11. Oktober 2018

Wie Start-ups und die Deutsche Bank zusammenkommen

Was muss ein junges Unternehmen mitbringen, damit es mit uns arbeiten kann? Unsere Innovationslabore beantworten dies in einer neuen Veranstaltungsreihe

Anstatt miteinander zu konkurrieren, arbeiten Banken und junge Unternehmen immer enger zusammen. Die Banken haben Zugang zu den Kunden, Erfahrung in der Branche und eine funktionierende Infrastruktur. Junge Unternehmen bieten neue technische Möglichkeiten und arbeiten sehr flexibel.

Eine Zusammenarbeit gestaltet sich allerdings nicht immer einfach. Banken sind groß und unterliegen strengen Regulierungen, so dass gute Ideen von jungen Unternehmen teilweise schwer zu realisieren sind. Um den Prozess zu erleichtern, haben die Innovationslabore der Deutschen Bank eine neue Veranstaltungsreihe (db101) ins Leben gerufen, um jungen Unternehmen zu vermitteln, wie sie erfolgreich Geschäfte mit der Bank machen können. Die Einführungsveranstaltung fand in London statt, an der 30 Start-ups sowie Experten aus unseren Geschäftsbereichen und Infrastrukturfunktionen teilnahmen.

Hier einige der wichtigsten Aussagen:

Die Innovationslabore der Bank sind eine Einstiegsmöglichkeit für aufstrebende Dienstleister
Jon Pearson, der den Bereich Innovationslabore in Großbritannien und Irland verantwortet, erklärte, wie die Innovationslabore neu aufkommende Technologien identifizieren und sie für die Bank nutzbar machen. Über ein globales Netzwerk aus Innovationslaboren in London, New York, Berlin, Palo Alto und bald auch in Singapur arbeiten die Labore mit all unseren Geschäftsbereichen und Infrastruktureinheiten zusammen, um interne technologische Herausforderungen zu lösen.

Die Deutsche Bank macht Geschäfte mit Unternehmen jeder Größenordnung
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass große Banken nur mit großen Dienstleistern Geschäfte machen. Die Botschaft lautet vielmehr: Wenn ein Geschäft wirtschaftlich sinnvoll ist und ein Problem löst, dann wird es in Betracht gezogen. Dazu sagte ein Vertreter des Bereichs Third Party Management: „Die von Fintechs und jungen Unternehmen eingebrachte Innovation und Flexibilität entfaltet ein großes Potenzial. Deshalb ist es wichtig, dass wir es trotz eines strengen Kontrollumfelds auch kleineren Dienstleistern ermöglichen, mit uns Geschäfte zu machen. Die gute Nachricht ist, dass der von uns vorangetriebene Umbau des Dienstleister-Prozesses die Transparenz und Effizienz verbessern wird und damit neue Produkte schneller an den Markt gebracht werden können. Davon profitieren alle Dienstleister, unabhängig von deren Größe.“
Eine bestehende Geschäftsverbindung mit einem Wettbewerber der Bank ist kein K.O.-Kriterium
Ganz im Gegenteil. Die meisten Banken verfügen über ähnliche Prozesse, um neue Kunden zu gewinnen. Wenn also ein junges Unternehmen erfolgreich bei einem Mitbewerber war, verfügt es wahrscheinlich über viele Eigenschaften, die für die Deutsche Bank ebenfalls wichtig sind.

Dienstleister werden geht künftig schneller
Dieser Prozess konnte durch eine Reihe von Verbesserungen im vergangenen Jahr um 60% verkürzt werden. Unser Ziel ist es, diesen nochmals um die Hälfte zu senken, wenn Ende des Jahres eine neue Plattform und ein neuer Prozess eingeführt werden.

Datenschutz ist nach wie vor der größte Stolperstein
Wenn ein junges Unternehmen seine Daten nicht gemäß den von der Deutschen Bank erwarteten Standards schützen kann, ist es unwahrscheinlich, dass es zu einem Geschäftspartner der Bank wird. Es ist von entscheidender Bedeutung für die Bank, ihre Informationen und Daten zu schützen, um weiterhin als Unternehmen tätig zu sein.

Junge Fintech-Unternehmen sind sowohl Dienstleister als auch Kunden der Deutschen Bank
Die Innovationslabore sind nicht die einzigen Bereiche der Bank, die mit aufstrebenden Technologieunternehmen zusammenarbeiten. Fintechs erhalten auch Tipps von unseren Investmentbankern, wie sich junge Unternehmen zu einem frühen Zeitpunkt auf einen Börsengang oder eine Privatplatzierung vorbereiten können und was institutionelle Investoren erwarten, wenn sie vorhaben, in aufstrebende Technologieunternehmen zu investieren.

Neue Technologien haben globale wirtschaftliche Auswirkungen
Die neuen Technologien sind nicht nur eine Chance für Banken, sie leisten einen wichtigen Beitrag zum Wohlergehen der Weltwirtschaft, erklärte ein Vertreter aus dem Bereich Vermögenskunden. In der „neuen Techonomy“ sollten etablierte Unternehmen neue Marktteilnehmer nicht fürchten. Eine bessere Zusammenarbeit zwischen großen und jungen Unternehmen sei unerlässlich, um in einer technologieorientierten Weltwirtschaft bestehen zu können. Bildung werde einen Bewusstseinswandel herbeiführen, so dass Technologie nicht mehr länger eine Bedrohung darstellt, sondern zu einem Instrument wird. Schließlich sei es eine Voraussetzung für zukünftigen Wohlstand, diese neuen Technologien zu nutzen.