3. Mai 2019

Paul Achleitner: „Intoleranz verdient keine Toleranz – niemals“

Der Grundstein ist gelegt: Yad Vashem bekommt ein neues Haus der Sammlungen. Unser Aufsichtsratsvorsitzender vertrat die Bank bei der Zeremonie in Jerusalem

Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat den Grundstein für ihr neues „Haus der Sammlungen“ gelegt. Unter den rund 150 Gästen und tief bewegt: Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, sowie Vertreter von Daimler, VW, der Deutschen Bahn und von Borussia Dortmund. Die fünf Unternehmen unterstützen den Neubau mit je einer Million Euro.

Yad Vashem beherbergt die weltweit größte Sammlung von Gegenständen, die an den Holocaust erinnern. Die Gedenkstätte in Jerusalem wurde 1953 eröffnet und wird jedes Jahr von mehr als einer Million Menschen besucht.

Spatentisch mit Paul Achleitner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutsche Bank AG; Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer Borussia Dortmund und Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG (v.l.n.r.)
Spatentisch mit Paul Achleitner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutsche Bank AG; Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer Borussia Dortmund und Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG (v.l.n.r.)

Das neue „Haus der Sammlungen“ soll in den kommenden drei Jahren im Herzen von Yad Vashem gebaut werden. Es wird mehrere hunderttausend Objekte aufbewahren, die Holocaust-Überlebende und ihre Familien gespendet haben: Briefe von Bewohnern der jüdischen Ghettos, Zeichnungen von Häftlingen der deutschen Konzentrationslager oder auch Schuhe, Tassen und Fotos. Alle diese Gegenstände erzählen die Geschichten von sechs Millionen Juden und ihren Familien, die von den Nazis ermordet wurden.

„Für uns als Deutsche Bank ist die Aussöhnung und enge Verbundenheit mit dem israelischen Volk ein großes Anliegen. Das besondere Verhältnis zwischen Israel und Deutschland bedarf steter Pflege – und wir möchten gerne unseren Beitrag dazu leisten“, sagte Achleitner während der feierlichen Zeremonie, an der israelische Spitzenpolitiker, die Botschafter Deutschlands und Österreichs und Holocaust-Überlebende teilnahmen.

Er warnte davor, Intoleranz und Ausgrenzung als Phänomen der Vergangenheit abzutun: „Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, sich daran zu erinnern, wohin gesellschaftliche und religiöse Intoleranz und Ausgrenzung führen können. Wir verstehen unser Engagement daher auch als Signal gegen Antisemitismus, Rassismus und Intoleranz jeder Art. Intoleranz verdient keine Toleranz – niemals.“ Die Deutsche Bank beschäftige Mitarbeiter aus 143 Nationen: „Gesellschaftliche und religiöse Toleranz sind daher ein wichtiger Bestandteil unseres Wertekanons“, sagte Achleitner.

Thorsten Strauß, bei der Bank zuständig für den Bereich Kunst, Kultur, hob die besondere historische Bedeutung der Spende hervor – denn es war das erste Mal, dass Yad Vashem eine derartige Zuwendung von einem deutschen Unternehmen angenommen hat. „Unser Engagement ist auch ein Zeichen gegen das Vergessen und soll dazu beitragen, dass Israel und Europa weiter zusammenwachsen“, sagte Strauß.