15. Juni 2018

Wie Deutsche-Bank-Mitarbeiter Wirtschaft in die Schulen bringen

Bildung ist einer der wichtigsten Rohstoffe unseres Landes. Mit diesem Satz gehen oft abstrakte Forderungen an die Politik einher – unser Kollege Uwe Menger aus dem Wealth Management verbindet damit allerdings einen persönlichen Auftrag. An der Schule seines Sohnes, der Heinrich-von-Kleist-Schule in Eschborn, initiierte er das Leuchtturm-Projekt „Wirtschaft macht Schule – Schule macht Wirtschaft“.

„Ich hatte den Eindruck, dass mehr getan werden muss, um die Allgemeinbildung von Schülern im Bereich Wirtschaft und Finanzen zu stärken und ihr Interesse für diesen Bereich stärker zu wecken. Nicht zuletzt geht es auch um den Nachwuchs für unsere Branche“, sagt Menger.

Über sein persönliches Netzwerk hat er es innerhalb weniger Monate geschafft, gemeinsam mit der Deutschen Börse, mit dem Schulleiter Adnan Shaikh und dem Vorsitzenden des Fördervereins Frank Ferro – ein Kontakt aus der Bank – sowie parteiübergreifend mit der Lokal- und Landespolitik zwei nachhaltige Projekte auf die Beine zu stellen, die kürzlich auf einer Medienkonferenz vorgestellt wurden.

So hat für eine Gymnasialklasse der Stufe 9 an diesem Montag eine praxisnahe Projektwoche angefangen, die unter anderem einen Besuch der Digitalfabrik, der Deutschen Börse mit der n-tv-Moderatorin und ehemaligen Kollegin Corinna Wohlfeil und des IT-Dienstleisters Vertical umfasst. Vertical wurde von einem ehemaligen Schüler der von-Kleist-Schule gegründet, der das Projekt auch langfristig mit einer Kooperation fördern möchte. Den Auftakt der Projektwoche bildete am Montag ein Vortrag des Eschborners und ehemaligen Ministerpräsidenten Roland Koch. Sogar der Bundestagsabgeordnete für den Main-Taunus-Kreis, Norbert Altenkamp, konnte als Schirmherr und Ansprechpartner für die Schüler gewonnen werden.

Ein echter Meilenstein für die langfristige Verankerung des Themas ist auch der zweite Teil des Projekts: Bereits ab dem nächsten Schuljahr wird es an der Schule das Wahlpflichtfach Wirtschaft für die 10. Klassen geben, mit einem ehemaligen Unternehmensberater als Dozenten.

Menger sieht die erfolgreiche Initiative in Eschborn als Pilot und hofft, dass es auf andere Schulen ausstrahlt, nicht zuletzt mit Hilfe der dafür gewonnen Politiker. „Im Grunde habe ich mit dem Vorschlag, so ein Projekt anzustoßen, überall offene Türen eingerannt. Aber es musste eben jemand in die Hand nehmen“, sagt Menger, der sich darüber hinaus in einer Stiftung für Studienstipendien für soziale benachteiligte Kinder engagiert. „Wir alle haben die Möglichkeit und sogar die Pflicht, etwas von unserem Beruf zu zeigen und weiterzugeben, auch das gehört aus meiner Sicht zu unseren Aufgaben. Es gibt viel Positives zu berichten. So verstehe ich übrigens auch unsere neue Markenkampagne. Wir sollten nicht nur auf den Vorstand schauen, wenn es um solche Dinge geht.“