19. Dezember 2018

Von Kochherden und Windparks: Wie die Deutsche Bank zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft beiträgt

Die Deutsche Bank ist seit 2012 in ihren betrieblichen Belangen klimaneutral. Das haben bislang nur wenige DAX-Unternehmen erreicht. Seit 2008 setzt die Bank für ihre Stromversorgung in Deutschland, den USA und Großbritannien nach Möglichkeit auf erneuerbare Energien und investiert in Windparks und Wasserkraftwerke. Der Bereich „Corporate Services“ der Bank verbessert den Energieverbrauch der Bank kontinuierlich, indem er Gebäude effizienter betreibt – zum Beispiel mit automatisierter Beleuchtung und effizienten Heiz- und Kühlsystemen.

Allerdings könne „kein Unternehmen sämtliche CO2 Emissionen vermeiden, bevor nicht Flug-, Bahn- und Autoreisen vollständig umweltfreundlich sind“, sagt Samson Jeremiah aus Corporate Services. Sein Team misst die gesamte Energie der Bank – geflogene Strecken, Schienen- und Autoreisen sowie den Energieverbrauch in Gebäuden – und wandelt sie in Kohlendioxid-Äquivalente um. „Alles in allem produzieren wir 250.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr, die wir nicht vermeiden können – aber unser Engagement für Klimaneutralität bedeutet, dass wir unseren CO2-Abdruck zu 100 Prozent kompensieren.“

Kompensieren heißt, Kohlendioxid- oder Treibhausgasemissionen zu senken, indem sie woanders ausgeglichen werden. Das bedeutet auch CO2-Zertifikate stillzulegen: durch den Kauf von „Verschmutzungsrechten“, EU-Zertifikaten und deren dauerhafter Entfernung aus dem Kreislauf, so dass sie nicht mehr verwendet werden können. Stark umweltverschmutzende Industrien sind verpflichtet, ihre Emissionen zu senken statt Genehmigungen zu kaufen und weiterhin die Umwelt zu belasten. Die Deutsche Bank kauft auf diesem Weg freiwillig das Äquivalent dieser 250.000 Tonnen Kohlendioxid zurück, um ihren CO2-Abdruck zu neutralisieren.

Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung

Das Nachhaltigkeitsteam der Bank arbeitet bei der Auswahl dieser Projekte mit Dienstleistern wie FirstClimate zusammen. In diesem Jahr engagiert sich die Deutsche Bank für ein Projekt, das von einem Start-up namens impactcarbon vorangetrieben wird. Dabei handelt es sich um einen neuartigen Kochherd, der das Leben der Bevölkerung in Uganda maßgeblich verändern und einen großen Beitrag für die Umwelt leisten könnte. Der Herd wird vor Ort hergestellt, verbraucht bis zu fünfzig Prozent weniger Kohle, kocht schneller und produziert weniger Rauch als die Vorgängermodelle. So kann der Abholzung, der Emission von Treibhausgasen und der gefährlichen Luftverschmutzung entgegengewirkt werden – alles Faktoren, die ernste gesundheitliche Gefahren darstellen. Zudem sorgt diese neuartige Kochmethode für weniger Wasserverbrauch. Ein einziger Haushalt in Uganda könnte damit über 100 US-Dollar pro Jahr sparen.

„Die Deutsche Bank unterstützt Geschäftsideen, die Sinn stiften. Unser Projekt ist ein gutes Beispiel dafür“, sagt Jochen Gassner, Geschäftsführer von FirstClimate. „Für die Reduzierung des CO2-Ausstoßs erhielt das Projekt die anerkannte Auszeichnung „Gold Standard“. Bislang sind bereits 500.000 Herde im Einsatz. Das hat das Leben von zwei Millionen Menschen in Uganda zum Positiven verändert.“

Die Deutsche Bank engagiert sich in diesem Jahr außerdem für fünf weitere Vorhaben in Simbabwe, Indonesien, Peru und auf der Karibikinsel Aruba. Hier entsteht zum Beispiel ein Windpark, mit dem die Treibhausemissionen um schätzungsweise 153.000 Tonnen CO2 pro Jahr reduziert werden sollen.

„Wir suchen Partner und Projekte wie diese, um sicherzustellen, dass wir nicht nur die von unserem Vorstand festgelegten Ziele zur Reduktion, Vermeidung und Kompensation unserer eigenen CO2-Emissionen erreichen, sondern auch zur nachhaltigen Entwicklung beitragen,“ sagt Viktoriya Borysova, die Leiterin der Nachhaltigkeitsabteilung der Bank.

Damit die Deutsche Bank Zertifikate aus solchen Projekten annehmen kann, müssen diese den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unterstützen – zum Beispiel durch Solar-, Wind- und Wasserkraft. Es werden nur Projekte berücksichtigt, die in ausgereifte Technologien investieren, es sei denn, die Projektentwickler können nachweisen, dass die Technologie zur Reduktion der Emissionen zuverlässig funktioniert. Darüber hinaus müssen sie von einer anerkannten Organisation wie zum Beispiel „Gold Standard“ oder der „American Carbon Registry“ zertifiziert, verifiziert, validiert und überwacht werden.

Ein langfristiges Engagement

In ihrem beständigen Engagement für die Klimaneutralität ist die Deutsche Bank dem „Entwicklungs- und Klimabündnis“ (Development and Climate Alliance) beigetreten, das im November dieses Jahres von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller ins Leben gerufen wurde. Die Initiative „Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung“ ist eine Aufforderung an deutsche Organisationen, Unternehmen wie Privatpersonen, CO2-Emissionen zu vermeiden oder zu reduzieren und unvermeidbare Emissionen durch Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern auszugleichen. Siebzig Partner in ganz Deutschland haben sich bereits angemeldet – die Deutsche Bank ist mit dabei.

„Dies ist ein wichtiger Schritt für den Beitrag Deutschlands zum Pariser Abkommen und zum weltweiten Kampf gegen den Klimawandel“, sagt Borysova. „Die Privatwirtschaft muss dazu beitragen, dass wir die im Jahr 2015 festgelegten Ziele erreichen – es liegt in unserer Verantwortung, dass wir uns daran beteiligen.“

FirstClimate ist dieser Allianz ebenfalls beigetreten, und Gassner stimmt zu, dass die Unterzeichnung im Kampf gegen den Klimawandel entscheidend ist. „Diese Initiative bietet eine Plattform für den Austausch von Ideen und Erfahrungen rund um die Reduktion von CO2-Emissionen. Das wird vielen deutschen Unternehmen mehr Zuversicht geben, sich für den Klimaschutz zu engagieren“, sagt Gassner. „Es ist wichtig, dass etablierte Unternehmen wie die Deutsche Bank mit gutem Beispiel vorangehen, um eine kohlenstoffarme Wirtschaft auszubauen.“