11. März 2019

Vorsicht, Inflation!

US-Ökonom Peter Hooper von Deutsche Bank Research diskutiert in einer neuen Studie, wie aktuell die Phillips-Kurve ist

Die amerikanische Notenbank (Fed) darf nicht nachlassen in ihren Bemühungen, den Inflationsdruck zu bekämpfen. Das ist die Quintessenz der neuen Studie von Peter Hooper: „Prospects for Inflation in a High Pressure Economy: Is the Phillips Curve Dead or Is It Just Hibernating?“ Der Leiter der internationalen volkswirtschaftlichen Analyse von Deutsche Bank Research untersucht Inflationserwartungen und die Frage, ob die Annahmen der sogenannten Phillips-Kurve nach wie vor Bestand haben. Er stellte die Studie Wissenschaftlern, Marktökonomen und politischen Entscheidungsträgern beim US Monetary Policy Forum 2019 vor.

Co-Autoren der Studie sind Rick Mishkin, Professor an der Columbia University, und Amir Sufi, der an der University of Chicago lehrt und am National Bureau of Economic Research tätig ist, der größten wirtschaftswissenschaftlichen Forschungseinrichtung der USA. Gemeinsam mit Hooper beschäftigen sich mit der These, dass die Inflation bei sinkender Arbeitslosigkeit anzieht, weil sich der Wettbewerb um Arbeitskräfte verschärft und die Löhne steigen.

Laut den Autoren herrscht verbreitet die Auffassung, die Phillips-Kurve habe sich verflacht. Dies würde bedeuten, dass der angespannte Arbeitsmarkt nicht für einen rascheren Preisauftrieb sorgt. Diese Einschätzung beeinflusse zunehmend sowohl die Geldpolitik als auch das Verhalten der Marktteilnehmer. Ein Kernpunkt der Analyse ist der Vergleich mit den 1960er Jahren, als zum letzten Mal beobachtet wurde, dass niedrige Arbeitslosigkeit und steigende Löhne die Inflation befeuerten. „Es besteht das Risiko, dass die Teuerung schnell von ihrem derzeit niedrigen Niveau ansteigt, insbesondere wenn sich die Markterwartungen durch politischen Druck verändern. Genau das ist in den 60er Jahren passiert“, so die Experten.

Hooper und seine Co-Autoren folgern, dass die US-Notenbank die Inflation genau im Auge behalten muss, wenn sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verschärft – denn genau das prognostizieren die US-Volkswirte.