härter, konzentrierte mich wieder auf das Ziel und schaffte es schließlich“, erzählt Dimri sichtlich bewegt.